Ältestes Bibliothek Deutschlands entdeckt

Antike Fundamente aus dem 2. jahrhundert

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In Köln wurde die älteste Bibliothek Deutschlands entdeckt. Wir haben mit Dr. Marcus Trier, Museumsdirektor des Römisch Germanischen Museums in Köln darüber gesprochen.

Archäologen machen sensationellen Fund

"Wir sind bei Ausgrabungen im Stadtzentrum auf die Fundamente einer antiken Bibliothek gestoßen. Wirklich im Herzen der Stadt in der Schildergasse, einer Fußgängerzone mitten in Köln, direkt daneben steht die Antonitakirche und da sind die Fundamente ans Tageslicht gekommen", erzählt Dr. Marcus Trier, Museumsdirektor des Römisch Germanischen Museums in Köln.

Warum erst jetzt gefunden?

Die Fundamente lagen so tief, dass jüngere Gebäude auf älteren aufbauen. Die älteren Fundamente dieser römischen Bibliothek lagen ungefähr 3 bis 4 Meter tief und haben sich unter der jüngeren Bebauung erhalten. In Köln gibt es viele Trümmergrundstrücke, das sind die Narben des Zweiten Weltkrieges. Diese Fläche, die bis ins 19. Jahrhundert dicht bebaut war, lag bis ins Ende des Zweiten Weltkrieges als Parkplatz brav", erklärt uns Dr. Marcus Trier.

Wie wurde dieses antike Gebäude entdeckt?

"Als Stadtarchäologie sind wir in jedes Baugenehmigungsverfahren eingebunden. Für dieses Projekt haben wir ein Zeitfenster bekommen und haben uns dann quasi von den jüngsten Schichten in der Antike heruntergeraben", sagt der Museumsdirektor. "Wir haben etwa 4.000 alte Fundberichte. Wir wussten wo wir sind, nämlich im Bereich des Forums. Das war eine große, öffentliche Versammlungsfläche, wie sie jede große römische Stadt hatte. Wir kennen auch Bebauungen von diesme Forum, aber dieses Gebäude kannten wir so nicht. Wir hatten also Hinweise, aber nicht in der Form, wie wir es vorgefunden hatten."

Eine antike Bibliothek

"Das wirklich Kennzeichnende, was auch klar die Zuschreibung als Bibliothek möglich macht, ist die architektonische Ausbildung. Wir haben zwar keine Schriftrollen gefunden, weil sie die Zeit natürlich nicht überdauern. Aber die Nieschen weisen darauf hin, dass es früher dort Schirftrollen gelegen haben", so der Museumsdirektor Dr. Marcus Trier.

Was passiert jetzt mit dem Gebäude?

Das Gebäude wird jetzt in den modernen Bau, also das Untergeschoss eingebaut und möglichst sichtbar gemacht", sagt Dr. Marcus Trier. "Sie sollen in den Kirchenneubau integriert werden."
   

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