Scott Joplin

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Die Erfolgsgeschichte des reisenden Musikers, der zum unvergessenen King of Ragtime wurde und mit dem "Entertainer" die Welt bis heute begeistert

Geburtstag von Scott Joplin bis heute unbekannt

Bis heute ist das genaue Geburtsdatum von Scott Joplin ein Rätsel. Durch die Auswertung von Volkszählungen weiß man allerdings, dass er irgendwann zwischen Juni 1867 und Januar 1868 in Texas auf die Welt gekommen sein muss. Seine Eltern waren befreite Sklaven und verließen kurz nach der Geburt ihres Sohnes die Farm, auf der sie bis dahin gearbeitet hatten. Laut einer Legende arbeitete Scott Joplins Mutter in einem Haushalt, in dem ein Piano stand und so setzte sich der Kleine eines Tages an das Instrument und brachte sich das Klavierspielen selbst bei. Die Liebe zur Musik hatte er von seinen Eltern geerbt:  sie spielten Fiddle und Banjo und sangen Blues. Scott Joplins außerordentliches Talent blieb nicht lange unbemerkt - sein Musiklehrer Julius Weiss, der aus Deutschland kam, war von dem Jungen begeistert, brachte ihm alles über klassische Musik bei, gab ihm kostenlose Geigen- und Klavierstunden und steckte ihn mit seinem Enthusiasmus für die Klassik an. 

Scott Joplin: Auftritte in Kirchen und Bordellen

Als Teenager arbeitete Scott Joplin bei der Eisenbahngesellschaft, unterrichtete nebenher Mandoline und Gitarre und spielte, wann immer es geht, in Kneipen, Cafés und Bars Klavier. Später machte er seine Leidenschaft zum Hauptberuf und reiste als Musiker durch das Land - immer wieder lässt man ihn in Etablissements wegen seiner Hautfarbe nicht auftreten und er muss auf Kirchen oder Bordelle ausweichen. Doch Scott Joplin ließ sich nicht entmutigen. 1893 trat er sogar bei der Weltausstellung in Chicago auf.

Ragtime macht durch Scott Joplin Furore

Langsam begann er für seine Auftritte eigene Kompositionen zu schreiben und da sein Publikum verrückt nach Ragtime war, komponierte er neben Walzern, Märschen und Slow Drags eben auch Ragtime Stücke. Eines der Ersten, "Maple Leaf Rag", benannt nach dem Club, in dem Scott Joplins lange als Hauspianist gearbeitet hatte, verkaufte sich anfangs nur schleppend - 400 Exemplare werden das erste Jahr gekauft, für Scott Joplin bleiben armselige vier Dollar an Einnahmen übrig. Doch das Stück verbreitet sich schnell unter den Pianisten und jeder möchte es in seinem Programm haben, Scott Joplin wird Kult, Ragtime sorgt sogar in New York für Begeisterung. Das hat Folgen: im Jahr darauf schossen die Verkaufszahlen auf eine halbe Million und stiegen von Jahr zu Jahr mehr. 1902 folgte dann der "Entertainer", ein weiterer Erfolg. 

Schicksalsschlag lässt Scott Joplin's Oper verschwinden

Doch Scott Joplin komponierte nicht nur Ragtime Stücke, er schrieb unter anderem auch zwei Opern, eine Sinfonie und ein Musical. Leider sind die Werke - bis auf eine Ausnahme - verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. Für seine erste Oper "The Guest of Honor" gründete er sogar eine Operngruppe, probte mit ihnen und ging auf Tour. Allerdings wurde vor dem ersten Auftritt das Geld gestohlen, mit dem die Miete für die Opernhäuser bezahlt werden sollte. So konnte Scott Joplin seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen, die Tour wurde abgebrochen und das meiste von seinem Besitz, inklusive der Opernpartitur konfisziert. Zum Glück komponierte Scott Joplin weiter und erholte sich wieder von diesem Desaster. 

Pulitzer Prize für Scott Joplin 

Seine zweite Oper "Treemonisha" gibt es noch - sie war zunächst allerdings ein großer Misserfolg und geriet in Vergessenheit. Erst 1970 wurde sie wiederentdeckt und kurze Zeit später aufgeführt. Es geht darin um eine 18-jährige befreite Sklavin, die lesen lernt und die afroamerikanische Community davon überzeugen will, wie wichtig Bildung ist. 1976 bekam Scott Joplin dafür posthum den Pulitzer Prize

Scott Joplin privat

Privat ging es bei Scott Joplin auf und ab. Nach der Scheidung seiner ersten Frau Belle, heiratete er die 20-jährige Freddie Alexander. Die Hochzeitsreise war eher eine Konzerttour für den Musiker. Gegen Ende zog sich Freddie eine schwere Erkältung zu, die mit einer tödlichen Lungenentzündung endete. Nach nur 11 Wochen Ehe war Scott Joplin Witwer. Zum Glück traf er bald darauf seine dritte große Liebe: Lottie. Mit ihr gründete er einen eigenen Verlag, um seine Musik selbst publizieren zu können. Scott Japlin wird als intelligenter, eloquenter und höflicher Mann beschrieben. Er soll sehr still, ernst und bescheiden gewesen sein und Small Talk gemieden haben. Er half aber immer wieder gerne jüngeren Musikern und glaubte fest an die Macht von Wissen und Bildung. Leider kein Aprilscherz: am 1. April 1917 starb er an den Folgen einer Syphilis-Infektion in einer Nervenheilanstalt. 

K.Jäger

   

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