Richard Wagner

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Wilhelm Richard Wagner war Dramatiker, Dichter, Schriftsteller, Theaterregisseur, Dirigent und Komponist - einfach ein Genie in vielen Dingen.

Richard Wagners Leben

Geboren 1812 am 22. Mai in Leipzig, als neuntes und jüngstes Kind, wuchs er in armen Verhältnissen auf. Sein Vater, ein Polizeiaktuar, starb nur fünf Monate nach seiner Geburt. Der Schauspieler und Maler, Ludwig Geyer, wurde daraufhin sein Stiefvater, der ihn früh mit in die Dresdner Oper nahm. Er trägt sogar bis zu seiner Konfirmation 1827 dessen Nachname und Geyer. Mit vier Jahren spielte Richard Wagner seine erste Rolle als Engel in Carl Maria von Webers „Der Weinberg an der Elbe“.
1831 begann Wagner sein Musikstudium an der Universität von Leipzig, bis er 1833 von seinem Bruder und Sänger Albert Wagner nach Würzburg geholt wurde, um Choreinstudierer zu werden. 1834 engagierten ihn Dirigenten einer Operntruppe aus Magdeburg.
Richard Wagner gilt noch heute als Visionär unter den Künstlern, schwierig im privaten Umgang und als schlechter Geschäftsmann. Eine zwiespältige Person, die sehr gegensätzliche Aussagen von sich gegeben hat. Jede Beziehung, die ihn weiter brachte, war ihm recht, auch wenn sie im Nachhinein nicht ganz so passend war.

Wagner liebte den Luxus

Richard Wagner war ein Mann, der über seine Verhältnisse lebte und sich ständig Geld lieh. Es ging so weit, dass er und seine erste Frau Minna Planer über Norwegen, London bis nach Paris vor seinen Gläubigern flüchteten. In Paris lebten sie von September 1839 bis April 1842 in großer Not. Er sah sich als großen Künstler, der dementsprechend zu leben hat.
Seine größte Stärke war, dass er sich gut verkaufen konnte und wusste, wie er die Leute für sich gewinnen und seinen Willen durchsetzen konnte. So schaffte er es auch, dass der bayrische König Ludwig II. ab 1864 zu seinen Bewunderern zählte und ihm nicht nur seine Schulden bezahlte, sondern auch darüber hinaus eine Zeit lang unterstützte. Die Geldsorgen waren daher für eine Weile kein Thema mehr.

Wagner und die Liebe

Als er in Magdeburg als Dirigent arbeitete, verliebte er sich in Minna Planer, seine zukünftige Frau. Sie heirateten am 24. November 1836. Die Liebe hielt jedoch nicht ewig, da Wagner vermutlich einige Affären mit anderen Frauen hatte. Erst als er mit der Tochter von Franz Liszt, Cosima, zusammen kommt und sie schließlich 1870 nach dem Tod von Minna 1866 und Cosimas Scheidung von Hans von Bülow heiratet, scheint er seine große Liebe gefunden zu haben. Insgesamt hatte Wagner drei Kinder mit Cosima: Isolde, Eva und Siegfried Wagner. Zu seinem Schwiegervater, Franz Liszt, hatte er ein sehr gutes Verhältnis. Ein großer Teil seiner Liebe galt seinen Hunden. Starb einer von ihnen, soll er untröstlich gewesen sein und sogar geweint haben. Alle Hunde, die er in Bayreuth hatte und die dort gestorben sind, wurden auf dem Grundstück seiner Villa begraben.

Musikalisches Schaffen des Richard Wagners

Erst Ende 1842 feierte er mit der Uraufführung von „Rienzi“ seinen großen Durchbruch.



Dem folgt 1843 die Ernennung zum königlich sächsischen Hofkapellmeister und die Uraufführung des „Der fliegende Holländer“ und 1845 „Tannhäuser“.
Aufgrund politischer Aktivitäten flüchtete er in die Schweiz. Wagner wohnte bis 1858 in Zürich und an verschiedenen Orten wie Venedig, Luzern, Wien, Paris, Biebrich und Berlin. Seine große Muse war nicht - wie man vielleicht vermutet seine Frau - sondern Mathilde Wesendonck, wobei nicht ganz klar ist, ob es neben der musikalischen Verbindung auch eine sexuelle gab.
Zu seinen wohl bekanntesten Werken zählen „Der fliegende Holländer“ (1841) und der „Ring des Nibelungen“. Dabei handelt es sich um einen Opernzyklus aus vier Teilen: „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“. Wagner schrieb diesen Zyklus über mehrere Jahre und eröffnete damit 1876 sein Festspielhaus in Bayreuth.
Das besondere an seinen Werken ist, dass sie thematisch auch heute noch aktuell sind.

Jonas Kaufmann zu Wagner:

Seine Vision die Musikwelt zu verändern

Bereits in jungen Jahren, hatte er die Vision, das Theater zu revolutionieren und eine Verknüpfung zwischen Musik und Drama zu schaffen. Er wollte Werke schaffen, bei denen sich das Publikum auf Inhalt und Musik konzentriert. Die Oper sollte kein reines Amüsement sein.

„Die Wissenschaft hat uns den Organismus der Sprache aufgedeckt; aber was sie uns zeigte, war ein abgestorbener Organismus, den nur die höchste Dichternot wieder zu beleben vermag, und zwar dadurch, dass sie die Wunden, die das anatomische Seziermesser schnitt, dem Leibe der Sprache wieder schließt, und ihm den Atem einhaucht, der ihn zur Selbstbewegung beseele. Dieser Atem aber ist: – die Musik!“
– Richard Wagner: Oper und Drama

Wagners politisches Engagement

Politik war für Ihn ein wichtiges Thema und er mischte sich gerne immer wieder ein. Das führte dazu, dass Wagner diverse Male steckbrieflich gesucht wurde. 1849 flüchtete er zum Beispiel mit falschem Pass in die Schweiz, da er während der Dresdner Maiaufstände auf der Seite der Aufständischen kämpfte. Doch selbst auf der Flucht wurden seine Werke national und international gefeiert.
Auch aus München wurde Richard Wagner eine Zeit lang verband, nachdem er versucht hatte über König Ludwig II. Einfluss auf die bayerische Politik zu nehmen. Er zog deshalb nach Genf und später nach Tribschen bei Luzern.
Für seine antisemitischen Ansichten wird Wagner bis heute kritisch bewertet. Wagner äußerte sich dabei nicht nur verbal, sondern auch in Schriften wie in „Das Judenthum in der Musik“. Auch seine zweite Frau Cosima hatte eine auffallend große antisemitische Einstellung.
Vor allem Hitler prägte das antisemitische Bild von Wagner noch mehr, da er ihn als deutschen Komponisten schlecht hin stilisierte und verehrt. Noch heute führen deshalb Aufführungen von Wagner Opern vor jüdischem Publikum zu Diskussionen und Unmut. 

Richard Wagners Tod

Er starb im Jahr 1883 in Venedig. Am 13. Februar schrieb er im Arbeitszimmer des Palazzo Vendramin-Calergi an einem Aufsat mit dem Titel "Über das Weibliche im Menschlichen". Während dieser Arbeit bricht er zusammen und stirbt. Wagner wurde in Bayreuth in der Gruft der Villa Wahnfried beigesetzt. Zu seiner Beerdigung wurde der Trauermarsch aus „Götterdämmerung“ gespielt. 

Der Trauermarsch, gespielt von den Berliner Philharmonikern unter Daniele Gatti:


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