Oskar Schindler – Lebemann und Lebensretter

Oskar Schindler – Lebemann und Lebensretter

Neue Ausstellung des Sudetendeutschen Museums vom 07.06. bis 27.10.2024

Oskar Schindler – Lebemann und LebensretterFoto: SDM | Daniel Mielcarek

Der sudetendeutsche Unternehmer Oskar Schindler (1908–1974) aus Zwittau/Svitavy im mährischen Schönhengstgau rettete gemeinsam mit seiner Frau Emilie 1200 Juden vor den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten. Dieser Akt der Menschlichkeit und Zivilcourage wurde erst 1993 mit dem Spielfilm Schindlers Liste einer breiten Öffentlichkeit in der Welt bekannt.

Lebensstil und Lebenswandel Oskar Schindlers entsprechen nicht den allgemeinen Vorstellungen von einem Helden. Leichtfertiger Umgang mit Geld und mit Frauen, die Tätigkeit als Agent der Wehrmachtsspionage und als Kriegsgewinnler zeichnen eher das Bild eines charakterschwachen Menschen. Aber in den dunkelsten Stunden Europas während des zweiten Weltkrieges und der Schoah wurden aus dem Lebemann Schindler der Lebensretter Schindler und aus den Geretteten die „Schindlerjuden“.

Aus Anlass des 50. Todestages von Oskar Schindler am 9. Oktober 2024 erzählt das Sudetendeutsche Museum in einer Sonderausstellung in zehn Kapiteln die Geschichte seines Lebens und seiner Rettungsaktion. Nach der Ausstellungseinführung „Oskar Schindler – Lebemann und Lebensretter“ titeln die weiteren Kapitel: Heimat in Mähren – Der Lebemann – Das Rad im NS-Getriebe – Der Unternehmer – Schindlers Liste(n) – Die Lebensretter Oskar und Emilie – Vom Retter zum Geretteten – Schindlers Koffer – Würdigungen. Zu Oskar Schindlers persönlicher Tragik gehört, dass er nach dem Krieg trotz massiver Bemühungen seiner jüdischen Freunde weder wirtschaftlich noch privat Fuß fassen konnte und am Ende seines Lebens nahezu vergessen war.

Alle Informationen rund um das attraktive Begleitmaterial finden Sie hier.

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Foto: SDM | Daniel Mielcarek

Das Museum

Das Sudetendeutsche Museum ist das zentrale Museum der deutschsprachigen Bevölkerung in den historischen Ländern Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien, der heutigen Tschechischen Republik. Über Jahrhunderte prägte das Zusammenleben von Deutschen, Tschechen und Juden die Kultur dieser Region im Herzen Europas.

Das Museumsgebäude wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sudetendeutschen Haus im Zentrum Münchens in der Nähe des Gasteigs errichtet. Trägerin ist die Sudetendeutsche Stiftung. Unter der Schirmherrschaft des Freistaates Bayern erfolgten am 16. September 2016 die Grundsteinlegung und am 12. Oktober 2020 die Eröffnung des Museums.

Zwischen 2016 und 2020 hat ein Team aus Wissenschaftlern, Gestaltern und Medienplanern die Dauerausstellung erarbeitet. Sie erläutert mit authentischen Objekten und unter Verwendung moderner Medientechnik die Landes-, Kunst- und Kulturgeschichte.

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Foto: Sudetendeutsches Museum