Ludwig van Beethoven

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„So pocht das Schicksal an die Pforte.“ Diese Worte umschreiben die ersten vier Töne seiner wohl bekanntesten fünften Sinfonie, auch Schicksalssinfonie genannt.
Ihr Beginn, den eigentlich jeder nachsummen kann (Taa-Taa-Taa-Taaaaaa!), lässt sich eins zu eins auf sein Leben übertragen, denn kein Künstler ist so intensiv von absoluten Höhenflügen und persönlichen Erfolgen bis hin zu einschneidenden Krisen mitgerissen worden wie Ludwig van Beethoven.

Kindheit im Zeichen der Musik

Ludwig van Beethoven wurde als eines von sieben Kindern im Dezember 1770 geboren, von denen jedoch letztlich nur drei das Säuglingsalter überlebten. Aufgrund der Tatsache, dass sein Bruder den gleichen Namen trug, ist Beethovens genaues Geburtsdatum unbekannt, fest steht aber, dass er am 17.12.1770  in der St.-Remigius-Kirche in Bonn getauft wurde. Musik wurde in seiner Familie sehr hoch geschätzt, bereits sein Großvater Ludwig van Beethoven hatte sich einen Namen als Musiker gemacht. Deshalb wurde der musikalisch talentierte Ludwig van Beethoven jr. auch durch seinen Vater Johann van Beethoven, einem Tenorsänger an der Hofkapelle, in seiner musikalischen Früherziehung entsprechend gefördert, wobei auch Kollegen des Vaters aus der Hofkapelle mitwirkten. Im zarten Alter von sieben Jahren hatte Beethoven seinen ersten Auftritt als Pianist.  

Daniel Barenboim spielt Beethoven:

Schwierige Anfänge

Auf die Vermittlung seines Lehrers und Hoforganisten Christian Gottlob Neefe, der Beethoven ab 1782 Klavier-und Kompositionsunterricht gab, konnte Beethoven bereits erste Klavierkompositionen veröffentlichen und wurde auch Stellvertreter von Neefes an der Orgel, 1784 war er als Organist fest angestellt. Zur Zeit der Aufklärung wurde die Hofmusik von Kurfürst Maximilian Franz neu organisiert, im Zuge dessen sich Differenzen zwischen Beethoven und Neefe herausbildeten, die letztlich zum Bruch der Beziehung beider 1784 führten.

 „Dieses junge Genie verdiente Unterstützung, daß er reisen könnte. Er würde gewiß ein zweyter Wolfgang Amadeus Mozart werden, wann er so fortschritte, wie er angefangen.“

Diese Worte veröffentlichte Neefe 1783 in Karl Friedrich Cramer´s „Magagzin der Musik“. Diese Worte, vor allem auch der Vergleich mit Mozart, veranlasste Kurfürst Maximilian Franz dazu, Beethoven eine dreimonatige Reise nach Wien zu ermöglichen, um bei Mozart Unterricht zu nehmen. Allerdings ist bis heute ungeklärt, ob sich die beiden wirklich jemals begegneten, denn es gibt keinerlei Beweise, und Berichten zufolge ließen sich dafür auch in Beethovens Kompositions-/Musizierstil keine Anzeichen finden.

Auf seiner Rückreise nach Bonn machte Beethoven in verschiedenen deutschen Städten wie München und Augsburg Halt, bis er Mitte des Jahres 1787 nach Bonn zurückkehrte. Dort wurde er mit verschiedenen familiären Schicksalsschlägen konfrontiert, wie dem Tod seiner Mutter und dem hohen Alkoholkonsum seines Vaters, wodurch dieser jegliche Kontrolle über sein Leben verlor und Ludwig van Beethoven als ältester Sohn nun als Familienoberhaupt fungierte.

Die letzte Reise

Beethoven gilt zusammen mit W.A. Mozart und J. Haydn als Vertreter der sogenannten Alten Wiener Schule. Mit Haydn kam Ludwig van Beethoven 1792 zum ersten Mal in Kontakt, als dieser nach einer Konzerttour einen Zwischenstopp in Bonn einlegte. Infolgedessen wurde für Ludwig ein weiterer Aufenthalt in Wien anberaumt, woraufhin er im Dezember desselben Jahres nach Wien reiste. Diese Reise nach Wien sollte seine letzte sein, Beethoven verließ die Hauptstadt Österreichs nicht mehr wieder. Denn kurz nachdem er Bonn verlassen hatte, starb sein Vater, 1794 als Folge der französischen Revolution wurde das Rheinland von französischen Truppen erobert und der gesamte Kurfürstenhof zur Flucht gezwungen. Dies hatte zur Folge, dass Ludwig nicht mehr nach Bonn zurückkehren konnte, seine finanzielle Unterstützung ausblieb und seine letzten Verwandten, nämlich seine Brüder, zu ihm nach Wien kamen. Dort konnte er relativ schnell Kontakte knüpfen und unter anderem auch Verbindungen zu adligen Förderern seines Schaffens aufbauen, wie dem Fürsten Karl Lichnowsky, welcher Beethoven auch reich entlohnte. Somit waren die Grundlagen für einen neuen Lebensabschnitt in Wien geschaffen.

