Joseph Haydn

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Er war zu seiner Zeit der bekannteste Komponist in Europa. Seine Musik kennt jeder, der in Deutschland lebt. Der Österreicher Franz Joseph Haydn schrieb nämlich die deutsche Nationalhymne. Eigentlich nur ein Werk für den Kaiser, wurde es die Hymne der Deutschen.

Haydns Leben

Geboren 1732 in Rohrau, Niederösterreich, war Haydn das zweite von zwölf Kindern. Seine Eltern hießen Mathis Haydn und Maria Haydn geb. Koller. Das besondere war, dass seine Eltern keine Noten lesen konnten, aber trotzdem mit der ganzen Familie sangen. So wurde auch frühzeitig Haydns musikalisches Talent erkannt. Im Alter von sechs Jahren zog er zu Verwandten nach Hainburg an der Donau, wo er 1740 von Georg von Reutter, dem musikalischen Direktor des Stephansdoms, entdeckt wurde. Dieser nahm ihn mit nach Wien, wo er neun Jahre als Chorsänger verbrachte. Die letzten vier Jahre war auch sein jüngerer Bruder Michael dabei.

„Ich verdanke diesem Manne noch im Grab, dass er mich zu so vielerlei angehalten hat, wenngleich ich dabei mehr Prügel als zu essen bekam.“
– Haydn über die Zeit mit Reuter

Dort lernte Haydn aber nicht nur singen, sondern bekam auch Violinen- und Klavierunterricht. Seine ersten Kompositionen wurden von Reutter korrigiert. Das Komponieren selber erlernte er hauptsächlich durch Selbststudien.

Karrierestart als Musiker

Als er 1749 sein Stimmbruch abgeschlossen war, endete auch seine Zeit beim Chor. Von da an startete seine Karriere als freier Musiker. In dieser Zeit arbeitete er nebenbei unter anderem als Kammerdiener und Begleiter des italienischen Komponisten Nicola Porpora. Währenddessen schrieb er seine ersten Streichquartette und seine erste Oper. Von 1754 bis 1756 arbeitete er als Freischaffender am Wiener Hof, spielte auf Bällen oder sang in der Hofkapelle. Zu dieser Zeit gab Haydn der späteren Komponistin Marianna Martines Klavierunterricht. Im Gegenzug bekam er täglich frei Kost.

Seine erste Stelle als Musikdirektor nahm er vermutlich 1757 beim Grafen Karl von Morzin auf Schloss Dolní Lukavice bei Pilsen an. Er dirigierte ein kleines Orchester und schrieb erste Streichtrios, Kassationen, Sinfonien und Streichquartette. Drei Jahre später heiratete er die zwei Jahre ältere Maria Anna Theresia Keller. Leider hatte seine Frau wenig Verständnis für seine Musik, sodass die Ehe kinderlos blieb und unglücklich war.

Haydns Arbeit ab 1761

Von 1761 bis 1790 arbeitete er für eine der wohlhabendsten und wichtigsten Familien des Königreich Ungarns, die Esterházys. Zu seinen Aufgaben zählten das Schreiben von neuen Kompositionen, die Leitung des Orchesters, das Spielen von Kammermusik für und mit seinem Patron, und schließlich das Arrangieren von Opernproduktionen.    
Danach war er als selbstständiger Musiker tätig, gab 1792 Ludwig van Beethoven Unterricht und war zweimal für etwas längere Zeit in London. Dort komponierte Haydn auch einige seiner bekanntesten Werke, die „Londoner Sinfonie“, das „Reiterquartett“, „die „Militärsinfonie“ und das „Zigeunertrio“.



Seine Frau verstarb während eines Kuraufenthalts 1800. Auch Haydns eigene Gesundheit verschlechterte sich. Haydn musste deswegen das Komponieren aufgeben und geplante Konzerte absagen. Ein Trost in dieser für ihn schweren Zeit war es, am Klavier die Kaiserhymne „Gott! erhalte Franz, den Kaiser, Unsern guten Kaiser Franz!“ zu spielen.
Noch zu Lebzeiten erhielt er den Ehrendoktor der Universität Oxford und zahlreiche weitere Ehrungen.

Haydns Musik

„Wenn ich an Gott denke, ist mein Herz so voll Freude, daß mir die Noten von der Spule laufen.“
– Joseph Haydn
Sie zählt bis heute zu den beliebtesten Werken von Haydn, die „Symphonie mit dem Paukeschlag“. Es wird vermutet, dass er in die Komposition den Paukenschlag eingeführt hat, um das schlummernde Londoner Publikum vor Schreck wieder wach zu machen. Jedoch muss man sagen, dass all seine Symphonien, die er extra für London geschrieben hat, überraschende Momente enthalten.



Weiter sehr bekannte Werke sind „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“. 
Er komponierte, indem er am Vormittag nach Ideen suchte und am Klavier improvisierte und sich später an die Ausarbeitung seiner Einfälle machte. Wenn er eine Komposition beendete, schrieb er „Laus Deo“, "Lob sei Gott", da er ein sehr frommer Mensch war. Mit seiner Art zu komponieren beeinflusste er sowohl Beethoven als auch Wolfgang Amadeus Mozart. Haydn zählt als der „Vater“ der klassischen Sinfonie und des Streichquartetts.

Er hatte den Schalk im Nacken

Haydn galt unter seinen Mitmenschen als optimistische und warmherzige Persönlichkeit. Einmal amte er vor der österreichischen Kaiserin Vogelgezwitscher nach, worauf sich die Kaiserin sehr erschreckt haben soll. Vor allem aus den letzten Jahren ist bekannt, dass er ein heiterer alter Mann war. Von seiner Hofkappelle weiß man zu berichten, dass er sich sehr für seine Musiker eingesetzt hat und ein umgänglicher Mensch war.   

„Da mir Gott ein fröhliches Herz gegeben hat, wird er mir schon verzeihen, wenn ich ihm fröhlich diene.“
– Joseph Haydn


Er wurde 77 Jahre alt

Joseph Haydn verstarb im Jahr 1809, als die französische Armee unter Napoleon in Wien eindrang. Beerdigt wurde er zunächst auf dem Hundsturmer Friedhof. Jahre später sollte sein Leichnam nach Eisenstadt in die Bergkirche überführt werden. Dabei stellte sich heraus, dass sein Schädel fehlte. Der Sekretär des Fürsten Esterházy hatte ihn kurz nach der Beisetzung gestohlen, da er ein Anhänger der Schädellehre von Franz Joseph Gall war. Erst viele Jahre später, 1945, wurde sein Schädel zu den Gebeinen Haydns zurückgeführt. Paul Esterházy ließ für diese bereits 1932 ein Haydn-Mausoleum im Seitentrakt der Eisenstädter Bergkirche errichten.

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