Todesfälle 2017: Die traurige Bilanz

von Peter M. aus Düsseldorf

todesfälle-2017-die-traurige-bilanz © Deutscher Bundestag / Presse Service Steponatis
Das abgelaufene Jahr hat todesbedingt einige personelle Lücken gerissen. Gleich zu Beginn verstarb am 10. Januar 2017 der Jurist und Politiker Roman Herzog. Der Ex-Bundespräsident und „Ruck-Redner“ war 82 Jahren alt geworden. Ein anderes politisches Schwergewicht: am 16. Juni schloss Helmut Kohl (Jahrgang 1930) zum letzten Mal die Augen. Natürlich in Oggersheim, wo sollte es anders sein. Aus dem selben Jahrgang 1930 sein alter Parteifeind Heiner Geißler, der am 12. September das Zeitliche segnete. Im Juli ging unter den Großen des Landes der nicht unumstrittene Kölner Kardinal Joachim Meisner (Jahrgang 1933) von dieser Welt.

Auch unter Musikern hielt der Sensenmann 2017 reiche Ernte. Mitte März erwischte er in Los Angeles den Jazzsinger Al Jarreau (Jahrgang 1940), gut einen Monat später Chuck Berry (Jahrgang 1926). Der US-Sänger, Gitarrist und Komponist gilt als einer der Pioniere des Rock ’n’ Roll. Am 3. Mai war die israelische Sängerin Daliah Lavi (Jahrgang 1942) dran. Ihr größter kommerzieller Erfolg: „Oh, wann kommst Du“ 1970/1971.

Auch der Westfale Gunter Gabriel (Jahrgang 1942) verblich im Juni. Seinen ersten Song komponierte er für Rex Gildo (1936-1999), der erste eigene Hit war der Fernfahrersong „Er ist ein Kerl“. Dem Truckerimage blieb er zeitlebens verbunden. Wenngleich er als „Wohnsitz“ seit 1995 ein großes Hausboot sein Eigen nannte. Noch im Ohr hat man seinen Hit „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“.     

Am 2. Juli verstarb mit Chris Roberts (Jahrgang 1944) eine andere deutsche Schlagerlegende. Der gelernte Elektromechaniker hatte ab Anfang der 1970-er Jahre mit eher seichten Schlagerlein ein Publikum erobert. An Liedchen wie „Wenn Du mal einsam bist“ oder „Die Maschen der Mädchen“ erinnert man sich weniger, an die ganz großen damaligen Erfolge wie „Ich bin verliebt in die Liebe“ oder „Du kannst nicht immer siebzehn sein“ schon eher.

Erna Liebenow ging am 27. September 2017 im Alter von 72 Jahren von uns. Besser bekannt war sie unter ihrem Künstlernamen Joy Fleming (Jahrgang 1944). Mit dem Neckarbrückenblues, den sie auf „Mannemerisch“ sang, gelang ihr Anfang der 1970-er Jahre der Sprung zur bundesweiten Bekanntheit. Ihr folgte bald in den USA Fats Domino (Jahrgang 1928), der von der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ auf Rang 25 der 100 größten Musiker sowie gemeinsam mit Dave Bartholomew auf Rang 72 der 100 besten Songwriter aller Zeiten geführt wird.

Alternde Schauspieler verließen die Unterhaltungswelt ebenfalls ins Jenseits. So am 23. Mai der britische James-Bond-Darsteller Roger Moore (Jahrgang 1927). Schon Ende Januar hatte sein englischer Kollege John Hurt (Jahrgang 1940) endgültig ausgespielt. Nach einem halben Jahrhundert Filmgeschäft dürfte er am meisten durch seine Rolle des Zauberstabmachers Mr. Ollivander in der Romanverfilmung von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bekannt sein, an die er in den Fortsetzungen „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1 und Teil 2“ anknüpfte.

Von deutschen Mimen musste im März Christine Kaufmann (Jahrgang 1945) vergleichsweise früh gehen. Die Österreicherin aus der Steiermark spielte bereits Ende der 1950-er Jahre in Blockbustern wie „Die letzten Tage von Pompeji“ mit. In Hollywood verdrehte sie Tony Curtis so den Kopf, dass der sich von seiner Ehefrau trennte. Doch die schöne Christine zog es zurück nach Deutschland, wo sie zum Beispiel mit Regisseur Helmut Dietl in Filmen wie „Monaco Franze – Der ewige Stenz“ vor die Kamera trat. In den Jahren 1974 und 1999 posierte sie für den Playboy, zuletzt als „schönste Großmutter Deutschlands“.

Im gleichen Alter wie sie verblich am 21. Juli John Heard (Jahrgang 1945). Obwohl in diversen Rollen aktiv, wird er wohl am ehesten als Vater des kampfeslustigen Sohnes Kevin in Erinnerung bleiben: „Kevin – Allein zu Haus“ 1990 und „Kevin – Allein in New York“ 1992. Deutlich standfester als Hurts 72 Lebensjahre erwies sich Ende Juli die französische Schauspielerin Jeanne Moreau (Jahrgang 1928), die es immerhin auf das stolze Alter von 89 Jahren brachte. Schauspielerisch nicht jedermanns Sache, aber weltbekannt: der Blödelant Jerry Lewis (Jahrgang 1926). Er hatte ab 1946 in gemeinsamen Auftritten mit Dean Martin den Durchbruch geschafft.

Richtig alt wurde mit 94 Jahren die Französin Liliane Bettencourt, die wohl als eine der reichsten Frauen der Gegenwart gelten kann. Stichwort: L’Oréal. Sie war 1922 zur Welt gekommen und wurde vom US-Magazin Forbes zuletzt  auf umgerechnet 34 Milliarden Euro taxiert. Im Vergleich dazu ein kleiner Fisch, aber wohl bekannter: Hugh Hefner (Jahrgang 1926). Bei seinem doch etwas wilden Lebenswandel wurde er auch verblüffend alt. Beim Playboy-Erfinder und Endlos-Herausgeber des Edel-Sex-Magazins kann man lernen: Weibergeschichten scheinen das Leben nicht zu verkürzen.

(Quelle: Gestorben 2017. Verstorbene Personen des Jahres 2017, https://gestorben.am/2017 https://gestorben.am/2017 und: Forbes, https://www.forbes.com/billionaires/list/#version:static )

Zum Thema Tod – wie bei mir halt nicht zu vermeiden – noch ein paar Statistiken. Hier erst mal die saisonale Sterblichkeit im Jahr. Man sieht, im warmen Sommer sterben statistisch ein Sechstel weniger Zeitgenossen als im schlimmsten Monat Februar.

Bereits seit 1972 versterben hierzulande übrigens jährlich mehr Menschen, als Kinder geboren werden. Kleiner Lichtblick: 2016 lag die Differenz bei „nur“ 118.000 nach 2015 noch 188.000
(Quelle: destatis, https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/11/PD17_408_126.html )


Hier noch als Abschluss des morbiden Themas die Zahl der Verstorbenen seit den ersten normalen Jahren der Nachkriegszeit.


Also passen Sie vor allem bis Februar, dem gefährlichsten Monat des Jahres, gut auf sich auf.

von Peter M. aus Düsseldorf
   

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