Pianist und Komponist

Beethoven war in erster Linie ein Pianist. Als er 1792 nach Wien gekommen war, schrieb er einen Großteil seiner Klaviersonaten und ging 1798 auf eine erfolgsgekrönte Konzertreise. Doch etwa im selben Jahr wurden erste Anzeichen einer Beeinträchtigung seines Gehörs erkennbar, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sind und sich 1812 erheblich verschlimmerten. Dieses Gehörleiden stellte nicht nur ein Risiko für seine Arbeit als Pianist dar, sondern forderte auch Tribute im Umgang mit anderen Menschen, was ihn in den folgenden Jahren bei Beethoven zu einer Nervenkrise führte. Dieses Ereignis ließ Ludwig van Beethoven umdenken und ihn nach und nach auf das Komponieren umsteigen.

Beethoven und Haydn

Über deren gemeinsame Beziehung ranken sich die unterschiedlichsten Erzählungen. Während die einen von einem absolut harmonischen Lehrer-Schüler-Verhältnis sprechen, wird anderweitig davon ausgegangen, dass Beethovens Kompositionsunterricht bei Haydn von Uneinigkeiten und Auseinandersetzungen geprägt war. Unbestreitbar ist aber, dass Beethovens Kompositionsstil trotz Differenzen von Haydns Lehren im Zeitraum 1792 - 1794 sehr stark beeinflusst wurde, vor allem in Bezug auf Sinfonien und die Kammermusik. Trotzdem nahm Ludwig auch noch Unterricht bei anderen Lehrern, wie beispielsweise bei Johann Baptist Schenk oder Antonio Salieri, welcher ihm die Vokalkompositionen näherbrachte, was darauf schließen lässt, dass ihm noch irgendwas in seiner Ausbildung bei Haydn fehlte.

„Die unsterbliche Geliebte“

Ein weiteres wirkliches Charakteristikum Beethovens stellt mit Sicherheit sein Verhältnis zu Frauen dar. Von seinen vielen Affären abgesehen, sticht eine Frau deutlich hervor, die Adressatin seines dreiteiligen Briefes an die „Unsterbliche Geliebte“ aus dem Jahr 1812. Ihre Identität ist ungeklärt, die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei eventuell um Josephine Brunsvik handelt, Tochter der Gräfin Anna Brunsvik, welche Beethoven als Klavierlehrer für ihre Töchter engagierte. Ludwig und Josephine gingen 1804 eine Beziehung ein, die bis 1809 andauerte und währenddessen er ihr mindestens 14 Liebesbriefe zukommen ließ. Doch an dem gesellschaftlichen Druck, welcher das Paar stark belastete, ging die Beziehung kaputt. Auch wurden Beethovens musikalische Werke von seinen zahlreichen Liaisons beeinflusst, viele seiner bekanntesten Werke widmete er seinen Geliebten: Der Gräfin Giulietta Guicciardi ließ er seine berühmte Klaviersonate Nr. 14, die „Mondscheinsonate“ (1801) zukommen, Elisabeth Röckel wird das Klavierstück in A-Moll „Für Elise“ (1808) zugeschrieben.

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Sinfonien

Ludwig van Beethoven hat eine beachtliche Menge an Werken und Kompositionen hinterlassen: Angefangen bei den Sinfonien - neun vollendet, eine als Skizze erhalten - hin zu einer beachtlichen Anzahl an Sonaten für Klavier und Orchester, Streichquartette, für welche er auch ganz wesentliche kompositorische Grundstrukturen schaffte, seine Oper „Fidelio“ und Messen, wie der „Missa Solemnis“. Er gilt als Komponist der Spätklassik, Vollender der Wiener Klassik und Wegbereiter der Romantik.                                                                                                                                 
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden dann seine ersten beiden Sinfonien in C-Dur und in D-Dur. Die dritte Sinfonie „Eroica“, bei der Beethoven seine Eindrücke von der Französischen Revolution und Napoleon Bonaparte verarbeitete, der er eigentlich „intitulata Bonaparte“, zu Deutsch „geschrieben auf Bonaparte“ hinzufügen wollte, jedoch, einer Anekdote zufolge, nach Napoleons Kaiserkrönung im Zorn diesen Titel wieder verwarf. Die siebte Sinfonie in A-Dur beschäftigt sich als Folge mit den antinapoleonischen Befreiungskriegen. Bis 1812 schrieb er neun seiner Sinfonien, die zehnte gilt als unvollendet.

Bitteres Ende

1812 gilt als Schicksalsjahr für Beethoven, denn zu diesem Zeitpunkt wurde sein Gehörleiden immer schlimmer, finanzielle Sorgen machten ihm zu schaffen neben psychischen Problemen, denn 1815 starb sein jüngerer Bruder. Innerhalb weniger Jahre war er schließlich komplett taub, 1821 erkrankte er an Gelbsucht, 1826 kam eine Lungenentzündung dazu, die dann schließlich auch zu seinem Tod am 23.03.1827 in Wien führten.



 

 

 

   

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