Rechtsanwälte: Boom der Spezialisten

von Peter M. aus Düsseldorf

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Der Zuwachs der Rechtsanwälte nähert sich im Trend – laut Bundesrechtsanwaltskammer – in Deutschland langsam der Nulllinie. Im Durchschnitt der Jahre von 1992 (wegen Wiedervereinigung halbwegs normal) bis 2016 (1.1.2017), immerhin fast ein Vierteljahrhundert, nahm die Zahl der zugelassenen Anwälte jährlich um gut vier Prozent zu. Zum letzten Stichtag Anfang 2017 hingegen betrug der Jahreszuwachs nur noch wie im Vorjahr 0,5 Prozent. Den rückläufigen Trend bei der Dynamik (rote Linie) zeigt die folgende Grafik.


Ganz langfristig aber ist das eine eher bescheidene Bremsung, denn in der Nachkriegszeit gab es, gemessen an der Bevölkerung, immer mehr Anwälte. Erst ganz zuletzt flacht der Zuwachs wie beschrieben ab.


Dass die zugelassenen Anwälte dabei eine Sonderkonjunktur hatten, zeigt zum Beispiel auch die folgende Grafik, die ihre Zahl mal in Beziehung zu den Staatsanwälten setzt. Entweder hat die Staatskasse hier extrem geknausert oder der Aufbau der Rechtsanwälte fand eher in den beratenden Bereichen statt. Dazu gleich mehr beim Zuwachs der Fachanwälte. Allerdings bin ich kein Jurist und schon gar nicht im praktischen Juristendasein zuhause. Daher: wenn es andere Erklärungen gibt, her damit!

 
Während die Gesamtzahl der Anwälte sich nicht mehr so stark erhöht wie in der Vergangenheit, geht es bei den Fachanwälten noch sehr dynamisch aufwärts. Stieg die Menge der „normalen“ Anwälte im Zehnjahresvergleich um 19 Prozent, waren es bei ihren spezialisierten Kollegen 93 Prozent. Scheint anzudeuten, dass der Feld-Wald-und-Wiesen-Anwalt a la „Liebling Kreuzberg“ eher auf dem Rückzug ist.
Ich habe Ihnen zunächst mal die Fachanwälte der verschiedenen Arbeitsbereich nach Köpfen gereiht, damit Sie einen Eindruck gewinnen, über wen wir da überhaupt reden. Mit weitem Abstand an der Spitze: Arbeits- und Familienrechtler. Das überrascht nicht sonderlich.