Clara Schumann

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Sie gilt als die bedeutendste Pianistin ihrer Zeit – Clara Schumann. Sie war Musikverlegerin, Komponistin, Pianistin und Mutter von acht Kindern. Ein Multitalent, das drei Eigenschaften besonders herausstellte: Pflichtbewusstsein, Leidenschaft und Liebe.

Clara Schumann lernte erst mit vier Jahren sprechen

Geboren wurde sie am 13. September 1819 als Clara Josephine Wieck in Leipzig. Sie hatte insgesamt sieben Geschwister, wobei drei von ihnen Halbgeschwister waren. Ihre Eltern, Friedrich Wieck und Mariane Wieck, trennten sich nämlich, als Clara gerade vier Jahre alt war. Ihr Vater war ein studierter Theologe, der sich wegen seiner Liebe zur Musik am Klavier ausbilden ließ. Er gründete auch eine Klavierfabrik und eine Leihanstalt für Musikalien. Ihre Mutter war eine Pianistin und Sängerin.

Clara Schumann lernte erst sehr spät, vermutlich mit vier Jahren, sprechen. Warum ist leider nicht bekannt. Erst ein Jahr nach der Trennung ihrer Eltern fing sie an zu sprechen. Mit fünf Jahren startet ihre Klavierausbildung bei ihrem Vater. Von da an wohnte Clara bei ihm.
Nur im ersten Jahr hatte Clara auch eine Klavierlehrerin. Weil Claras Vater ihr Talent früh erkannte, wollte er aus ihr ein Wunderkind machen. Deswegen nahm er sie auch aus der öffentlichen Schule und ließ das Kind privat unterrichten.

Dadurch lag der Schwerpunkt ihrer Ausbildung auf der Musik. Clara durfte noch ein paar Fremdsprachen lernen und als eine Art Ausgleich spazieren gehen. Sie feierte schon früh große Erfolge und wurde so zum Aushängeschild der Methoden ihres Vaters.

Im Namen der Tochter

Eine Besonderheit ist, dass Claras Vater in ihrem Namen Tagebuch geführt hat.

„Mein Vater, der längst schon vergebens auf eine Sinnesänderung von meiner Seite gehofft hatte, bemerkte heute nochmals, dass ich immer noch so faul, nachlässig, unordentlich, eigensinnig, unfolgsam etc. sei, dass ich dies namentlich auch im Klavierspiel sei, und weil ich Hüntens neue Variationen op. 26 in seiner Gegenwart so schlecht spielte und nicht einmal den ersten Teil der 1. Variation spielte, so zerriss er das Exemplar vor meinen Augen, und von heute an will er mir keine Stunde mehr geben, und ich darf nichts weiter spielen als die Tonleitern, Cramers Etüden und Cerny-Trillerübungen.“ - Gerd Nauhaus, Nancy B. Reich (Hrsg.): Clara Schumann, Jugendtagebücher 1827–1840. Hildesheim: Olms 2019, S. 48.

Ihr Vater war offensichtlich etwas strenger, aber Clara war ihm immer dankbar für ihre Ausbildung, wie sie in ihrem - eigenen - Tagebuch festhielt:
„Seine Natur hatte etwas Großartiges, von Kleinlichkeit wusste er nichts; wo er nützen konnte, war er stets bereit; mehr als das, er suchte die Gelegenheiten dazu, er interessierte sich aufs lebhafteste, wo er Talent zu finden glaubte und frug dann nie, ob er Lob und Dank haben würde.“

Die Musik und ihre Familie waren Claras Leben

Ihre erste Komposition verfasste Clara Schumann im Alter von zehn und elf Jahren, die Quatre Polonaises op. 1. Diese wurde 1831 veröffentlicht.



Ihr Vater schaffte es, Clara durch Konzertreisen so bekannt zu machen, dass sie im In- und Ausland neben Pianisten wie Adolph Henselt, Sigismund Thalberg und Franz Liszt genannt wurde. Ganz Wien geriet in eine Art Clara-Wieck-Fieber, als die damals 18-Jährige dort auftrat. Der Kaiser Ferdiand I. nannte sie ein Wunderkind und erklärte sie zur kaiserlich königlichen Kammervirtuosin.

Clara vor Robert

Ihr Leben lang musizierte sie und stand dabei häufig vor ihrem Mann im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, nicht gerade zum Gefallen ihres Mannes Robert Schumann. Er sah sie lieber als die Frau an seiner Seite und als Mutter seiner Kinder. Doch Clara war eine starke Frau und setzte sich durch. Unter anderem auch deshalb, weil ihr Mann gesundheitliche Probleme hatte und Clara als Klavierlehrerin oder durch Konzerte für den Unterhalt der Familie sorgen musste. Heute gilt Clara Schumann aufgrund ihrer herausragenden Arbeit als die berühmteste Pianistin des 19. Jahrhunderts.

Clara Schumann und die Liebe

Ihren Ehemann, Robert Schumann, lernte Clara schon mit achteinhalb Jahren kennen. Er wohnte ein Jahr lang bei den Wiecks und ließ sich von Friedrich Wieck unterrichten. Währenddessen erzählte Robert, der damals 20 Jahre alt war, Clara und ihren beiden Brüdern selbst erfundene Märchen. Ihren ersten Kuss hatte Clara im November 1835 mit Robert Schumann. Sie war gerade 16 Jahre alt und Robert Schumann schwärmte noch viele Jahre später in Briefen von diesem Kuss. Er nannte sie zärtlich seine „Zilia“ oder auch „Chiara“. Zur gleichen Zeit des Kusses komponierte er gerade den Klavierzyklus „Carneval op. 9“ und nannte ihn „Chiarina“.

