Bettina Zacher trifft Martin Stadtfeld
Im Hamburger Klassik Radio-Sendezentrum traf Bettina Zacher traf den Pianisten Martin Stadtfeld zum Interview, der mit der Moderatorin unter anderem auch über seine aktuelle CD "J.S. Bach - Klavierkonzerte" gesprochen hat.
Am 18. März 2012 findet sich der Pianist Martin Stadtfeld in der Hauptstadt ein, um im Rahmen eines Konzertes seine neue CD vorzustellen. In dieser Woche verlost Klassik Radio daher eine Wochenend-Reise nach Berlin, bei der natürlich auch ein Konzertbesuch für zwei Personen mit inbegriffen ist.
Bettina Zacher (BZ): „Du hast deine aktuelle CD einem Mann gewidmet, den du unglaublich schätzt.“
Martin Stadtfeld (MS): „Das ist richtig! Ich habe mich bei meiner CD mit der Musik von Johann Sebastian Bach befasst und muss sagen, auch wenn es natürlich noch andere Komponisten gibt, die mich ebenfalls bewegen, bleibt Johann Sebastian Bach der Größte für mich!“
BZ: „Warum?“
MS: „Es ist einfach alles in seiner Musik enthalten. Ich kann sie in jeder Stimmungslage hören, sie gibt mir immer Kraft, verleiht meinem Leben eine Balance, gibt mir Ruhe und trotzdem so viel emotionale Bewegung – und das ist etwas ganz Einzigartiges!“
BZ: „Wann hast du ihn das erste Mal für dich entdeckt?“
MS: „Schon als kleines Kind habe ich zuhause durch meine Eltern Musik von Bach gehört. Ganz bewusst habe ich ihn jedoch im Klavierunterricht entdeckt. Mein erster Klavierlehrer hat mich erst richtig an seine Musik herangeführt, hat mir gezeigt, wie lebendig, menschlich und kommunikativ sie ist. Ich habe später oft gehört: „Die Fugen von Bach sind doch so kompliziert“ und ich konnte immer nur erwidern: „Nein, sie sind nicht kompliziert! Das ist pure Menschlichkeit, da geht es hoch her, das sind Gespräche, es ist alles in Bachs Musik enthalten.“ So habe ich diese Musik von Kind an vermittelt bekommen und begriffen – und so begreife ich sie heute immer noch.“
BZ: „Hättest du ihn gerne kennengelernt?“
MS: „Natürlich hätte ich ihn gerne kennengelernt! Allerdings glaube ich, es würde die Gefahr bestehen, dass ein Treffen auch etwas ernüchternd sein könnte. Bach hat es geschafft, all das, was er ist, alles was er kann und seine ganzen Empfindungen, in seine Musik einfließen zu lassen. Vielleicht wäre man von ihm als Mensch etwas enttäuscht gewesen, man weiß es nicht.“
BZ: „Zu Bachs Lebzeiten war er nicht so berühmt wie z.B. sein Zeitgenosse Georg Friedrich Händel. Wie erklärst du dir seinen späten Ruhm?“
MS: „Bei Menschen, die sich mit Musik beschäftigt haben, befand er sich immer auf der höchsten Instanz. Sprach man jedoch vom „Großen Bach“, war nicht Johann Sebastian Bach gemeint, sondern sein Sohn Carl Philipp Emanuel Bach. Grund dafür war, dass er „moderner“ erschien, die Leute fanden seine Musik zur damaligen Zeit angemessener, angesagter. Doch genau dies verdeutlicht Johann Sebastian Bachs typisches Merkmal: Seine Musik geht über die Zeiten! Sie ist nicht zu einer bestimmten Phase „IN“ und zu seiner anderen Phase „OUT“ – sie überdauert alle Zeiten.“
BZ: „Hast du ein Lieblingsstück von ihm?“
MS: „Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich den Eröffnungschor aus der Matthäuspassion wählen.“
BZ: „Würdest du dieses Stück auch für das Klavier bearbeiten?“
MS: „Ich weiß nicht, ob es die gleiche Wirkung haben würde. Es kribbelt aber immer wieder in den Fingern, es auch mal auf Klavier zu spielen. Ab und zu spiele ich es auch für mich. So war es auch bei „Die Acht kleinen Präludien und Fugen“, die ich noch mit auf meine CD genommen habe. Dieses Stück habe ich eigentlich immer nur für mich selbst gespielt, daraus entstand dann irgendwann der Wunsch, es auch für eine CD aufzunehmen.“
BZ: „Zurück zu deiner CD: Auf was können wir uns freuen?“
MS: „Auf meiner CD gibt es drei Klavierkonzerte von Johann Sebastian Bach und meine eigene Bearbeitung von „Acht kleine Präludien und Fugen“ für die Orgel, ebenfalls von Bach. Jedoch steht die Autorfrage bei letzterem ein wenig in Frage, da das Archiv bezweifelt, ob es wirklich von Bach ist. Für mich ist das völlig egal! So schön, so emotional, solch wunderschöne Musik - das kann nur Bach sein.“
