Verbalangriffe von Erdogan sorgen für Empörung

Armenien-Resolution bringt Unruhe - die Pressestimmen

verbalangriffe-von-erdogan-sorgen-für-empörung © Fotolia_Orlando Bellini
Rhetorische Kampfzone. Seit der Deutsche Bundestag am Donnerstag eine Resolution verabschiedet hat, in der die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich klar als Völkermord bezeichnet werden, vergeht kein Tag ohne Verbalangriff.
Der türkische Staatspräsident Erdogan meinte, Deutschland sei "das letzte Land", das über einen "sogenannten Völkermord" der Türkei abstimmen solle. Außerdem forderte er Bluttests für türkischstämmige Bundestagsabgeordnete, um ihre Herkunft zu klären – und sorgte mit diesen persönlichen Angriffen für große Empörung unter deutschen Politikern. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth z.B. warf Erdogan „offene Hetze“ gegen deutsche Abgeordnete vor und forderte  Bundeskanzlerin Merkel auf, bei Erdogan offiziell gegen dessen Vorwürfe zu protestieren. 

"Der Typus des umsichtigen Politikers, der seine Worte mit Bedacht wählt, ehe er sie ausspricht, ist in der Türkei aus der Mode gekommen“, findet die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. „Erdogan fehlt ein Korrektiv, er umgibt sich mit Menschen, die viel zu schnell und viel zu oft 'Ja' zu ihm sagen - und nicht hinterfragen, was er von sich gibt. Entschuldigen lässt sich dadurch freilich nichts. Für die Maßlosigkeit seiner Aussagen ist nur Erdogan selbst verantwortlich.“

"Hier kommt ein Denken zum Vorschein, wie es auch den Erdogan-­Zwilling Wladimir Putin auszeichnet", schreibt die MÄRKISCHE ODERZEITUNG. "Beide halten alle Menschen weltweit, die von Angehörigen ihrer Nation abstammen, für ihre Untertanen. Erdogan sieht sich als Sultan aller Türken, auch in Deutschland. Und Sultane mögen keinen Widerspruch. Auch die Terror-­Verbindungen, die er deutschen Abgeordneten unterstellt, zeigen, dass sich dort ein Präsident sein Weltbild zurechtbiegt, bis es passt."

Und die BADISCHE ZEITUNG warnt: "Erdogan bringt damit nicht nur die Gefühle der Nationalisten in der Türkei in Wallung. Er heizt auch die Stimmung in Deutschland gefährlich an. Davon zeugen die Morddrohungen etwa gegen den Grünen-Politiker Cem Özdemir, der die Resolution auf den Weg brachte. Davon zeugen aber auch die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des türkischen Präsidenten und seinen Gegnern in Deutschland. Die Bundesregierung kann um der Sicherheit und des Friedens willen die Hetzereien des türkischen Präsidenten nicht einfach hinnehmen".
   

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