155 Jahre Uraufführung Tristan und Isolde

Premiere mit Hindernissen

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Nach etlichen gescheiterten Versuchen kam Wagners Tristan und Isolde heute vor genau 155 Jahren endlich auf die Bühne. Dabei gab es nicht nur Drama auf der Bühne…

Die unendliche Geschichte der Uraufführung von Tristan und Isolde

Allein der Akt, die Oper "Tristan und Isolde" auf die Bühne zu bringen, erwies sich als Drama. Denn eigentlich sollte die Uraufführung des Stücks bereits sechs Jahre vorher in Karlsruhe stattfinden. Leider schmeißt der Tenor im letzten Moment das Handtuch. Das Projekt platzt. Der zweite Versuch, Tristan und Isolde in Karlsruhe aufzuführen, scheitert daran, dass die Wunschkandidaten bei der Wiener Hofoper angestellt sind und diese will Tristan und Isolde selbst aufführen.

Auch beim dritten Anlauf, das Stück zu verwirklichen, kommt etwas dazwischen. Erst verliert Tristan die Stimme, dann Isolde und nach 77 Proben wird das Projekt schließlich aufgegeben, so wie weitere Versuche, Tristan und Isolde in Weimar oder Dresden auf die Bühne zu bringen.

Irrungen und Wirrungen auch abseits von Tristan und Isolde

Schließlich wird entschlossen, dass München der Ort der Uraufführung werden soll. Da gibt es nur ein Problem… die Münchner mögen Richard Wagner nicht so sonderlich…sie werfen ihm vor, politisch zu links gerichtet zu sein, verschwenderisch zu leben und dass er dann auch noch Sachse ist, verschafft ihm auch keine zusätzlichen Sympathien.

Und dann ist da auch noch Richard Wagners Liebesleben, das die Uraufführung von "Tristan und Isolde" verkompliziert. Er hat sich nämlich ausgerechnet in die Frau seines Dirigenten, Cosima von Bülow, verliebt. Sie bekommt sogar eine Tochter von ihm, das Kind wird offiziell aber als das ihres Mannes, Hans Bülow, ausgegeben.

Dramatische Ereignisse am Tag der Uraufführung

Am Tag der ursprünglichen Uraufführung von Tristan und Isolde geht dann alles drunter und drüber: Richard Wagner hat sich finanziell übernommen, deshalb werden am Morgen seine Möbel gepfändet. Fast zeitgleich erfährt er, dass seine Ehefrau Minna im Sterben liegt, die Akustik im Residenztheater ist grottenschlecht, die Münchner verstimmt, weil sie aus der Presse erfahren haben, dass der Dirigent sie bei der Probe als „Schweinhunde“ bezeichnet hat. 

Das Ganze gipfelt darin, dass die Sängerin der Isolde im letzten Moment ausfällt. Ihr Mann steht wenige Stunden vor der Uraufführung vor Richard Wagners Haustür und erklärt, mit Tränen in den Augen, dass seine Frau heiser sei. Die teils internationalen Premierengäste müssen unverrichteter Dinge wieder heimfahren.

Was lange währt...

Zum Glück erholt sich die Sängerin nach einer Kur wieder und auch alle anderen Wogen können geglättet werden: Am 10. Juni 1865 war es dann endlich soweit: Tristan und Isolde von Richard Wagner wird im Königlichen Hof- und Nationaltheater in München aufgeführt.


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(K.Jäger)
   

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