Frédéric Chopin

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Alle fünf Jahre findet ihm zu Ehren ein internationaler Wettbewerb statt, an dem talentierte junge Pianisten aus aller Welt teilnehmen. Die Rede ist von dem Internationale Chopin-Wettbewerb, der 1927 ins Leben gerufen wurde. Er ist Frédéric François Chopin gewidmet, einem der bedeutendsten und erfolgreichsten Pianisten und Komponisten der Romantik.

Musik als lebenslanger Begleiter

Frédéric François Chopin wurde am 22.02./01.03.1810 im damaligen Herzogtum Warschau geboren. Seine Mutter Tekla Justyna Chopin war Polin, sein Vater Nicolas Chopin kam aus Frankreich. Beide waren musikalisch, sie war gesanglich tätig und spielte Klavier, er Geige und Flöte. Deshalb kam natürlich auch ihr Sohn als eines von vier Kindern in den Genuss einer musikalischen Ausbildung in Warschau. Frédéric Chopin blieb sein Leben lang Pianist und Komponist, wobei er die Spieltechniken revolutionierte und die Klangräume des Klaviers deutlich ausweitete. Doch gleichzeitig war sein Leben von Krankheit gezeichnet, die ihn von Kindheitstagen an verfolgte und schließlich auch seinen Tod zur Folge hatte.

Wunderkind

Im Alter von sieben Jahren komponierte Chopin zum ersten Mal. Als Achtjähriger gab er sein erstes Konzert, wo auch der polnische Hochadel zugegen war. Ab diesem Zeitpunkt hatte sich Frédéric Chopin bereits einen Namen als Pianist gemacht und 1822, also mit zwölf Jahren, beendete sein damaliger Klavierlehrer Zywny den Unterricht, da er ihm nichts mehr beibringen konnte. Im selben Jahr nahm er Privatunterricht bei dem deutschen Joseph Elsner, wobei im Verlauf der folgenden Jahre weitere Kompositionen von Chopin entstanden, wie zum Beispiel das Rondo in C-Moll Opus 1 aus dem Jahr 1825. Elsner bildete sich relativ schnell ein Urteil über seinen begabten Schüler:

„Er meidet die ausgetretenen Pfade und gewöhnlichen Methoden, aber auch sein Talent ist ungewöhnlich.“

1827 wurde Wilhelm Würfel Chopins neuer Klavierlehrer, welcher als Professor an der Warschauer Musikhochschule lehrte und seit 1826 die Position des Kapellmeisters an der Oper in Wien innehatte. Zwei Jahre später beendete Chopin sein Studium und reiste anschließend zum ersten Mal für drei Wochen nach Wien. Dort gab er einige erfolgsgekrönte Konzerte und kehrte als gefeierter Pianist zurück. Am 11.10.1830 gab er sein letztes Konzert in Warschau, bevor er erneut eine diesmal achtmonatige Wienreise antrat.

Sophie Pacini spielt Chopin:

Paris als Endstation

Seit jeher zählten die reichsten Familien Polens zu Chopins Unterstützern. Obwohl seine Familie keinerlei Verbindung zum Adel aufwies, verkehrte Frédéric Chopin zeitlebens in diesen Kreisen aufgrund seiner musikalischen Begabung. Als er im November 1830 nach Wien kam, bemühte er sich, Leute mit Einfluss zu finden, die seine Werke veröffentlichen könnten, allerdings mit mäßigem Erfolg, denn insgesamt gab Chopin in Wien nur ein Konzert im Jahr 1831, im Gegensatz zu seinem ersten Aufenthalt in Wien. Aus der Enttäuschung heraus fasste er deshalb den Entschluss im Juli 1831 Wien den Rücken zu kehren und nach Paris zu reisen. Mit nichts als einem Empfehlungsschreiben an die Pariser Komponisten Luigi Cherubini und Ferdinando Paer.
„Die schönste aller Welten.“ – So  beschrieb Chopin seinen Eindruck von Paris, die Stadt, in der er alles erreichte, was er sich erträumt hatte, finanziell und gesellschaftlich aufstieg und letzten Endes mittellos krankheitsbedingt gestorben ist.

