66 Jahre "Casablanca" in Deutschland

Ein Kult-Film mit Startschwierigkeiten

66-jahre-casablanca-in-deutschland © Fotolia/ fergregory
Zitate wie „Ich seh' dir in die Augen, Kleines“ und „Küss mich als wäre es das letzte Mal" machten diesen Film legendär: Casablanca. Der Film von Michael Curtis kam am 26. November 1942 in die US-Kinos und spielte dort ganze vier Millionen US-Dollar ein.

Ich seh' dir in die Augen, Kleines

Die heute noch bekannten Zitate wie „Küss mich, als wäre es das letzte Mal" und „Ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ machten diesen Film legendär. Casablanca kam bereits am 26. November 1942 in die US-Kinos, spielte dort knapp 4 Millionen US-Dollar ein und gewann ganze drei Oskars.

Everybody Comes to Rick’s

Der Film von Michael Curtis sollte ursprünglich nach seiner Vorlage, dem Theaterstück Everybody Comes to Rick’s, benannt werden. Bereits 1940 sicherte sich Warner Bros. die Rechte daran und sah großes Erfolgspotential. Mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in den Hauptrollen und nach der Umbenennung in „Casablanca“ stellte sich schließlich auch der weltweite Erfolg ein.

Der Film fand sogar Einzug in die Comic-Welt:

Auf dein Wohl

Doch beim deutschen Kinostart 1952 bekamen die Zuschauer die heute so legendären Szenen gar nicht zu sehen. Grund dafür war, dass dem deutschen Publikum nur eine gekürzte Version des Films gezeigt wurde. Warner Bros. hatte ganze zwanzig Minuten herausgeschnitten, um das deutsche Publikum nicht mit der eigenen Geschichte zu konfrontieren. So wurden alle Nazis mitsamt der legendären Gesangsszene in "Rick's Café" aus dem Film getilgt und aus „Ich seh‘ dir in die Augen, Kleines“ wurde ein einfaches „Auf dein Wohl“.

Züchtige Zensur

Aber nicht nur in Deutschland bediente man sich der Zensur: den Spaniern – und hier vor allem der katholischen Kirche – war die Romanze zwischen Rick und Ilsa ein wenig zu heiß. Deshalb zögerte man auch nicht aus beiden Bruder und Schwester zu machen, womit auch sämtliche Kussszenen entfielen.

Persönliche Schicksale

Die traurige Realität des Zweiten Weltkrieges war nicht nur im Drehbuch sondern auch am Set von Casablanca immer gegenwärtig. Viele Schauspieler waren selbst jüdischer Herkunft und vor den Nazis aus Deutschland in die USA geflohen. Ironischerweise waren es gerade diese deutschen Emigranten, die für die Rolle der Nazi-Offiziere gecastet wurden – aufgrund ihres deutschen Akzents.

Späte Wiederauflage

In den Genuss des Films in Originallänge kam das deutsche Publikum erstaunlicherweise erst im Jahr 1975, als die amerikanische Original-Version des Films neusynchronisiert wurde. Ab dann konnte Casablanca nun endlich auch in voller Länge seinen Siegeszug in der Bundesrepublik antreten.
   

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