Schnecken, Katzen und Psychopathen

Patricia Highsmith zum 95sten

schnecken,-katzen-und-psychopathen © Harper & Brothers Publicity; web source: http://www.michenermuseum.org
Kinderliteratur ist das mit Sicherheit nicht gewesen, was Patricia Highsmith mit neun Jahren gelesen hat. Es waren Texte über psychiatrischen Untersuchungen, über Sadisten, Kleptomanen und Pyromanen die sie aus dem Regal der Eltern gezogen und begeistert verschlungen hat. „Es sind Fallstudien gewesen, die meine Fantasie anregten“, erinnert sich die Autorin später – und es sind auch nie die offensichtlichen Bösewichte die bei ihr zu Mördern werden, sondern es ist der nette Herr von nebenan der zum skrupellosen Killer wird.
Im Mittelpunkt Ihrer Kriminalromane steht dann auch nicht die Aufklärung der Verbrechen sondern eher die Motive und die Psychologie der Täter, die Frage was den Durschnittsmenschen zum Kapitalverbrechen treibt.
Alfred Hitchcock ist von ihrem ersten Roman so begeistert gewesen, dass er ihn 1951 verfilmt hat, ein Jahr nach der Veröffentlichung. Strangers On a Train ist das gewesen, das ist dann auch ihr Durchbruch gewesen.
Nicht alle, aber viele ihrer Bücher gehören zur Gattung Kriminalromane. Viele Stories hat sie geschrieben und alle sind beklemmend, dunkel, düster, Werke in dem sich ganz normale Alltagsmenschen als Psychopathen erweisen und die besten Absichten ins unabsehbare Verderben führen.
Einer ihrer bekanntesten Täter ist Tom Ripley, den sie in mehr als fünf Romanen begleitet und der immer ungestraft davon kommt.
Viele Romane von Patricia Highsmith sind verfilmt worden:  „Nur die Sonne war Zeuge“, ein Klassiker mit Alain Delon in der Hauptrolle, Claude Chabrol hat „Schrei der Eule“ auf die Leinwand gebracht, Wim Wenders „Ripleys Game“ als „Der amerikanische Freund“. Zuletzt kam der oscarnominierte Film Carol in die Kinos, der basiert auf Patricia Highsmith' teilweise autobiografischem Roman „Salz und sein Preis“, den sie 1952 unter dem Pseudonym Claire Morgan veröffentlicht hatte und der dann 1990 unter ihrem eigenen Namen mit dem Titel Carol neu aufgelegt wurde.
Die große Schriftstellerin Patricia Highsmith führte ein obsessives Leben, hatte lesbische Affären, züchtete Schnecken und liebte ihre Katzen mehr als andere Menschen. Sie rauchte und trank von frühester Jugend an, sie litt ihr Leben lang an Depressionen und schlimmen Zahnproblemen, später an Lungenkrebs und Anämie. Patricia Highsmith starb 1995 in der Schweiz, heute wäre sie 95 Jahre alt geworden.

   

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