Sergej Rachmaninow

sergej-rachmaninow © AdobeStock/ syntheticmessiah
Heute kennen wir Sergej Rachmaninow als den „Letzten Romantiker“ der Musikgeschichte. Für seine Zeitgenossen war er ein Klaviervirtuose und gefragter Dirigent.

Rachmaninow - Das Wunderkind

Sehr früh wurde das Talent des jungen Sergej Rachmaninow (auch Rachmaninov), der sich selbst Rachmaninoff schrieb, entdeckt. Auch wenn es zunächst Anfangsschwierigkeiten gab, da er die Abschlussprüfungen am Petersburger Konservatorium nicht bestand. Sein Cousin, der Pianist Alexander Siloti, brachte ihn danach zunächst beim Klavierpädagogen Nikolai Sergejewitsch Swerew unter, bei dem er sogar wohnen konnte und dessen Klasse er am Moskauer Konservatorium besuchte. Dort lernte Sergej Wassiljewitsch Rachmaninow die Komponisten Mussorgsky und Tschaikowsky sogar persönlich kennen. Neben seinem Hauptinstrument studierte er auch Komposition. Seine ersten Werke kamen bei Presse und Publikum gut an, doch Rachmaninow war zeitlebens ein unsicherer Mensch, der später auch zu Depressionen neigte.

Wir haben das Glück, dass Sergej Rachmaninow uns einige Aufnahmen hinterlassen hat, wie er persönlich am Klavier sitzt und seine eigenen Werke interpretiert. Hier sein berühmtes Klavierprelude in g-Moll:

Geldsorgen und die erste Schaffenskrise

Rachmaninow lebte auf großem Fuß; das brachte ihn nicht selten in finanzielle Schwierigkeiten. Reisen war ihm verhasst, sodass er nicht auf Konzerttournee gehen wollte und das Klavierunterrichten lag ihm nicht. Als die Uraufführung seiner 1. Sinfonie dann auch noch mit harscher Kritik verrissen wurde, stürzte ihn das in eine erste tiefe Schaffenskrise. Er brauchte drei Jahre ärztliche Behandlung, um sich seelisch wieder aufzubauen.

Rachmaninows zweites Klavierkonzert

Um 1900 begann Rachmaninow mit der Arbeit an seinem 2. Klavierkonzert. In der Uraufführung übernahm er selbst den Klavierpart und das Publikum war begeistert. Rachmaninow hatte sein Selbstvertrauen und seinen Platz als Komponist in der Welt wieder. Das Konzert widmete er daher seinem Arzt Dr. Dahl. Heute gehört sein 2. Klavierkonzert zum Standartrepertoire jedes Pianisten und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Vor allem auch die Morceaux de fantaisie (dt. Fantasiestücke) op. 3, eine Sammlung von fünf 1892 komponierten Solostücken für das Klavier, mit der Prélude cis-Moll, auch als „die Glocken von Moskau“ bekannt, ist besonders berühmt.

Zwar nicht die Uraufführung, aber diese rauschende Aufnahme vermittelt doch das Können des Tastenvirtuosen Rachmaninow.

Rachmaninows Absolutheit

Sergej Rachmaninow hatte ein absolutes Gehör. Aber er besaß mehr: Er hatte ein Talent, Menschen sehr genau einschätzen zu können, hinter ihre Fassade zu blicken. Als in Russland 1917 die Revolution ausbrach, begriff er schnell, dass in Russland eine Demokratie keine Chance haben würde und er floh aus der Heimat, zunächst mit der Absicht wieder zukommen. Er nahm zunächst die Einladung zu einem Konzertauftritt in Schweden an. Danach folgte Dänemark bis die Endstation die USA waren. 

Rachmaninow im Exil in den USA

Über die Schweiz führte Rachmaninows Weg nach Amerika, wo er sich als gefeierter Dirigent und Klaviervirtuose einen Namen machte. Nach kritischen Äußerungen über das sowjetische System wurde ihm die Einreise in die Heimat verwehrt. Das brachte sein kompositorisches Schaffen beinahe komplett zum Erliegen. Er lebte in Zurückgezogenheit, Englisch lernte er nie richtig und Russland, seine Heimat, fehlte ihm als Inspiration: „Nachdem ich Russland verlassen hatte, verlor ich die Lust am Komponieren. Mit dem Verlust der Heimat verlor ich mich selbst.“

Schließlich kaufte er sich 1930 in der Schweiz eine Villa, um zumindest wieder in der Nähe seiner alten Welt sein zu können. Doch diese neue Inspirationsquelle reichte nicht; an die Erfolge seiner früheren Kompositionen konnte er nicht mehr anknüpfen.

Dreifache Begabung

Rachmaninow sah sich zeitlebens hin- und hergerissen zwischen einer Karriere als Pianist, Komponist und Dirigent. Tatsächlich konnte er allen dreien Berufungen ein Stück weit folgen. Rachmaninow selbst sah sich aber am ehesten als Komponist und räumte dieser kreativen Arbeit so viel Zeit ein wie möglich. Er stellt sich in die Tradition von Franz Liszt und Frédéric Chopin: Virtuosität, gegeneinander laufende Stimmen und die Eleganz eines Pariser Salons mischen sich in seinen Werken.

Kurz vor Sergej Rachmaninows Tod am 28. März 1943, erhielt er noch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Diese beantragte er, um seiner Familie Probleme mit dem Erbe zu ersparen. Außerdem kaufte er noch 1942 ein Haus in Beverly Hills. Kurz vor seinem 70. Geburtstag starb er an Krebs. Er wurde auf dem Kensico-Friedhof in Valhalla (New York) beerdigt. Seine Frau und eine seiner beiden Töchter wurden neben ihm begraben.
   

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