Verletzungspech

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Bei der Verkündung musste selbst Bundestrainer Joachim Löw kurz stocken. Das EM-Aus für Marco Reus hat viele überrascht – er könne nur geradeaus laufen, sagte Löw zur Begründung. Die Hessische Niedersächsische Allgemeine nennt den verletzungsgeplagten Reus der nach der EM 2012 und der Wm 2014 sein dritten großes Turnier verpasst: den tragischen Nationalspieler, die Neue Osnabrücker Zeitung spricht vom großen Pechvogel Reus. Die Pressestimmen
sport1

Löw ist bekannt dafür, dass er während eines Turniers eher auf einen engen Kreis von Spielern setzt. Und der Stamm des DFB-Teams ist mit einem Großteil an Weltmeistern weiterhin exklusiv besetzt. Die Mission Frankreich bleibt weiter auf den EM-Titel ausgelegt - auch ohne Reus.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Nur! Geradeaus! Laufen! Marco Reus wird die Begründung von Bundestrainer Joachim Löw noch jahrelang in den Ohren klingen. In Frankreich spielen die besten Profis Europas. Dorthin gehört ein Mann von der Klasse wie Reus. Umso bedauernswerter ist, dass eine Verletzung ihn ausschaltet und er nicht dabei sein kann. Tatsächlich ist es verwunderlich, dass Löw seinen ebenso verletzten Spielern Mats Hummels und Bastian Schweinsteiger sogar die Vorrunde zur Genesung einräumt und sie zur EM mitnimmt. Und Reus nicht.

Hessische Niedersächsische Allgemeine

Der Dortmunder wird somit endgültig zum tragischen Nationalspieler. Die WM 2014 verpasste er, weil er sich im letzten Moment verletzte. Das war bitter für ihn und ein Schock für die Nationalelf. Dass sie dann trotzdem Weltmeister wurde, zeigte, wie breit der Kader war. Das gilt auch diesmal.

Westfälische Nachrichten

Nun ist Reus aus dem Spiel. Und Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels, die mutmaßlich größten Problemfälle, bleiben drin. Der eine hat seit März nicht mehr auf dem Platz gestanden, der andere ist erheblich angeschlagen. Im Zuge der Bekanntgabe seiner Entscheidungen verwies Joachim Löw gestern auf den medizinischen Beistand. Gleichwohl trägt vor allem der Bundestrainer die Verantwortung für diesen Kader. Er spielt da ein bisschen mit dem Feuer.

Augsburger Allgemeine

In jedem Fall ist der Reus-Ausfall ein Verlust für die DFB-Auswahl – auch wenn daraus in der stark besetzten Offensive kein Engpass entsteht. Dafür hat mit Bastian Schweinsteiger ein anderer Pechvogel den Gesundheitscheck bestanden. Das ist für ihn ein erster Schritt, mehr aber nicht. Der Kapitän hat seit Monaten nicht mehr gespielt. Je länger er in Frankreich auf der Bank sitzt, um so mehr Fragen werden sich um seine Person türmen. Die wirklich schwierigen Entscheidungen hat Löw noch vor sich.

Stuttgarter Nachrichten

Dieser Verzicht auf Reus ist daher auch ein Signal des Vertrauens in die Qualität des restlichen Kaders. Und doch stehen hinter den 23 Mann, die nun fix mit nach Frankreich reisen werden, nicht nur Ausrufezeichen. Einige Spieler kommen aus Verletzungspausen, andere haben keine überzeugende Saison gespielt, manch einer scheint seinen sportlichen Zenit überschritten zu haben.

Rheinische Post

Die Streichung von Reus war gewiss ein Paukenschlag, mit Blick auf seine Krankenakte aber keine große Überraschung. Sie ist überhaupt nur zu einem Politikum geworden, weil der DFB in den vergangenen Tagen eifrig verschwiegen hat, wie schlecht es um den Dortmunder offenbar bestellt ist. Man hätte nicht bis zum letzten Tag mit der Entscheidung warten und Reus ausgerechnet an dessen Geburtstag nach Hause schicken müssen. Es ist nicht der einzige Fall, bei dem man sich vom DFB eine klare Botschaft gewünscht hätte.

General Anzeiger

Dass es zu einem solchen in Frankreich nicht reichen würde, dürfte Joachim Löw zumindest geahnt haben. Es ist nicht anzunehmen, dass Reus in Ermangelung einer starken Physis dort zu Großtaten fähig gewesen wäre. Fest steht: Die Nationalmannschaft kann auch ohne Reus Titel holen. Diese Erkenntnis ist gut für sie. Und bitter für ihn.
   

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