BZ: „Das gibt es zum allerersten Mal, so etwas hat es vorher nicht gegeben!“
MS: „Diese Klavierfassung gibt es zum aller ersten Mal, das stimmt. Ich habe sie selber angefertigt und es hat sie vorher noch keiner auf dem Klavier gespielt.“
BZ: „Wie bist du darauf gekommen, genau diese Werken zu bearbeiten?“
MS: „Ich habe mit einem guten Freund zusammen, der auch Klavier spielt, diese Werken immer wieder abends bei einem Glas Rotwein gespielt. Er hat auf dem Klavier die Bach-Partie und ich die Manual-Partie zum Besten gegeben. Wir haben es immer und immer wieder gespielt, sind in eine Art Rausch gekommen. Deswegen liebe ich diese Werke schon seit vielen Jahren und kam nun auf die Idee, die Stücke, die mich so begeistern, nach außen zu tragen.“
BZ: „Also ist es im Prinzip ein Bach-Stadtfeld.“
MS: „Genau (lach).“
BZ: „Oder sein Stadtfeld-Bach?“
MS: „Nein, nein. Ein Bach-Stadtfeld. Ich habe nicht viel hinzugefügt, sie jedoch natürlich so gesetzt, dass sie auf dem Klavier richtig toll klingen!“
BZ: „Die drei Konzerte auf deiner CD – welche sind das und warum hast du ausgerechnet diese ausgewählt?“
MS: „Ich habe schon vor einigen Jahren drei Klavierkonzerte von Bach eingespielt. Diese drei Konzerte auf meiner aktuellen CD fehlten noch und ich muss sagen, ich finde sie fast noch schöner. Es sind alles keine originalen Klavierkonzerte, sondern Bachs eigene Bearbeitung, zweimal eines Violen-Konzerts und einmal eines Oboen-Konzerts. Die haben auf dem Klavier so eine Spritzig-Lebendigkeit, ich persönlich finde sie auf dem Klavier noch viel schöner, auch wenn mir vielleicht jeder Geiger wiedersprechen würde (lach).“
BZ: „Bachs Musik begleitet dich schon lange, du hast ihr sozusagen deinen Karrierestart zu verdanken.“
MS: „Ich habe Bach sehr viel zu verdanken! Das weiß ich auch und ich gebe mich immer wieder gerne in seine Hände (grins).“
BZ: „Und dies seit 25 Jahren …“
MS: „Mit ungefähr fünf Jahren habe ich mit dem Klavier spielen angefangen. Seitdem beschäftige ich mich mit Bach und spiele seine Werke. Meine Auseinandersetzung hat sich dabei bis heute nicht verändert, denn sie kommt nach wie vor vom Herzen.“
BZ: „Welcher Titel auf der CD ist dein Favorit?“
MS: „Der erste Titel ist eigentlich mein Favorit, das ist der erste Satz vom D-Dur Klavierkonzert. Das ist ein großer Satz, der viel Schwung und Lebendigkeit hat und so mitreißend ist, dass man, wenn man das Stück spielt, sich dem nicht entziehen kann. Es macht so viel Freude, es zu spielen, man lässt sich einfach in einem großen Strom der Musik gleiten und es macht dabei unglaublich viel Spaß.“
BZ: „Welches Orchester begleitet dich?“
MS: „Das Philharmonische Kammerorchester München. Das Besondere bei der Aufnahme ist, dass wir keinen Dirigenten hatten. Lorenz Nasturica, der Konzertmeister der Münchener Philharmoniker, phänomenaler Geiger, wunderbarer Musiker und einfach toller Mensch, mit dem ich mich sehr gut verstehe, hat alles vom ersten Pult aus geleitet. Dies hat jeden einzelnen Musiker dazu gezwungen, hellwach zu sein und alles zu geben. Es gab einfach keinen Dirigenten, der vorne steht und „rumfuchtelt“ und die Verantwortung alleine trägt. Es war wie eine Kammermusik-Aufführung im Studio. Ein wunderbares Erlebnis mit diesem Orchester und ich freue mich auf jedes einzelne Konzert, was ansteht!“
BZ: „Bald bist du auf Tournee – wann und wo?“
MS: „Wir sind im Januar und im Februar auf Deutschlandtournee und besuchen alle wichtigen deutschen Städte. Wir spielen zum Beispiel in Hamburg, Frankfurt, München und Baden Baden. Überall gehen wir mit Bach auf Tour und spielen vor allem bei jedem Konzert alle drei Klavierkonzerte! Das ist ungewöhnlich, da ein Solist normalerweise nur ein Konzert spielt. Ich freue mich drauf!“
