Linda Marschall trifft Nigel Kennedy

Nigel Kennedy begeisterte in der Hamburger Laeiszhalle 2010 mit seiner speziellen Mischung von Klassik meets Jazz. Das Besondere: Kennedy hatte erstmals selbst die Orchester-Arrangements komponiert! Linda Marschall traf den Musiker nach dem Konzert zum Gespräch. Lesen Sie hier noch einmal ihre Eindrücke, die Marschall über Kennedy gesammelt hat.
Nigel Kennedy und Linda Marshall
Nigel Kennedy live in Hamburg

Linda Marschall über das Konzert von Nigel Kennedy:

"Von der Jazz-Klassik-Mischung war das Publikum begeistert. Die Laeiszhalle war fast voll. Es gab minutenlange Standing-Ovations und wie es bei Jazz-Arrangements immer ist, Zwischenapplaus. Und Nigel ist ja immer sehr locker. Er plauderte über sein Lieblingsthema "Fußball" und lobte St. Pauli und die deutschen Fans. Er spielte auch Eigenkompositionen, das war Gänsehautfeeling pur!

Kennedy trug eine Lederjacke mit abgeschnittenen Ärmeln und natürlich die legendäre Punker-Frisur. Er wechselte öfter zwischen seiner elektrischen und seiner klassischen Geige hin und her.
Als er das 1. Mal auf die Bühne trat, bemerkte er, dass sein Hosenstall offen war! Das hat er aber sehr lustig überspielt. In einem Duett mit einem Bläser wurde dann bald klar, dass sie darum kämpften, wer den Ton länger halten kann und dann stieß ihm Nigel einfach irgendwann mit dem Bogen in den Bauch. Ansonsten war er immer sehr charmant, flirtete ununterbrochen mit den Orchestermitgliederinnen und den Frauen im Publikum.
 
Sein Orchester behandelte er wie eine Band, er stellte alle Mitglieder vor und das Ganze war eher eine Jam Session als ein Klassik Konzert. Vieles war improvisiert auch mit dem Orchestra of Life, das aus sehr jungen Mitgliedern - überwiegend aus Polen - bestand. Als ich hinter die Kulissen guckte, war es eine richtige Klassenfahrtsatmosphäre. Und fröhlich ging‘s dann auch mit Nigel hinter den Kulissen zu."