Vorfreude oder Fiasko

Klassik Radio Meinungssache

vorfreude-oder-fiasko © Fotolia_Orlando Bellini
Morgen beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Und die Stimmung ist milde gesagt schlecht. Zeit Online schreibt: Olympia ist schweineteuer, die Russen dopen und die ärmsten Bewohner Rio de Janeiros werden aus ihren Häusern vertrieben. Doch es gibt auch die guten Geschichten, die der Sportler. Sie zeigen, warum die Olympischen Spiele mehr als nur ein Sportfest sind. Zu den guten Geschichten gehört der sicher Blogeintrag der amerikanischen Ruderin Megan Kalmoe. Die schreibt in ihrem Blog: "I will row through shit for you, America, and i will do it gladly and proudly." – Ich werde für Amerika durch Scheiße rudern und ich werde es voller Freude und voller Stolz tun. Die Pressestimmen…
Spiegel Online

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bejubelt die Olympischen Spiele gerne als Fest der Völker, das Menschen zusammenbringt und zum Frieden in der Welt beiträgt. Die Realität ist eine andere: Dem Kalten Krieg bei Olympia, in dem Marktwirtschaft und Sozialismus auf dem Sportplatz ihre Überlegenheit zu demonstrieren suchten, ist ein Gold-Krieg gefolgt, in dem das Streben um Medaillen Nationalismus anheizt. Staaten wollen durch den Sport auch Bedeutung jenseits von wirtschaftlicher und militärischer Macht erlangen

Berliner Zeitung

Das Beispiel Russland beweist, dass der Sport längst ein willfähriger Spielball politischer Großwetterlagen ist. Das IOC hat sich in eine Zwickmühle hineinmanövriert, in der es selbst nach der Überführung korrupter Strukturen im russischen Sport über so gut wie keine Sanktionsmöglichkeiten  verfügt. Der vielfach geforderte Ausschluss sämtlicher russischer Athleten wäre für Präsident Putin umgehend zu einem Trumpf geworden, sich einmal mehr als Opfer einer russlandfeindlichen Verschwörung zu stilisieren. Und so bedeutet Dabeisein wieder einmal alles – auch für Putin. In dessen lustvoll geführtem Kampf gegen die westlichen Institutionen und deren anfälligen Werte ist das IOC nur ein weiterer Akteur, dessen Korrumpierbarkeit ihm als Nachweis der eigenen Cleverness dient.

Süddeutsche Zeitung

Get big, get niche or get lost - das ist ein Spruch aus dem globalen Marketing-Sprech. Unternehmen müssen wachsen, um zu überleben. Oder ihre Nische finden. Dem olympischen Sport, so hat es den Anschein, könnte hierzulande künftig tatsächlich ein Nischendasein drohen. Rund drei Millionen Euro erlöst der DOSB mit der Vermarktung seiner Rio-Mannschaft. Etwa 5,5 Millionen Euro überweist der Bund als Entsendungsbeitrag, gut eine halbe Million kommt vom Internationalen Olympischen Komitee. Die Zahlen zeigen nicht nur, wie gigantisch die Lücke zum Fußball bereits ist. Sie deuten auch an, dass der Abstand noch weiter wachsen könnte. Auch die nächsten olympischen Veranstaltungen, 2018 in Peyongchang/Südkorea, 2020 in Tokio/Japan und 2022 in Peking/China sind alles andere als Selbstläufer. Noch dazu drohen den olympischen Sportlern zwei verlässliche Partner verloren zu gehen: ARD und ZDF haben für die Zeit nach Rio bisher noch keine Senderechte.
   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Länder dieser Erde

Von gutem Geschmack für guten Geschmack

Die Webcam

Der schönste Blick auf Augsburg