Liebe mit Hindernissen

Claras Vater Friedrich war von der Beziehung der beiden gar nicht begeistert und schickte seine Tochter auf Konzertreisen. Dabei überwachte er sie fast rund um die Uhr und verbot ihr auch Briefe an Robert zu schreiben. Schlussendlich brachte er Clara zu dem befreundeten Ehepaar Serre in die Nähe von Dresden. Aber der Plan ging nicht auf, denn die Serres waren für die Verbindung der Liebenden.

Bis zu ihrer Hochzeit war es ein stetes Hin und Her. Als Robert 1837 bei Friedrich Wieck um Claras Hand anhielt, lehnte dieser ab und verbot beiden jeglichen Kontakt. Erst als Clara bei ihrem Vater auszog, konnte sie selbst bestimmen, wen sie heiraten wollte.
Sie schrieb in ihr Tagebuch:

„Roberts Liebe beglückt mich unendlich. – Ein Gedanke beunruhigt mich zuweilen, der, ob ich es auch vermögen werde, Robert zu fesseln! Sein Geist ist so groß […] Jetzt trachte ich auch darnach, so viel als möglich mit der Künstlerin die Hausfrau zu vereinen. Das ist eine schwere Aufgabe! Meine Kunst lasse ich nicht liegen, ich müsste mir Vorwürfe machen. Sehr schwer denke ich mir die Führung einer Wirtschaft, immer das rechte Maß und Ziel zu treffen, nicht zu viel auszugeben, aber auch nicht in Geiz zu verfallen. […] Meine größte Sorge ist seine Gesundheit! Sollte ich den Schmerz erfahren müssen, ihn zu verlieren– ich wüsste nicht, ob ich den Mut hätte, noch zu leben.“

Das Leben nach der Hochzeit

Bis zur Hochzeit am 12. September 1840 wohnte Clara bei ihrer Mutter in Berlin. Das Ehepaar zog daraufhin nach Leipzig. Von da an hatte Clara zwei Karrieren gleichzeitig. Auf der einen Seite als Ehefrau den Haushalt führen und auf der anderen Seite als Künstlerin weiter ihrer Leidenschaft folgen. Insgesamt bekamen die beiden acht Kinder.



Robert Schumann hatte Zeit seines Lebens, immer wieder mit starken Erkrankungen zu kämpfen, wodurch ihre Ehe belastet war. Nachdem er versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, wurde Robert in eine Nervenheilanstalt gebracht. Auf Anraten der Ärzte besuchte Clara ihn erst nach über zwei Jahren zwei Tage vor seinem Tod am 27. Juli 1856.  

Clara Schumann und Johannes Brahms

Über die Beziehung zwischen Clara Schumann und Johannes Brahms gibt es viele Spekulationen. Nachdem Johannes Brahms zu den Schumanns in einer Zeit kam, in der sie eine schwierige Phase durchmachten, wurde er zu einer wichtigen Bezugsperson. Clara und er schrieben sich viele Briefe bis zum Tod von Robert Schumann. Die Briefe sind zum Großteil nicht überliefert, da beide beschlossen hatten diese zu vernichten. Allein Clara hat einen Teil der Briefe behalten, aus denen sich heute erahnen lässt, wie innig die Beziehung mit der Zeit wurde.



In einem der letzten Briefe vom Mai 1856 schrieb Johannes Brahms an Clara:
„Meine geliebte Clara, ich möchte, ich könnte Dir so zärtlich schreiben, wie ich Dich liebe, und so viel Liebes und Gutes tun, wie ich Dir’s wünsche. Du bist mir so unendlich lieb, dass ich es gar nicht sagen kann. In einem fort möchte ich Dich Liebling und alles Mögliche nennen, ohne satt zu werden, Dir zu schmeicheln. […] Deine Briefe sind mir wie Küsse.“

Fun Fact über Clara Schumann

Wer noch die D-Mark erlebt hat, hat Clara Schumann vielleicht das ein oder andere Mal in der Hand gehalten. Sie war nämlich das Gesicht auf dem 100 DM Schein.

Der Tod von Clara Schumann

Nach dem Tode ihres Ehemanns lebte Clara noch 40 Jahre. In der Zeit gab sie zahlreiche Konzerte und betreute den Nachlass ihres Mannes. Es war ihr besonders wichtig, dass dieser nicht in Vergessenheit gerät.
Ihr letztes Konzert gab Clara am 12. März 1891 mit 71 Jahren. Sie litt schon seit einiger Zeit an einem „Kopfleiden“, das zur allmählichen Schwerhörigkeit führte. Nur noch die Klänge eines Klaviers konnte sie ertragen, ein ganzes Orchester aber nicht.

Am 20. Mai 1896 starb sie in Folge zweier Schlaganfälle im Alter von 76 Jahren. Sie wurde neben ihrem Mann auf dem alten Friedhof in Bonn beigesetzt.

Klassik Radio Select hat sowohl Clara Schumann als auch Robert Schumann einen eigenen Channel gewidmet.
   

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