Astronaut im Weltall
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Astronaut im Weltall
Klassikkonzert wird zur Weltraumreise:

Live-Hörspiel: Dark Room: Blindflug ins All

Schlafbrille auf und ab ins All - es warten spannende Abenteuer! Beim Treppenhausorchester werden Klassikkonzerte zu spannenden Events.

Mit Schlafbrille im Konzert

Hand aufs Herz: bei einem Klassikkonzert denkt man vielleicht an ein schöne Veranstaltung, aber nicht wirklich an ein spannendes Event. Dabei kann auch Klassik aufregend sein. Das zeigt das Orchester im Treppenhaus aus Hannover. Es lässt sich immer wieder neue, außergewöhnliche Klassikformate einfallen. So auch “Dark Room - Blindflug ins All”. "Es beginnt schon ganz ungewöhnlich dieses Konzert, weil unsere Musikerinnen und Musiker selbst unser Publikum rein bringen. Wir ziehen ihnen schon vor dem Raum die Schlafbrillen an und bringen sie dann an ihren Platz. Das heißt, sie wissen auch gar nicht, wo sie sind", erklärt Thomas Posth, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer.

In jedem Hörspiel soll man ja wirklich das Gefühl haben dabei zu sein (...) Deshalb machen wir die ganzen Geräusche, die so eine Weltraumkapsel machen könnte, mit dem Orchester auch!
Thomas Posth, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer

Mitten drin, statt nur dabei: im Live-Hörspiel!

Auf die Besucher wartet dabei auch kein "normales" Konzert, sondern ein Live Hörspiel mit Orchester, Sprechern und Geräuschen: "Wir erzählen immer eine wahre Geschichte, die von zwei bekannten Synchronsprecherinnen oder Synchronsprechern erzählt wird und dazwischen kommt Musik. Das Tolle ist auch, dass wir auch immer alle Sounds machen. Denn in jedem Hörspiel soll man ja wirklich, das Gefühl haben dabei zu sein, in dem Fall also, im Weltraum zu schweben. Deshalb machen wir diese ganzen Geräusche, die so eine Weltraumkapsel machen könnte, mit dem Orchester auch", berichtet Thomas Posth begeistert.

Eindrücke aus einer früheren "Dark Room"-Folge:
DARK ROOM - Eine orchestrierte Freiheitsberaubung
DARK ROOM - Eine orchestrierte Freiheitsberaubung

Stimmen aus Hollywood hautnah

Dabei könnte es den Besuchern auch passieren, dass sie akkustisch dem ein oder anderen Hollywoodstar begegnen: "Die beiden Kosmonauten, die unterwegs sind im All, werden von Tobias Kluckert und Markus Off gesprochen. Tobias Kluckert spricht ganz viele Hollywoodstars, z.B. Bradley Cooper und Markus Off hat z.B. Johnny Depp in "Fluch der Karibik" gesprochen", so Thomas Posth.

Bunt gemischtes Publikum

Die Resonanz auf diese und alle anderen Formate des Treppenhausorchesters ist riesig: die Vorstellungen in Hannover zum Beispiel sind jedes Mal ausverkauft. Dabei kommen sowohl viele Menschen, die normalerweise nicht in ein Klassikkonzert gehen, als auch die üblichen Konzertgänger. Die Altersspanne reicht von 16 bis 85 Jahren, dabei liegt der Schnitt allerdings um 24 Jahre unter dem von normalen klassischen Konzerten.

Seltenes Phänomen: unbeobachtete Musizierende

Doch nicht nur für die Besucher, auch für die Musizierenden ist die Erfahrung bei "Dark Room - Blindflug ins Weltall" eine ganz besondere: "Es ist ein bisschen lustig eigentlich", meint Thomas Posth mit einem Lachen, "weil die Tatsache, dass uns niemand sehen kann, dazu führt, dass wir auf der Bühne auch ein bisschen unseren Spaß haben können und nicht die ganze Zeit auf dem Präsentierteller sitzen.  Das heißt, gerade wenn wir Atmosphären oder Geräusche machen, das sind echt einfach sehr lustige Momente auch für uns und es ist schön, dabei auch unbeobachtet zu sein. Ansonsten sind es für uns natürlich auch spannende eineinhalb Stunden und wir spüren auch, dass das Publikum da komplett mit drin ist."

Also diese Freude, die ich dann bei unseren eigenen Leuten sehe, die finde ich sehr schön und berührend
Thomas Posth, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer

Besondere Begegnungen mit dem Publikum

Besonders berührend sind dabei oft die Momente, wenn Musizierende, die nicht fest zum Orchester gehören, zum ersten Mal das Publikum blind hereinführen, erklärt Thomas Posth: "Sie sind meistens sehr aufgeregt davor. Doch wenn dann die ersten Leute reingebracht wurden und man sieht, wie glücklich es die Musikerinnen und Musiker macht, weil sie merken: 'Mensch, wir hatten einen sehr sehr schönen kurzen Kontakt mit den Menschen, die sich uns vollkommen anvertraut haben und es funktioniert alles und jetzt ist der ganze Saal voll mit Leuten, die da mit Schlafbrillen sitzen.' Also diese Freude, die ich dann bei unseren eigenen Leuten sehe, die finde ich sehr schön und berührend".

Nächstes Wochenende geht es wieder ins All

Die nächste Möglichkeit, musikalisch ins All zu reisen, gibt es am nächsten Wochenende. Alle Infos dazu - und auch zu den weiteren außergewöhnlichen Formaten des Treppenhausorchesters in Hannover finden Sie auf deren Website.

(14.11.22/K.Jäger)