Sommer, Sonne, Interview

Klassik Radio Meinungssache

sommer,-sonne,-interview © Fotolia_Orlando Bellini
Es ist die Zeit der Sommerinterviews – und auch der Bundespräsident hat sich die Ehre gegeben. Im Interview mit dem ZDF sprach er über Integration, Flüchtlinge, Sicherheit und die Kanzlerin – die Pressestimmen.
Handelsblatt

In diesen Tagen der allgemeinen Verunsicherung tut es gut, Joachim Gauck zuzuhören. Trotz aller Probleme sei Deutschlandkein sinkendes Schiff, sagt der Bundespräsident, es befinde sich auch nicht in einem schweren Orkan. Wohl werde das Schiff aber von Böen geschüttelt. Kein Grund zur Panik an Bord – das ist Gaucks Botschaft. Sie ist angemessen, trotz islamistischen Terrors und brennender Flüchtlingsheime. Und sie ist klug, denn wer in rauem Wetter in Panik gerät, der kentert sehr schnell.

Badische Zeitung

Es ist ein Glück, dass Gauck wieder einmal die richtigen Worte gefunden hat. Der Bundespräsident rückt krumme Argumente gerade und vermittelt Gelassenheit, ohne sich der Abwiegelei schuldig zu machen. Gauck wird schwer zu ersetzen sein.

Kölner Stadt Anzeiger

Gauck könnte nüchternen Blick Merkels mit einer Ansprache verbinden, die die Sorgen der Menschen aufnimmt, ohne sie zu befeuern. Die Botschaft: Ja, es gibt Probleme, aber keine, die sich nicht unter Kontrolle bringen ließen. Gauck stärkt dabei Merkels Innenminister den Rücken, der nicht für ein Burka-Verbot oder ein Ende der doppelten Staatsbürgerschaft eintritt. Gauck weiß: Solche Vorschläge bringen nicht ein bisschen mehr an Sicherheit.

Westfälische Nachrichten

Die Kanzlerin mag sich über die neuerliche präsidiale Rückendeckung via Sommerinterview freuen - sie hilft ihr allerdings nicht. Die Terroranschläge in Bayern erschüttern den Markenkern der Union: die Kompetenz für die innere Sicherheit. Deshalb und mit Verlaub: Herrn Gauck zuzuhören, ist immer wichtig und interessant; aber reden und liefern muss jetzt die Kanzlerin.

Nürnberger Nachrichten

Gauck findet die passende Antwort auf die Anheizer vor allem bei der AfD, denen die Sorgen der Bürger nicht groß genug sein können, weshalb sie Angst schüren: Deutschland, behauptete allen Ernstes AfD-Rechtsaußen Björn Höcke, sei derzeit 'kaputter als nach dem Zweiten Weltkrieg'. Was für eine dreiste Demagogie dieser selbst ernannten Patrioten, die ein starkes Land bewusst in den Abgrund reden, um Stimmen zu gewinnen, und die damit kokettieren, keine Verantwortung zu übernehmen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vorgeschaltet ist die Angst, dass zu viele Menschen aus zu fremden Kulturen zu schnell ins Land kommen. Geht es um Deutschlands Integrationsfähigkeit und die Verantwortung für die innere Sicherheit, trauen viele Bürger den Unionsparteien mehr Sensibilität und mehr Augenmaß zu als der SPD und erst recht den Grünen. Oder muss man inzwischen sagen: trauten ihnen zu? Hat die CDU unter Führung von Angela Merkel noch das Gespür dafür, dass manche CDU-Mitglieder und noch mehr Wähler Angst vor Überfremdung haben, die ihr, der Bundeskanzlerin, gänzlich fremd ist?

Berliner Morgenpost

Dass die Bundesrepublik als wirtschaftsstarkes Land mit effizienter Verwaltung, ausgeprägter demokratischer Kultur und größtenteils hilfsbereiter Bevölkerung so einiges bewältigen kann, steht außer Frage. Bleibt nur noch eine Aufgabe: die Integration. Die ist allerdings die langwierigste und schwierigste.
   

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