"50 % Auslastung möglich" - Bestätigt neue Aerosole Studie

Konzerthaus Dortmund liefert Diskussionsgrundlage

50-auslastung-möglich-bestätigt-neue-aerosole-studie © Simeon Klein
Konzerthäuser, Opern, Theater schließen oder öffnen, wenn der Lockdown vorbei ist? Keine leichte Frage für Politik und Kultur, aber eine neue Studie könnte helfen.
Dr. Raphael von Hoensbroech, Intendant und Geschäftsführer vom Konzerthaus Dortmund, hat zusammen mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut eine Studie zu Aerosolen herausgebracht. Bei der Studie ging es darum zu untersuchen, wie die Ansteckung in Konzertsälen verhindert werden kann. 

Hintergrund und Ergebnis der Studie 

Es wurde eine experimentelle Messung durchgeführt, die auch für Politiker mehr aussagt. So sollten Entscheidungen besser getroffen werden können, wie es mit der Kultur in Zukunft weitergeht. Die Studie sagt, dass eine Vollbesetzung eines Konzerthauses mit Maske nahezu ungefährlich ist. Wenn man noch berücksichtig, dass die Menschen in das Haus rein und rausgehen, empfiehlt die Studie eine Auslastung von 50 % unter tragen von Mundnasenschutz. Eine Infektion liege dann nahezu bei 0 %. Dementsprechend können Konzertsäle als "Superspreading" Event ausgeschlossen werden, wenn gewisse Bedingungen erfüllt werden. 


Bedingungen im Konzertsaal  

Im Konzertsaal im Konzerthaus Dortmund ist die Lüftungsanlage so gebaut, dass sie unter jedem Sitz die Luft in den Saal hinein pustet. Die Luft steigt dann nach oben und nimmt die Aerosole mit und dann wird die Luft oben wieder abgesaugt und nach draußen abgegeben. So findet alle 20 Minuten ein kompletter Austausch der Luft im Saal statt. Zudem spielt noch das Raumvolumen und die Auslastung eine Rolle. Wenn man diese Bedingungen beachtet, kann die Studie auch auf andere Säle übertragen werden. 

Bedeutung für Politik und Kultur 

Politiker haben es nicht leicht. Kultureinrichtungen schließen oder öffnen? Der Verlust kann beziehungsweise ist auf beiden Seiten sehr hoch. Von Hoensbruch sagt, dass es wichtig ist, dass wir uns wissenschaftliche Evidenz zu nutzen machen. Bisher haben wir hier seiner Meinung nach zu wenig gemacht. Die Studie kann dafür jetzt helfen, bessere und differenzierte Entscheidungen zu treffen. 

Empfehlung für Kollegen

Seinen Kollegen empfiehlt von Hoensbroech, dass jeder in seinem jeweiligen Bundesland die Ergebnisse im Kulturministerium zu diskutieren und das man zum Beispiel auf ein Ampelsystem kommt und individueller entscheidet. Es sollten mehr differenzierte Entscheidungen getroffen werden. 

Nächsten Schritte 

Die Studie selbst soll jetzt erst mal noch weiter verbreitet werden, nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Sie kann für jedes Konzert-, Opernhaus und Theater eine Grundlage sein, mit der Politik zu diskutieren und zu einer wissenschaftlich belegten Lösung zu kommen. 

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(R. Jünemann) 

   

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