Leben in der Pariser High Society

Bereits 1832 konnte Chopin zum ersten Mal ein Konzert in Paris geben und sich so einen Namen machen. Primär arbeitete er als Klavierlehrer für die Kinder der reichen und teilweise adeligen Oberschicht. In dieser Gesellschaftsschicht galt es als besonders prestigeträchtig, Chopin als Klavierlehrer zu beschäftigen. Chopin ließ sich den Unterricht auch mehr als gut bezahlen und lebte einen luxuriösen, extravaganten Lebensstil. Insgesamt gab er zwölf Konzerte in Paris, bevorzugt in den Pariser Salons. Ein bedeutendes Highlight in seiner Karriere stellt auf jeden Fall sein Auftritt vor der Königsfamilie im Palais des Tuileries dar.


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Lebensende

In den nächsten Jahren machte Chopin Bekanntschaften mit berühmten Komponisten, wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Liszt und dem Geschwisterpaar Schumann. Zu dieser Zeit unterhielt er auch eine Beziehung mit der Schriftstellerin Amandine Aurore Lucile Dupin de Francueil, die so genannte George Sand, die Chopin mit ihrem burschikosen Wesen bezauberte und eine mehrjährige Beziehung mit ihm unterhielt. Doch relativ bald, um 1847 herum, litt Frédéric Chopin immer mehr unter seiner angeschlagenen Gesundheit, sowohl körperlich durch seine Tuberkulosekrankheit, aber auch mental war er angeschlagen. Seinen Beruf als Klavierlehrer konnte er kaum noch ausführen, finanzielle Sorgen kamen dazu. Ein Jahr später gab er dann sein letztes Konzert in Paris. Er starb mittelos in Paris am 17.10.1849 im Beisein seiner engsten Freunde.

Hin- und hergerissen zwischen zwei Welten

Obwohl sich Frédéric Chopin ein gutes Leben in Paris aufbauen konnte, hing er mit seinem Herzen immer noch an Polen. Sein gesamtes Leben lang plagte ihn das Heimweh, welches er auch in seiner Musik verarbeitete. Deshalb ist Chopins Musik auch geprägt von Motiven wie Sehnsucht oder Nostalgie, aber auch von Zitaten polnischer Volksmusik, die ein patriotisches Heimatsgefühl schaffen sollten, wie die Mazurken. 1832 wurde er Mitglied der Organisation für polnische Emigranten in Paris „Polnische literarische Gesellschaft“. Zwar wurde Chopin in Frankreich begraben, jedoch war es sein Chopins ausdrücklicher „Herzenswunsch“, dass nach seinem Tod sein Herz heimlich in die polnische Heimat gebracht werden soll. Bis heute herrschen in diesem Punkt Streitigkeiten zwischen Frankreich, wo Chopin den Großteil seines Lebens verbrachte und Polen, dem Land, das auf ewig seine Heimat blieb.

Leben in der Nachwelt

Frédéric Chopin hinterlässt eine beeindruckende Sammlung an Werken. Er ist für seine virtuosen, technisch anspruchsvollen Klavierstücke bekannt, zeitlebens wurde er für sein improvisiertes Spielen gefeiert. Seine Schüler lehrte er mit recht unkonventionellen Unterrichtsmethoden, wie beim Auswendiglernen in komplett abgedunkelten Räumen zu spielen.

2. Chopin Festival in Hamburg

Vom 20.06. - 25.06. findet in diesem Jahr das 2. Chopin Festival in Hamburg statt. Es ist ein besonderes Festival, denn nur hier können Besucher einen Klanglichen Wettbewerb zwischen Moderne und Historie erleben.
   

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