Edvard Grieg

edvard-grieg © Karl Anderson
Die Musik begleitete und umgab ihn sein Leben lang. Bereits in den Kinderschuhen umhüllte und füllte sie Griegs Leben, ließ ihn Schicksalsschläge verarbeiten.
Als einer der bedeutendsten Pianisten und Komponisten der Romantik blieb die Musik stets der herausragendste Teil seines Lebens.

Kindheit und Jugend

Edvard Hagerup Grieg wurde am 15. Juni 1843 als viertes Kind einer wohlhabenden Familie in Bergen in Norwegen geboren. Während sein Vater als britischer Kaufmann und Konsul die Familie ernährte, arbeitete Griegs Mutter Gesine als Dichterin und Pianistin. Sie war die angesehenste Klavierlehrerin der Stadt und legte ihrem Sohn damit das Talent in die Wiege.

Durch seine Mutter war Edvard Grieg bereits in seiner Kindheit stets von Musik umgeben. So veranstaltete Gesine wöchentliche Musikkreisen und erteilte ihrem Sohn ab seinem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht. Grieg selbst war stets davon überzeugt, dass die von ihm genossene Erziehung und sein liebendes Elternhaus ihn stark in seinem späteren Schaffen beeinflusste.

Bereits im Alter von neun Jahren begann der Junge Musikstücke für Klavier zu komponieren, diese wurden später auch teilweise in seiner Gesamtausgabe veröffentlicht.

Schulzeit Griegs

Während die Musik in seinem Elternhaus stets präsent war, besuchte Grieg eine naturwissenschaftlich geprägte Schule. Später sprach er negativ von seiner Schulzeit und seinen Lehrern, die ihn für seine Leidenschaft und sein Talent verhöhnt haben sollen.

Im Alter von 15 begann er, durch die Unterstützung und Empfehlung des Geigers Ole Bulle, sein Studium am Leipziger Konservatorium. Während seines Studiums machte er wieder eher negative Erfahrungen, da seine Kompositionen oft als zu futuristisch angesehen wurden.

1860 brach der junge Edvard schließlich sein Studium ab, nachdem er durch eine Brustfellentzündung einen Lungenflügel verlor.

Edvard Griegs Schaffenszeit

Im Jahr 1862 feierte Grieg sein Debüt als Pianist in Karlshamn, Schweden. Ein Jahr später ging er nach Kopenhagen, dort traf er auf den Komponisten Rikard Nordraak. Dieser nahm einen entscheidenden Einfluss auf die Musik Griegs. Nordraak begeisterte den Künstler für die nordische Volksmusik, die bis zuletzt Teil von Griegs Musik sein sollte.

1864 war Edvard Grieg Gründungsmitglied der Konzertgesellschaft „Euterpe“. Euterpe setzte sich für die Pflege skandinavischer Musik ein. Ein Jahr später heiratete er seine Cousine, die Sopranistin Nina Hagerup. Die Familien der beiden waren gegen die Verbindung der jungen Liebenden. Vor allem die Mutter der Braut traute Edvard nicht zu, ausreichend für ihre Tochter sorgen zu können. Aufgrund dieser Uneinigkeit blieben beide Familien des Brautpaares der Eheschließung fern. Nach einem Ehejahr kam ihre einzige Tochter Alexandra zur Welt, welche bereits mit 13 Monaten verstarb.

Mit Hilfe eines Stipendiums reiste Grieg nach Rom für eine Audienz mit dem Komponisten und Pianisten Franz Liszt. Liszt Begeisterung gegenüber des jungen Musikers, ihre Zusammenarbeit und die Liszt-ähnlichen Einschläge in den neuen Stücken von Grieg trugen zum internationalen Erfolg Edvards bei. Grieg reiste gemeinsam mit seiner Frau durch ganz Europa, gab Konzerte und erfreute sich großer Beliebtheit.

Er war freischaffender Komponist in verschiedenen Städten und für zwei Jahre auch Dirigent des Orchesters der Musikgesellschaft „Harmonie“ in Bergen. Schicksalsschläge wie der Tod seiner Eltern im Jahr 1875 beeinflussten sein Schaffen ebenfalls, wie sich beispielsweise in der Ballade g-Moll op. 24 erkennen lässt.

Weitere Lebensstationen

1885 zog der Komponist in das eigens für ihn ausgestattete „Troldhaugen“ Haus im Weiler Hop. Dieses Haus steht bis heute und wird nun als Grieg-Museum genutzt.

Im Rahmen der Dreyfus-Affäre*, ein Justiz-Skandal Frankreichs, lehnte Grieg eine Einladung von Édouard Colonne öffentlich ab. Daraufhin erhielt er teils antisemitistische Schmäh- und Drohbriefe. Als er eine erneute Einladung schließlich annahm, wurde er vom französischen Publikum ausgepfiffen. Erst mit der Veröffentlichung seiner Komposition „Bauerntanz op. 72“ begeisterte er die französische Bevölkerung erneut und stimmte diese wieder versöhnlich.

Am 04. September 1907 verstarb Edvard Hagerup Grieg an einer Lungenemphysem in seiner Heimat Bergen.

Griegs Musik

Edvard Grieg gilt bis heute als der bekannteste Komponist und Musiker der skandinavischen Länder. Durch seine Verschmelzung von Elementen seiner heimatlichen Volksmusik mit Akzenten der Spätromantik schaffte er eine neue und einzigartige Art der romantischen Musik. Sein Schaffen sollte auch im Späteren noch Künstler beeinflussen. Claude Debussy und Carl Nielsen widmeten ihm mehrere Streichquartette, in denen der griegsche Einfluss klar erkennbar ist.

Griegs berühmtestes Werk ist die Vertonung des Theaterstücks „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen aus dem Jahr 1874. Die Enzyklopädie „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ bezeichnete sein Streichquartett in g-Moll op.27 als „bemerkenswerteste Komposition der Kammermusik des 19. Jahrhunderts“.
Und als einer der bemerkenswertesten Komponisten dieser Zeit bleibt Edvard Grieg den Menschen in Erinnerung.

* Die Dreyfus-Affäre war ein Justizskandal des 19. Jahrhunderts, welcher das Gerechtigkeitsgefühl der französischen Gesellschaft gegenüber ihrer Politik schwächte. Er betraf die Verurteilung des Artillerie-Hauptmanns Alfred Dreyfus. Diese wurde 1894 durch ein Kriegsgericht in Paris wegen angeblichen Landesverrats zugunsten des Deutschen Kaiserreichs gefällt. Die Verurteilung ging in jahrelange öffentliche Auseinandersetzungen und weitere Gerichtsverfahren über, da sie auf rechtswidrigen Beweisen und zweifelhaften Handschriftengutachten basierten.

(A. Kohler)
   

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