Opernhaus Zürich
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Umfrage

Mehr Offenheit für Kultur in der Schweiz

Im Vergleich zu der letzten Befragung über Kulturbesuche nach Corona zeigen die Schweizer nun wieder mehr Interesse an Veranstaltungen.

Das Comeback der Kultur

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Kulturbetriebe? Diese Frage stellten sich das Bundesamt für Kultur (BAK) und das Generalsekretariat der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (GS EDK) im Jahr 2020, als die Pandemie ausbrach. Um ein besseres Verständnis der sich verändernden Situation zu erhalten, führten sie ab Juni 2020 Befragungen mit aktuell 1.235 Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz durch.

Nach zwei Jahren Zwangspause blüht das Angebot von Kulturveranstaltungen nun zwar wieder auf, doch vielerorts haben Einrichtungen noch immer mit einem hohen Publikumsmangel zu kämpfen. Schlechte Vorverkäufe und halbleere Konzertsäle bremsen das Comeback der Kulturveranstaltungen immens. Am 19. Dezember 2022 wurden nun die Umfrageergebnisse der vierten Befragung der BAK und GS EDK veröffentlicht und hielten sehr schöne Zahlen bereit: In der Schweiz steigt Lust auf Kulturbesuche nach der Corona-Krise!

30 Prozent mehr Bereitschaft als im Vorjahr

Während bei der letzten Befragung vom April 2021 zwei Drittel der Teilnehmenden noch Bedenken äußerten, kulturelle Institutionen zu besuchen, sind es mittlerweile nun zwei Drittel, die wieder Bereitschaft dafür zeigen. Aktuell bringen nur noch 30 Prozent eine gewisse Skepsis mit. Erhebliche Auswirkungen hat die Unsicherheit bezüglich der Coronapandemie auf die Laienkultur. So seien 18 Prozent der Aktiven seit der Pandemie ausgestiegen.

Mit digitalen Ersatzformaten wurde während der Pandemie versucht, eine Alternative zum Kulturprogramm für zu Hause zu schaffen. Die Umfrage ergab, dass diese zwar gut ankamen, den analogen Kulturbetrieb allerdings keinesfalls ersetzen können. Während der Pandemie am meisten vermisst habe das Kulturpublikum der Umfrage zufolge die Begegnungen und den Austausch mit anderen Besuchern aufgrund der Kontaktbeschränkungen. Daher erachteten 69 Prozent der Befragten das Angebot vor Ort nach wie vor als unverzichtbar.

(21.12.2022 / L. Weißenberger)