Peter und der Sergej

80 Jahre Uraufführung

peter-und-der-sergej © Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA http://hdl.loc.gov/loc.pnp/pp.print
Heute vor 80 Jahren wurde ein sinfonisches Märchen für Kinder uraufgeführt, dass heute weltbekannt ist. Sergei Prokofieffs „Peter und der Wolf“ wurde am 2. Mai 1936 im Moskauer Zentralen Kindertheater uraufgeführt und ist vor allem wegen der eigenartigen Kombination aus Märchenerzählung und Orchestermusik bis heute sehr beliebt. Das Musikmärchen sollte ursprünglich lediglich dazu dienen, russischen Kindern die verschiedenen Instrumente des Sinfonieorchesters spielerisch nahezubringen.
Peter und der Wolf ist dadurch sehr charakteristisch, dass jede der einzelnen Figuren in dem Stück sein eigenes Instrument hat, sodass die musikalische und die Handlungsebene das gesamte Märchen über parallel verlaufen. Das sinfonische Märchen gilt somit eher einer Filmmusik denn einer „echten“ Sinfonie, da die verschiedenen Themen im Stück kaum weiterentwickelt wurden. Die kurze Geschichte über Peter, der erst den Wolf fängt und danach die Jäger stoppt, um den Wolf in den Zoo zu bringen, begeisterte mit seiner Klarheit und liebevollen Erzählung nicht nur Kinder auf der ganzen Welt.

Auch andere Künstler faszinierte das Musikmärchen, was sich in zahlreichen Adaptionen widerspiegelt. Einige waren sogar außerordentlich erfolgreich. 1966 arrangierte Oliver Nelson eine Jazzversion von „Peter und der Wolf“ für Big Band und Hammond Orgel. Die erschienene Platte gilt bei Kritikern als eine der besten Aufnahmen von Jimmy Smith, der die Orgel spielte. Auch im 21. Jahrhundert hinterließ Prokofieff mit seinem Märchen bereits deutliche Spuren. Suzie Templeton bekam für ihre Adaption von „Peter und der Wolf“ 2008 einen Oscar für den besten animierten Kurzfilm.

Prokofieff wurde 1891 im Gouvernement Jekaterinoslaw im damaligen Russischen Kaiserreich geboren. Bereits mit fünf Jahren begann er erste eigene Kompositionen zu schreiben. Anfang 1904 wurde er dem angesehenen Komponisten Alexander Glasunow vorgestellt, der ihm empfahl, sofort ein Studium zu beginnen. So begann Prokofieff im April 1904 ein Studium am Sankt Petersburger Konservatorium wo er 10 Jahre lang unter anderem bei Nikolai Rimski-Korsakow und Anatoli Ljadow. Während dieser Zeit war er bereits mit eigenen Kompositionen an die Öffentlichkeit getreten und hatte sich als brillanter Pianist viel Aufmerksamkeit verschafft. 

Seine Situation änderte sich schlagartig mit der Oktoberrevolution von 1918. Prokofieff entschloss sich, Russland zu verlassen, da er keine Perspektive in dem zu dem Zeitpunkt sehr chaotischen Land sah, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Daher wanderte er noch 1918 in die USA aus. Dort wurde Prokofieff aber nicht glücklich. Es gelang ihm nicht, dort Fuß zu fassen, seinen Erfolg konnte er aus Russland nicht importieren. Daher kehrte er 1920 nach Europa zurück. Er lebte überwiegend in Paris und fand als Komponist und Pianist wieder Anerkennung nach dem finanziellen Fiasko in den Vereinigten Staaten.

1927 führten in Konzerte erstmals wieder zurück in die neu entstandene Sowjetunion. Ab diesem Zeitpunkt beschäftigte sich Prokofieff immer stärker mit Gedanken an eine Rückkehr.  Nach einigen Jahren des Pendelns zwischen Paris und Moskau ließ er sich 1936 endgültig in Moskau nieder. Die Rückkehr in sein Heimatland tat Prokofieff sichtlich gut. Die meisten seiner bedeutendsten Werke entstanden nach der Rückkehr in die Sowjetunion, so beispielsweise seine Oper „Krieg und Frieden“ , sein Ballett „Cinderella“ sowie die Sinfonien Nr. 5 und 6. Obwohl er 1945 schwer stürzte und seitdem unter gravierenden gesundheitlichen Problemen litt, komponierte er bis zu seinem Tod 1953 unermüdlich weiter. Prokofieff starb am selben Tag wie sein „ideologischer Peiniger“ Josef Stalin, weshalb sein Tod von der russischen Öffentlichkeit für längere Zeit komplett  unbeachtet blieb.
   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Länder dieser Erde

Von gutem Geschmack für guten Geschmack

Die Webcam

Der schönste Blick auf Augsburg