BZ: „Wie bereitest du dich darauf vor? Alle drei Konzerte zu spielen verlangt ja auch eine gewisse Kondition und vor allem Konzentration!“
MS: „Das ist absolut richtig! So viel Freude es auch macht: Bei drei Konzerten muss man sich wahnsinnig konzentrieren. Man kommt ungefähr 25mal an die gleiche Stelle und jedes Mal ist es aber eine andere Abzweigung die man nehmen muss. Nimmt man im Kopf einmal die falsche Abzweigung, dann ist man ganz woanders als das Orchester. Hoch konzentriert und hellwach muss man sein. Es fordert schon eine gewisse Disziplin, vom Kopf her so klar zu sein, jeden Abend in der Materie drin zu stecken.“
BZ: „Du spielst ohne Noten richtig?! Viele Künstler bauen sich Eselsbrücken, um eben nicht die falsche Abzweigung zu nehmen. Wie ist es bei dir?“
MS: „Gerade bei Bach kann die ein oder andere Eselsbrücke schon hilfreich sein. Man muss einerseits derjenige sein, der in dem Stück drin ist und spielt, andererseits derjenige, der über den Dingen steht und alles von oben steuert. Das ist eigentlich das, was die meiste Konzentration benötigt.“
BZ: „Drei Konzerte eines Mannes aus drei verschiedenen Zeiten – wie baut sich das auf und in was für einem Verhältnis stehen sie zueinander?“
MS: „Die Konzerte sind vom Charakter her natürlich unterschiedlich. Das G-Moll Konzert ist fast dramatisch mit einer romantischen Komponente. Das D-Dur Konzert ist sehr schwungvoll, aber auch feierlich und das A-Dur Konzert ist sehr quirlich, ganz verspielt. Das Faccettenreiche in den Klavierkonzerten von Bach ist für den Besucher besonders spannend zu hören. Wir präsentieren drei total verschiedene Werke.“
BZ: „Du sagtest, dass das eine Werk ursprünglich für die Violine komponiert worden ist und das andere für die Oboe. Orientierst du dich auch ein bisschen an deren Klangfarbe?“
MS: „Nein. Bei jeder Transkription ja, aber in diesem Fall nicht. Bach hat es selber fürs Klavier umgeschrieben und wenn man nicht wissen würde, dass zwei der Konzerte für die Geige und für die Oboe gewesen bestimmt sind, würde man auch nie auf die Idee kommen. Sie sind so pianistisch, ich muss mich gar nicht an der Geige orientieren. Ich kann es ganz allein aus dem Klavier heraus begreifen. In diesem Fall hat das Original für mich keine Bewandnis.“
BZ: „Kommen wir zu Franz Liszt. Dieses Jahr 2011 feiern wir seinen 200. Geburtstag. Was für ein Mann war er?“
MS: „Franz Liszt war für mich der Prototyp eines Romantikers. Nicht nur eines romantischen Musikers, sondern auch eines romantischen Menschen. Er hat versucht, den Sinn seines Lebens zu finden, hat sich in den Extremen bewegt, hatte dieses Jetset Leben, wo er von einem Konzert zum anderen wie ein Weltstar gereist ist. Die Damen sind zum Teil ohnmächtig geworden, sobald er in den Saal kam, er muss eine unglaubliche Aura und Ausstrahlung gehabt haben. Im Kontrast dazu führte er ein Priesterleben. Er brauchte diesen Ausgleich. Auch in unserem heutigen Leben ist es schwierig, Zufriedenheit zu erlangen, ohne dass das Leben langweilig wird. Diese Frage haben sich die Romantiker gestellt: Wie komme ich mit mir selbst klar. Franz Liszt war in diesem Fall wirklich ein Ideal und das macht ihn als Persönlichkeit so unglaublich spannend.“
BZ: „Wie schaffst du den Ausgleich? Deine Konzerte besuchen ja auch viele Groupies.“
MS: „Naja es geht (lach). Ich versuche, es nicht ganz so ernst zu nehmen. Mir ist bewusst, dass das was ich in der Öffentlichkeit bin, eine gewisse Projektion hat. Das, was die Leute in einem sehen, und das, was die Leute in einem sehen möchten. Man projiziert etwas in einen Menschen hinein. Das hat gar nichts mit mir zu tun und deswegen nehme ich es auch nicht allzu ernst. Ich liebe den Beruf, den ich mache, weil ich Musik spielen kann. Ansonsten versuche viel für mich zu sein, was man als Pianist sowieso ist, Spaziergänge zu machen oder mit meiner Frau in den Urlaub zu fahren.“
BZ: „Deine Frau? Das wissen wir ja noch gar nicht oder?“
MS: „Nein?! Ich bin jetzt seit einem Jahr verheiratet (grins).“
