Antonio Vivaldi

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„Il Prete Rosso“ – zu Deutsch „Der rote Priester“. Gemessen an diesem Spitznamen würde man niemals auf einen der bekanntesten Komponisten des Barocks schließen, der sich wegen seiner roten Haare diese Bezeichnung einfing. Er galt als virtuoser Violinist, der auch eine Vielzahl seiner Werke für die Geige komponiert hat. Die Rede ist von Antonio Vivaldi.

Ein zeitloses Werk

Frühling, Sommer, Herbst und Winter musikalisch vertont, diese Einzigartigkeit kann nur Antonio Lucio Vivaldi aufbieten. „Le quattro stagioni“ ist mit Abstand sein bekanntestes Werk und stellt einen großartigen Vertreter der Programmmusik dar. Jede Jahreszeit setzt sich zusammen aus drei Sätzen, welche die jeweilige Jahreszeit auf unterschiedliche Art und Weise zum Ausdruck bringen: das ruhigere Largo im zweiten Satz des Winters erzeugt ein Bild von flackerndem Kaminfeuer vor verschneiten Fenstern, dagegen steht das Presto im dritten Satz des Sommers, wodurch der Übergang zum Herbst durch ein tosendes Gewitter dramatisiert wird. Neben Wetterphänomenen hat Vivaldi auch Motive vertont, wie Gewehrschüsse (Allegro, 3. Satz, „Herbst“) oder einen schlafenden Hirten (Largo, 2. Satz, „Frühling“). Jedem Konzert einer der vertonten Jahreszeiten liegt ein Sonett zugrunde. Im Jahr 1725 veröffentlichte Vivaldi sein Meisterstück als Bestandteil der Sammlung Opus 8 mit dem Titel: „Il cimento dell´ armonia e dell´ inventione“, zu Deutsch: „Das Wagnis von Harmonie und Erfindung“.
„So ist der Winter. Doch bringt er auch Freude.“ Diese Worte schließen das letzte Wintersonett.

Nemanja Radulovic spielt Vivaldi:

Vivaldi als Priester

Als Antonio Vivaldi 15 Jahre alt war, nahm seine Laufbahn als zukünftiger Geistlicher an Fahrt auf. Ihm war zwar nicht automatisch eine Karriere im Dienste der Kirche vorbehalten, jedoch waren so die ersten Grundbausteine gelegt. Genau zehn Jahre nach Beginn seiner Ausbildung, also im Alter von 25 Jahren, erhielt er seine Priesterweihe und arbeitete fast zwei Jahre als Priester, dann kehrte er diesem Amt für immer den Rücken.

Assortiment an Werken

Antonio Vivaldi hat eine beeindruckende Bandbreite an Werken hinterlassen, angefangen bei fast 250 Solokonzerten für Violine, etwa 21 Konzerte für Kammerorchester, beinahe 40 Fagottkonzerte, bisher 49 entdeckte Opern, wobei Vivaldi behauptet, 94 komponiert zu haben. Insgesamt sind 13 Opera überliefert, jedoch besteht seit den 1970-er Jahren der Verdacht, dass der 13. Opus nicht von Vivaldi selbst stammt, wegen der ausgeprägten französischen Stilelemente, die für Vivaldi sehr untypisch waren. Stattdessen soll Nicolas Chedeville die sechs Sonaten für Soloinstrument und Bassbegleitung geschrieben haben.


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Verschiedene Stationen

Antonio Vivaldi komponierte einen Großteil seiner Violinkonzerte für ein Mädchenwaisenhaus in Venedig, dem Ospedale della Pietá. Er gab ab 1703 Instrumentalunterricht und im Jahr 1716 stieg er dann zum musikalischer Leiter (maestro dé concert) auf. Durch sein Engagement brachte Vivaldi dieses Orchester zu großer Bekanntheit, viele Reisende kamen nach Italien, um dieses allein mit Mädchen besetzte Orchester spielen zu hören. Parallel arbeitete er auch als „Impresario“, also Geschäftsführer des Teatro San Angelo in Venedig. Im Alter von 40 Jahren kehrte er Venedig vorerst den Rücken und komponierte in Mantua unter Prinz Philipp von Hessen-Darmstadt verschiedene Opern und Kirchenmusik. Acht Jahre später zog er zurück nach Venedig. 1740 reiste Antonio Vivaldi nach Wien, um mit dem Wandel des venezianischen Musikgeschmacks mitzugehen und sich dementsprechend anzupassen. Doch nicht mal ein Jahr danach starb er unbeachtet in Österreichs Hauptstadt.

Besonderheiten bei Antonio Vivaldi

Sein musikalischer Stil zeichnete sich besonders durch eine sehr variationsreiche Verwendung von Instrumenten aus, angefangen von klassischen Streich- oder Blasinstrumenten hin zum Salterio, einem italienischen Hackbrett. Gleichzeitig ist Vivaldi die Etablierung des Solokonzerts so wie die Durchsetzung der Dreisatzform beim Komponieren zuzuschreiben. Dadurch, dass er die Geige selbst sehr virtuos bespielen konnte, hatte dies auch starken Einfluss auf seine Werke für Orchester. Er erzeugte gerne sogenannte Klangflächen durch den Einsatz vieler Soloinstrumente, bis zu 16 Stück wurden teilweise verwendet. Die Inhalte seiner Werke bezog er aus antiken Sagen und mythologischen Erzählungen, dabei verarbeitete er auch zahlreichen geographischen Einflüsse. Es lässt sich also abschließend sagen, dass Antonio Vivaldi ein wahrer Experimentierfreund gewesen ist und sich diese Eigenschaft auch in seinem kompositorischen Schaffen widerspiegelt.

   

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