In Sportschuhen bekleidete Füße auf dem Weg zum Sport
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In Sportschuhen bekleidete Füße auf dem Weg zum Sport
Sport und Musik

Studie zeigt: Klassische Musik hilft beim Sport

Klassik im Fitnessstudio, passt das? Wissenschaftler der Brunel University London fanden heraus: sie ist perfekt für Aktive.

Sportwissenschaft und Musik

Musik beim Sport - ein kleines Wundermittel. Beim Blick ins Fitnessstudio findet man auf den Playlists meist eher Hip-Hop, Pop oder Rock, wenig klassische Musik. Das sollten sportlich Aktive aber schleunigst ändern.

Bei einer Studie der Brunel University in London spielten Forscher und Forscherinnen mehreren Probanden während ihres Workouts Musik vor. Gleichzeitig wurden deren Leistungsfähigkeiten und auch Gehirnströme gemessen. Hierbei zeigte sich, dass sich die musikalische Unterstützung allgemein sehr positiv auf die Teilnehmenden ausgewirkt hatte. Sie fühlten sich nicht nur motivierter und hatten ein schnelleres Zeitgefühl, es wurden auch bestimmte Areale im Gehirn gehemmt, welche dem Körper Erschöpfung signalisieren. Diese Effekte stachen ganz besonders bei der Klassik hervor.

Die richtige Auswahl zählt

Besonders wichtig bei diesem Genre ist dabei die Wahl der Stücke. So ist vor dem Training motivierende Musik wichtig, die einem ein gutes Gefühl gibt und auf das Kommende vorbereitet. Während des Sports sind dann aufregende Melodien zu empfehlen, da sie den Körper bei der Herz- und Lungenarbeit unterstützen. Wenn es dann richtig anstrengend wird sind laute und dominante Musiktitel wichtig, da sie einen von der Anstrengung und dem Schmerz ablenken. Nach der körperlichen Verausgabung empfiehlt die Wissenschaft ruhige Musik zum herunterkommen und abkühlen. Diese helfen nämlich dabei, das Stresshormon Cortisol zu senken und zurück auf ein Normallevel zu bringen. Man regeneriert also schneller. 

Inspiration für die Sportplaylist von Luke Howard, Recherche Assistent der Brunel University London

  1. Boléro von Maurice Ravel – mit einem durchschnittlichen Tempo von 70 bpm ist es die perfekte Motivation und Vorbereitung
  2. Juba Dance der Symphonie No. 1 in E minor von Florence Price – Sehr gut für die Aufwärmphase, da es sich langsam aufbaut und mit einem fulminanten Ende auf den nächsten Teil des Trainings vorbereitet
  3. Part IV. Finale, Allegro Assai, Symphony No. 40 in G minor von Wolfgang Amadeus Mozart – die mitreisende Musik ist perfekt für ein moderates Training. Die aufregende Melodie ist dabei gut für die Herz- und Lungenarbeit.
  4. Prélude des ersten Akts von Carmen von Georges Bizet – Hilft dabei die intensiven, anstrengenden Phasen des Workouts zu überstehen. Die Melodie und Harmonie des Stücks ist gut, um von der Anstrengung und dem Schmerz abzulenken.
  5. Der Frühling aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ – Zum Abkühlen und herunter kommen. Das ruhige Stück hilft dabei das Stresshormon Cortisol zu senken, man regeneriert also schneller.
Auch im Internet finden sich klassische Sport-Playlists
Classical Music for Sports (Music for Running and Training)
Classical Music for Sports (Music for Running and Training)

Der frühe Vogel

Und wenn man jetzt schon die richtige Musik und die Motivation zum Sport gefunden hat, dann braucht man nur noch die passende Uhrzeit. Hierzu gibt es gute Nachrichten für alle Morgenmenschen!

Eine weitere Studie, unter der Leitung von Erik Willis, zeigt nun: Wer morgens Sport macht, nimmt leichter ab. Über zehn Monate untersuchte der Forscher aus der USA übergewichtige Menschen, die zu unterschiedlichen Uhrzeiten trainierten. Diese Untersuchung zeigte: Leute die früh aufstehen nahmen 7,2% mehr ab, als die anderen Probanden.

Also am besten: Morgens raus aus den Federn, Klassik Radio an und auf zum Sport.

Nicht geeignet beim Laufen

Aber auch Klassik ist kein Allheilmittel. Für Menschen die gerne laufen ist die klassische Musik nicht unbedingt die beste Wahl. Das kommt durch die in diesem Genre häufig auftretenden Tempiwechsel. Die Forscher und Forscherinnen aus London zeigten nämlich, dass sich der Körper gerne an das gehörte Tempo anpasst. Für ein gleichmäßiges Lauftempo ist das also eher kontraproduktiv.

Bei den sogenannten HIIT-Trainings, also einem ständigen Wechsel zwischen moderatem Gehen und schnellen Sprints, kann klassische Musik dann natürlich wieder hilfreich sein.

(05.05.2021/A.Kohler)