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Klassik Radio Spezial

mit PRO RETINA e.V.

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PRO RETINA Deutschland e.V., eine Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen, wurde vor 40 Jahren von Betroffenen und deren Angehörigen als gemeinnütziger Verein gegründet, um sich selbst zu helfen.


AMD-Kein Grund zum Aufgeben

Hinter der Diagnose „Altersabhängige Makula-Degeneration“ (AMD) verbirgt sich eine Erkrankung, die nicht heilbar ist. Betroffen ist die Netzhaut im Auge an der Stelle des schärfsten Sehens. Die Nachricht schockiert die meisten zunächst, schreitet bei den meisten betroffenen Menschen aber langsam voran und ist schmerzfrei.
In der Mitte des Seh-Eindrucks sieht der Patient zunehmend verzerrt oder hat blinde Flecken in seinem Bild. Erste Anzeichen für krankhafte Veränderungen können „tanzende“ Buchstaben, Wellen schlagende Linien sein oder verschwimmende Gesichter sein. Auch eine sich verschlechternde Sehkraft kann ein ernstzunehmendes Indiz für eine beginnende altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) sein.

Typische Veränderungen des Sehens zeigen die Simulationsbilder:

  

  

Folgen für alle Lebensbereiche

In vieler Hinsicht wird das Leben schwerer, wenn die Sehkraft nachlässt. Die Herausforderungen nehmen zu - ob in der Gestaltung des Alltags, im Familienleben, in der Partnerschaft oder im Beruf, aber auch und in der Begegnung mit Freunden oder Nachbarn.
Oft macht überhaupt erst die Einschränkung des Sehsinns deutlich, wie viel wir im Leben mit einem Blick erledigen – vom schnellen Blick zur Uhr, über den Preisvergleich im Supermarkt und der Prüfung, ob zwei Kleidungsstücke zusammenpassen bis hin zu den Momenten, in denen Sehen Freude und Lebensglück schenkt:
Wenn wir beispielsweise einen geliebten Menschen anschauen, ein Kind heranwachsen sehen, eine Landschaft, einen Film oder ein Gemälde miit unseren Augen wahrnehmen. Dies alles ist nicht mehr – in vollem Umfang – möglich.

Das Kompetenznetzwerk der PRO RETINA Selbsthilfe

Und dennoch: das Leben entwickelt neue Freuden, nicht zuletzt auch durch die befriedigende Erfahrung, ein Leben mit Einschränkung gut zu meistern.

Betroffenen Menschen, aber auch ihren Angehörigen, helfen auf ihrem Weg dahin Information, und Austausch zu

  • medizinischer Therapien und Vorbeugung,
  • optischen Hilfsmittel und Alltagshilfen,
  • sozialen Angeboten, Beratung und Training,
  • Erfahrungen von anderen Patientinnen, aus denen man lernen kann.

In der PRO RETINA Deutschland finden Sie dafür Ansprechpartner und Orientierungshilfen. In der ältesten Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Netzhauterkrankungen hat sich ein einzigartiges Kompetenznetzwerk etabliert. In fast 60 regionalen Gruppe findet regelmäßiger Austausch statt.

Lebensstiländerung stellt frühe Weichen

Eine rechtzeitige Lebensstiländerung kann Menschen mit hohem Risiko, an altersabhängiger Makula-Degeneration (AMD) zu erkranken, bis ins fortgeschrittene Alter vor dem Verlust des Sehvermögens schützen. Das ist ein zentrales Zwischenergebnis des europäischen Forschungsprojekts EYE-RISK

Nikotinverzicht, viel Gemüse und Fisch, 6000 Schritte täglich

Konkret sollte auf dem Speiseplan wenig industriell prozessierte Nahrung, dafür viel frisches, vitaminreiches Gemüse stehen. Fisch, Olivenöl und Omega-3-Fettsäuren, wahlweise auch in Form von Fischöl-Kapseln, schützen, wenn dies über längere Zeit regelmäßiger Bestandteil der Ernährung ist. Für die körperliche Aktivität als schützender Lebensstilfaktor liegen ebenfalls konkrete Anweisungen vor.
Die Daten des EYE RISK-Projektes zeigen, dass sich die AMD bei Menschen, die so leben, wesentlich langsamer entwickelt. „Im besten Fall kommt es dann gar nicht zur Spätform der AMD, die Betroffenen können weiterhin Auto fahren oder lesen und damit ein selbständiges und unabhängiges Leben führen“, erklärte Professor Dr. rer. nat. Marius Ueffing vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen, der das EU-Projekt koordinierte, kürzlich  zum Abschluss des Projektes.
„Für einen älteren Menschen sind 5000 bis 6000 Schritte täglich empfehlenswert, also ein Spaziergang von etwa einer Stunde Dauer“, so Ueffing. Alternativ kann auch eine dem Alter und den individuellen Voraussetzungen entsprechende sportliche Aktivität helfen.

Besonders gefährdet, an AMD zu erkranken, sind Personen, deren enge Verwandte an der Netzhauterkrankung leiden. „In diesem Fall sollte man ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich zum Augenarzt gehen und sich auf Ablagerungen im Augenhintergrund untersuchen lassen, auf sogenannte Drusen“, rät Ueffing. Erkennt der Augenarzt solche Fett- und Proteinablagerungen, ist der Zeitpunkt gekommen, den Lebensstil konsequent umzustellen. „Hat einmal ein Zellsterben im Auge eingesetzt, kann man den Prozess nur noch verzögern“, warnt Ueffing.

Kennen Sie Ihr Risiko?

Es gibt eine einfache Möglichkeit zur Selbstkontrolle – den so genannten Amsler-Gitter-Test.

So funktioniert es: Halten Sie die Abbildung in bequemer Lesedistanz. Falls Sie eine Lesebrille oder Kontaktlinsen benutzen, tragen Sie diese auch bei dem Test. Decken Sie ein Auge ab und konzentrieren Sie sich mit dem anderen Auge auf den Punkt in der Mitte. Erscheinen die Linien des Netzes gerade oder in bestimmten Bereichen verzerrt, verschwommen, unscharf oder schlagen Wellen? Dies könnte ein erster Hinweis auf eine krankhafte Veränderung sein und Sie sollten zeitnah Ihren Augenarzt konsultieren.

AMD – eine unbekannte Volkskrankheit

An einer altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) zu erkranken ist für Menschen im Alter über 60 Jahre mit hohem Risiko verbunden. AMD ist die häufigste Ursache für eine Erblindung im Alter in westlichen Ländern. Mit steigender Lebenserwartung nimmt die Zahl der Betroffenen zu und vor allem die Zahl derer, die mit schweren Seheinschränkungen leben müssen. Schätzungen zufolge sind heute deutschlandweit bis zu sieben Millionen Menschen von einer Früh- oder Spätform der AMD betroffen.
Dennoch ist die Netzhauterkrankung, bei der die zentrale Sehschärfe des Auges ganz oder teilweise verloren geht, in der Öffentlichkeit bisher noch weitgehend unbekannt.
„Das müssen wir dringend ändern“, so Franz Badura, Vorsitzender der Selbsthilfevereinigung PRO RETINA Deutschland „Insbesondere die ermutigenden Forschungsergebnisse von EYE RISK zeigen neue Wege der Prävention für uns alle auf.“ PRO RETINA macht sich stark dafür mit ihrer diesjährigen AMD-Aktionswoche.

Mehr Informationen unter www.pro-retina.de/amd

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