Nikolaus Harnoncourt

nikolaus-harnoncourt © Marco Borggreve
Nikolaus Harnoncourt: „Die Kunst [...] ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein.“
Nikolaus Harnoncourt ist bis heute ein Weltstar unter den Dirigenten und steht in einer Reihe mit Größen wie Leonard BernsteinHerbert von Karajan und Daniel Barenboim.

Harnoncourt beginnt mit dem Cello

Der1929 in Berlin geborene Österreicher Nikolaus Harnoncourt begann seine Karriere jedoch zunächst als Cellist. Seine Ausbildung machte er an der Wiener Musikakademie und bekam 1952 eine Anstellung bei den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan, wo er 17 Jahre lang spielte.

Schnell etabliert sich Harnoncourt auch als Dirigent

Nikolaus Harnoncourt wird erst später als Dirigent tätig. Sein Debüt gab er am Theater an der Wien mit Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“ im Jahr 1971. Es folgte der legendäre Monteverdi-Zyklus am Opernhaus Zürich. Sein Repertoire beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Alte Musik. Er dirigiert Werke von Haydn, Beethoven, Schumann, Dvorák, Bartók, Berg und zahlreichen weiteren großen Komponisten aus allen Epochen.

Freigeist in jeder Hinsicht

Im Gegensatz zu vielen anderen Dirigenten verwendet er keinen Taktstock, büßt dabei aber nicht an Genauigkeit ein. Auf eine Stellung als Chefdirigent verzichtet er, da er sich in seiner künstlerischen Entwicklung und Freiheit nicht einschränken lassen will.

Harnoncourts Orchester

Gemeinsam mit seiner späteren Frau Alice Hoffelner und weiteren Musikerkollegen gründete Harnoncourt schon im Jahr 1953 den Concentus Musicus Wien, ein Ensemble aus meist zwölf Musikern, die sich mit der Aufführungspraxis und den Originalinstrumenten von Renaissance- und Barockmusik beschäftigen. Vielfach wurden sie anfangs kritisiert, doch schon bald konnten sie mit einer Aufnahme der Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach ihren Durchbruch feiern. Ab 1972 war Harnoncourt bis zu seiner Pensionierung als Professor für Aufführungspraxis und historische Instrumentenkunde am Salzburger Mozarteum tätig. Sein musikphilosophisches Werk „Musik als Klangrede“ ist ein Standardwerk der historischen Aufführungspraxis.

Auszeichnungen und Rückzug

Nikolaus Harnoncourt erhielt zahlreiche Preise, unter anderem die Goldene Ehrennadel der Deutschen Schallplattenkritik, einen Grammy und einen ECHO Klassik. Am 04. Dezember 2015 zog er sich offiziell aus dem Arbeitsleben zurück: „Meine körperlichen Kräfte gebieten eine Absage meiner weiteren Pläne.“ Mit diesen einfachen handgeschriebenen Worten in einem Programmheft beendet der große Nikolaus Harnoncourt seine Karriere. Am 05. März 2016 starb er im Alter von 86 Jahren.
   

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