Im Alter aktiv sein - auch eine Frage der Sehkraft
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Im Alter aktiv sein - auch eine Frage der Sehkraft
-ANZEIGE- Die Gesunde Stunde Sendung

Feuchte Makuladegeneration: Eine Gefahr für das Augenlicht

Flüssigkeitsansammlungen in und unter der Netzhaut können zur Zerstörung von Sehzellen führen. Wichtig ist, die Erkrankung früh zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln.

Das passiert bei der Makuladegeneration

Die altersabhängige Makuladegeneration ist hierzulande mit nahezu 7,5 Millionen Betroffenen eine Volkskrankheit und dennoch weitestgehend unbekannt. Eine Umfrage zeigt, dass hierzulande der Großteil der Risikogruppe die Erkrankung nicht kennt1. Wichtig zu wissen: Ab einem Alter von etwa 50 Jahren steigt das Risiko, an einer Makuladegeneration zu erkranken, denn sie ist eine Alterserscheinung: Zunächst sammeln sich Abfallprodukte aus dem Stoffwechsel im Bereich der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens, an und schädigen die Sehzellen. Diese Form wird als trockene AMD bezeichnet und schreitet nur langsam voran2. Bei 15 Prozent der Patientinnen und Patienten entwickelt sich aus ihr jedoch eine feuchte AMD mit Flüssigkeitsansammlungen in und unter der Netzhaut. Dann können Betroffene sehr schnell starke Sehkraftverluste erleiden1,2. Im Gegensatz zur trockenen Form kann die feuchte Form behandelt und so dem Sehkraftverlust entgegengewirkt werden.

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Veränderungen im Auge bei feuchter AMD

Bei einer feuchten AMD sorgt ein Zuviel des körpereigenen Botenstoffs VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) dafür, dass sich poröse und krankhafte Blutgefäße unter der Netzhaut bilden und sich schädliche Flüssigkeit in und unter ihr ansammelt. Das führt dazu, dass Zellen im Bereich des scharfen Sehens, der Makula, absterben und sich das Sehen verschlechtert.

Ursache für die Flüssigkeitsansammlungen sind neu gebildete, brüchige Blutgefäße, die in die Netzhaut hineinwachsen. Aus den Gefäßen tritt Flüssigkeit aus, die sich in und unter der Netzhaut ansammelt. Das führt letztendlich zur Zerstörung der Sehzellen im Bereich des scharfen Sehens (Makula)2. Ein typisches Anzeichen ist ein dunkler Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes. Zudem erscheinen gerade Linien häufig verzerrt oder verbogen, und scharfes Sehen ist kaum mehr möglich.

Ricarda Schumann
privat
Ricarda Schumann

Zu Gast in der "Gesunden Stunde"

Professorin Dr. med. Ricarda Schumann ist Fachärztin für Augenheilkunde am Augenzentrum im Brienner Hof in München. Wir sprechen mit ihr über die feuchte altersabhängige Makuladegeneration, wie die Erkrankung entsteht und wie diese behandelt wird.

Hören Sie rein:

  • Feuchte Makuladegeneration: Wie entsteht die Erkrankung?
  • Therapie der fAMD

Je früher, desto besser: Diagnose und Behandlung der feuchten AMD

Wird die feuchte Makuladegeneration frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, kann ein Fortschreiten der Krankheit meist verhindert und einer Erblindung vorgebeugt werden. Daher ist eine frühe Diagnose so wichtig. Mithilfe des Amsler-Gitter-Selbsttests lässt sich auch zuhause überprüfen, ob sich die Sehkraft verändert, etwa, ob Linien verzerrt erscheinen. Schon bei kleinsten Anzeichen ist es ratsam, den eigenen Augenarzt oder die Augenärztin aufzusuchen. Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) empfiehlt zudem ab dem 55. Lebensjahr eine Früherkennungsuntersuchung3. Zur Behandlung der feuchten AMD werden zumeist sogenannte VEGF-Hemmer in das Auge verabreicht. Sie hemmen den körpereigenen Botenstoff VEGF und verhindern so, dass sich poröse und krankhafte Blutgefäße unter der Netzhaut bilden und sich schädliche Flüssigkeit in und unter ihr ansammelt. Wichtig: Die Therapie muss regelmäßig und dauerhaft durchgeführt werden. Betroffene sollten ihre Sehkraft immer wieder mit dem Amsler-Gitter testen und Kontroll- und Therapietermine unbedingt einhalten. Nur so lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern und einer Erblindung vorbeugen.

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Referenzen:

1 Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. Statistik zur AMD. https://augeninfo.de/cms/nc/hauptmenu/presse/statistiken/statistik-alte… (zuletzt abgerufen am 20.09.2021)

2 Stahl, A. (2020). Diagnostik und Therapie der altersabhängigen Makuladegeneration. Deutsches Ärzteblatt, 117 (29-30), S. 513-519

3 Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. Statistik zur AMD. https://augeninfo.de/cms/hauptmenu/augenheilkunde/augenerkrankungen/makuladegeneration.html (zuletzt abgerufen am 20.09.2021)

Die Gesunde Stunde

Einleitung der Sendung

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Die Gesunde Stunde

Professorin Dr. Ricarda Schumann erklärt, was eine feuchte altersabhängige Makuladegeneration ist, und wie sie das Sehen beeinträchtigt.

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Die Gesunde Stunde

Neben der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration gibt es auch eine trockene Form. Professorin Dr. Ricarda Schumann erläutert die Unterschiede.

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Die Gesunde Stunde

Einleitung zum 2. Teil der Sendung.

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Die Gesunde Stunde

Professorin Dr. Ricarda Schumann schildert Symptome der feuchten Makuladegeneration und erklärt, wie sich Veränderungen der Sehkraft mithilfe des Amsler-Gitter-Selbsttests überprüfen lassen.

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Die Gesunde Stunde

Professorin Dr. Ricarda Schumann erklärt, wie die Therapie bei einer feuchten Makuladegeneration funktioniert und ob ein bestimmter Lebensstil helfen kann, die Erkrankung zu vermeiden.

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