BZ: „Och wie toll! Herzlichen Glückwunsch! Erzähl mal, ist sie auch Musikerin?“
MS: „Glücklicherweise nicht (lach). Sie arbeitet in einem ganz anderen Bereich, in einem Konzern. Das ist auch gut so, wenn man verschiedene Lebenswelten hat und sich nicht alles immer nur um die Musik dreht.“
BZ: „Hätten wir das mitbekommen, hätten wir das natürlich gefeiert!“
MS: „Ich wollte eigentlich nicht, dass es jemand mitbekommt. Jedoch habe ich am Abend unserer Hochzeit ein Konzert in der Essener Philharmonie gespielt, wo wir uns kennengelernt haben! Die Feier fand um das Konzert herum statt. Es war ein Konzert der Wiener Symphoniker. Ich hatte es eigentlich niemandem erzählt, nur dem Konzertveranstalter, mit dem hatte ich kurz drüber geredet. Nach dem Konzert kam er auf die Bühne und verkündete öffentlich, dass ich heute geheiratet hätte. Und was passierte dann: Die Wiener Symphoniker haben mir den Hochzeitsmarsch als Ständchen gespielt!“
BZ: „Das heißt, deine Frau saß damals vor fünf Jahren als Fan im Publikum?“
MS: „Sie war kein Groupie, sondern sie wurde von ihrer Firma geschickt. Ich sollte auf einer Konzerntagung spielen und sie sollte mich darüber informieren. Daraus wurde letztendlich mehr.“
BZ: „Wie schön, das freut mich zu hören! Wir waren bei Franz Liszt – ich muss sagen, ich hatte eine etwas andere Antwort auf meine Frage erwartet, wie du deinen persönlichen Ausgleich schaffst. Ich hatte an sowas wie schnelle Autos oder Vettel gedacht (lach).Interessiert dich Formel 1?“
MS: „Nicht mehr. Früher habe ich es hin und wieder geguckt. Formel 1 hat mich nie so begeistert, wie es andere Leute begeistert, weil zu wenig überholt wird, finde ich (lach). Also wenn, dann richtiger Rennsport, wo die richtigen Rowdies zu Gange sind.“
BZ: „Bist du eher der „Rowdy“ oder der „Brave“ am Steuer?“
MS: „Ich bin eher der Ruhige am Steuer. Ich kann es mir gar nicht leisten, ich fahre so viel Auto, dann würde ich meinen Führerschein längst nicht mehr haben. Ich bin aber trotzdem schnell unterwegs und genieße es auch. Mir kommen beim Auto fahren nach wie vor die besten Ideen.“
BZ: „Nun aber zurück zu Liszt. Franz Liszt als Komponist?“
MS: „Franz Liszt ist als Komponist immer noch unterschätzt, denn er hat grandiose Werke komponiert gerade für das Klavier! Ich liebe zum Beispiel die H-Moll Sonate, dies ist eins der ganz großen Werke der Romantik. Es ist immer wieder ein Erlebnis, es zu spielen. Man weiß nie genau, was das Stück mit einem macht. In einem selbst passiert so viel, da es, wie in Liszts Leben, so extrem ist. Man hat diese Ausbrüche, zu denen man sich auch zwingen muss, und diese innerlichen Momente, wo man das Gefühl hat, man hält eigentlich nur noch Zwiesprache mit sich selbst und dabei hören die Leute einem zu. Man kann keine gegensätzlichere und extremere Musik schreiben. Das Werk hat eine Gesamt-Dramaturgie, die phänomenal ist.“
BZ: „Hättest du ihn gerne kennengelernt?“
MS: „Franz Liszt auf jeden Fall! Er ist uns in vielen Dingen, wie er mit seinem Leben und der Moderne umgegangen ist zum Beispiel, um einiges voraus. Die Romantiker haben ihr Leben als modernes Leben empfunden, die Welt als laut und lärmig. Man muss versuchen, sich nicht zu verlieren, bei sich zu bleiben. Er hat sich dieselben Fragen gestellt wie wir und das ist sehr interessant.“
BZ: „Was hättest du mit ihm gemacht?“
MS: „Es wäre wahrscheinlich das Größte gewesen, Liszt am Klavier zu erleben! Wir gehen davon aus, dass Franz Liszt der größte Pianist aller Zeiten war und ich bin mir sicher, dass es so war. Man spürt es auch, wenn man seine Werke spielt. Es ist einfach meisterhaft, diese Werke für das Klavier gesetzt sind. Leider gibt es keine Aufnahmen. Diese begannen erst mit Rachmaninow, der auch einer der ganz Großen war – ihn können wir hören, Liszt nicht.“
BZ: „Danke für das Gespräch!“

















































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