Arzt und Patient im Gespräch
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Arzt und Patient im Gespräch
-ANZEIGE- Die Gesunde Stunde Sendung

Das Multiple Myelom – wenn gesunde Zellen bösartig werden

Plasmazellen sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems, da sie Krankheitserreger abwehren. Doch was passiert, wenn sich die gesunden Plasmazellen bösartig verändern und unkontrolliert vermehren?

Bereits zum 10. Mal stand der Monat September im Zeichen von Blutkrebserkrankungen. Ziel des World Blood Cancer Awareness Month ist es, auf Blutkrebserkrankungen aufmerksam zu machen und über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären. Eine Form von Blutkrebs, ausgehend von Plasmazellen im Knochenmark, ist das Multiple Myelom. In Deutschland erkranken jährlich etwa 6.000 bis 7.000 Menschen – somit kommt das Multiple Myelom zwar eher selten vor, es handelt sich aber dennoch um die zweithäufigste Blutkrebserkrankung.1,2 Das Multiple Myelom ist bislang nicht heilbar, trotzdem kann man die Erkrankung heutzutage recht gut behandeln und lange Zeit in Schach halten.3

Dr. med. Hans Salwender
privat
Dr. med. Hans Salwender

ZU GAST IN DER GESUNDEN STUNDE AM 09. Oktober 2021

Dr. med. Hans Salwender, Sektionsleiter der Hämatologie und insbesondere für das Multiple Myelom an den Asklepios Kliniken Altona und St. Georg in Hamburg zuständig, ist zu Gast in der Gesunden Stunde. Moderator Patrick Singer spricht mit ihm über die Entstehung des Multiplen Myeloms und wie man es erkennen und behandeln kann.

Das Wesen der Erkrankung ist ein Immundefekt

Das Multiple Myelom wird auch als Plasmozytom bezeichnet, da die Ursache der Erkrankung eine Entartung der sogenannten Plasmazellen ist. Normalerweise bilden Plasmazellen Antikörper für die Abwehr von Krankheitserregern. Beim Multiplen Myelom wird durch das fehlgeleitete, bösartig erkrankte Immunsystem die Abwehr, sowie die Blutbildung im Knochenmark unterdrückt.3

Die Erkrankung kann über Jahre ohne Anzeichen verlaufen

Jede/r vierte Betroffene hat bei Diagnosestellung noch keine Beschwerden und so wird die Diagnose oft eher zufällig im Rahmen einer Blutuntersuchung gestellt.1 Erste Anzeichen der Erkrankung sind häufig allgemein und bedingt durch Blutarmut oder Knochendefekte. Dazu gehören Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit, Abgeschlagenheit und Müdigkeit sowie Knochenschmerzen.3

Mit innovativen Behandlungen die Erkrankung in Schach halten

Die Behandlung des Multiplen Myeloms zielt darauf ab, die Erkrankung zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen - eine Heilung gibt es allenfalls für einen kleinen Teil der Patienten.6 Dennoch ist es Ziel, eine annähernd normale Lebenserwartung anzustreben ohne Beschwerden durch die Erkrankung und möglichst mit geringen Nebenwirkungen, so der Experte. „Eine der prominentesten Therapien ist die Stammzellentransplantation. Daneben werden zielgerichtete Therapien eingesetzt oder Therapien, die das Immunsystem so modifizieren, dass es sich selbst gegen die Erkrankung richtet“, erklärt Dr. Salwender. Zunehmend werden neue Arzneimittel entwickelt, die zunächst bei einem Rückfall der Erkrankung eingesetzt werden.

Mit einem gesunden Lebensstil die Behandlung unterstützen

„Die Patienten sollen normal weiterleben“, rät Dr. Salwender. Der Arzt empfiehlt zusätzlich zu der individuell vereinbarten Therapie eine gesunde Lebensführung mit einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die Reduktion von Infektionsrisiken und ausreichendes Trinken, um die Nieren zu unterstützen. Auch sportliche Aktivitäten sind wünschenswert und sollten regelmäßig erfolgen, um die Knochen und die Muskulatur zu stärken.4,5

 

1. Onkopedia-Leitlinie „Multiples Myelom“, Hrsg. DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V., Stand 5/2018, verfügbar unter https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/multiples-myelom/@@guideline/html/index.html

2. Multiples Myelom: Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten. ESMO/Anticancer Fund-Patientenleitlinie, Stand 2017, verfügbar unter https://www.esmo.org/content/download/138233/2546609/file/DE-Multiples-…

3. Blauer Ratgeber „Plasmozytom Multiples Myelom“, Hrsg. Stiftung Deutsche Krebshilfe, Stand 4/2018, verfügbar unter https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Plasmozytom-Multi…

4. Das multiple Myelom. Ratgeber für Patienten und Angehörige. Asklepios-Klinik St. Georg, Hamburg; 04/2017

5. Patientenhandbuch Multiples Myelom 2017; Universitätsklinikum Heidelberg

6. Robert-Koch-Institut Krebs in Deutschland | 2015/2016 (krebsdaten.de), abgerufen am 1.10.2021

 

Dieser Text richtet sich an / schließt prinzipiell alle Geschlechter mit ein. Zur Vereinfachung beim „Lesen und Verstehen“ wird der Text bewusst einem einzigen Geschlecht zugeschrieben. Es ist der Verfasserin des Textes selbst überlassen, welchem Geschlecht/binäre Person dieser Text zugeschrieben wird.

Die Sendung zum Nachhören

Dr. med. Hans Salwender spricht in der Gesunden Stunde über die Entstehung des Multiplen Myeloms und wie man es erkennen und behandeln kann.

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NP-DE-MMU-ADVR-210003 (10/2021)