Willkommens-Kultur

Leiszhalle lädt Flüchtlinge zum Konzert

willkommens-kultur © Claudia Höhne
Nicht nur in der Medizin setzt man auf die heilende Kraft von Musik. Wir alle wissen: Musik spendet Trost. Für ein paar Stunden die Sorgen zu vergessen, ist für viele Flüchtlinge ein Wunschtraum.
Die Hamburger Laeiszhalle macht es möglich: Konzert-Paten begleiten Flüchtlinge aus der Wohngemeinschaft "Hammerbrook" durchs Konzert -  so auch am Dienstagabend, dem 01. Dezember 2015.
Auf dem Programm steht Brahms und Schumann unter der Leitung von Dirigent Paavo Järvi, der selbst begeistert von dem Projekt ist, wie er uns an dem Abend erzählte:

 “I think it’s a very good idea and I think it’s a very important thing [...]to help not only materially, but also by playing music, for the refugees. I mean their life is tough, and I think that music has a certain healing quality. It also could be very well that some of the people probably never been to a concert. So it is a kind of bringing, some of the refugees, with a closer touch and understanding of western culture. ” –

 „Ich denke, dass es eine gute Idee ist und sehr wichtig ist, nicht nur materiell zu helfen, sondern auch damit, Musik für Flüchtlinge zu spielen. Sie haben ein hartes Leben und ich denke, dass Musik eine gewisse heilende Wirkung hat. Es kann auch gut sein, dass einige Leute noch nie in einem Konzert waren. Also ist es eine Art, einigen Flüchtlingen, ein besseres Verständnis der westlichen Kultur zu vermitteln.“

Empfangen wurde die Gruppe der Flüchtlinge von Paten der Konzerthalle, die den Abend mit ihnen verbrachten.
Die Gruppe freute sich über die Einladung der Deutschen; Für einige war es sogar der erste Konzertbesuch. „Unglaublich“, das Konzert besuchen zu können, fand Ravi aus dem Libanon; „Leicht wie ein Schmetterling“ fühlte sich Raim aus dem Irak danach.

Nicht nur in Hamburg werden Flüchtlinge in Konzerte eingeladen, auch in vielen anderen deutschen Städten ermöglichen Musikhäuser den kutlturellen Zugang in Deutschland. Allerdings sollte man in diesem Zuge eine veranstaltungsbegleitete Einführung und Aufklärung leisten, weshalb unsere Kultur die Oper als ein wichtiges Genre betrachtet, findet Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt. In Hamburg organisieren die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Nachbarschaftsinitiative Holmbrook, unter dem Dach des Unternehmens „Fördern&Wohnen“, nicht nur die Ausflüge der Flüchtlinge, sondern kommen als Vertrauensperson mit zum Konzert.

Die Begeisterung  und Unvoreingenommenheit der „Neu-Hamburger“ beschwingt die Stimmung auf dem Konzert und macht die Mitarbeiter der Laeiszhalle glücklich, so Dorothee Kalbhenn von der Laeiszhalle in Hamburg. „Wirklich unbezahlbar“,  berichtet sie, sei die Nachricht über die Rückreise der Gruppe in die Unterkunft „Holmbrook“.  „[…] trotz Regen und langer Busfahrt [wurde der Rückweg] mit mehrfachem Umsteigen sehr beschwingt verbracht: Die fünf Iraker, drei Syrer, der Afghane und der heimatlose Palästinenser aus dem Libanon begleiteten den Heimweg mit arabischem und palästinensischem Gesang – gemeinsam. […] Bemerkenswert,  denn diese Menschen haben so viele Sorgen, dass es eigentlich keinen Grund zum Singen gibt. Aber das Konzert scheint sie alle für ein paar Stunden dem Alltag enthoben zu haben.“ 


Foto: (c) Claudia Höhne

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