Adolphe Sax, der Erfinder des Saxophons

Sein 205. Geburtstag

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Heute vor 205 Jahren kam der belgische Musiker und Instrumentenbauer auf die Welt.

Der Unsterbliche

Unsterblich ist Adolphe Sax durch sein Instrument geworden, das er einfach nach sich selbst benannt hat. Den Unsterblichen nannten ihn allerdings auch die Nachbarn in Sax‘ Kindheit, da Adolphe einfach unverwüstlich zu sein schien. Als Kind überlebte er zahlreiche gefährliche Unfälle; Treppenstürze, Verbrennungen, auf ihn herabstürzende Ziegelsteine und eine Vitriol-Vergiftung. Fast wäre er im Fluss ertrunken, ein anderes Mal bedrohte eine verschluckte Stecknadel sein Leben.

Unverwüstlich und mit viel Kampfgeist zeigte Adolphe Sax sich auch in seinem Erwachsenenleben. Nicht nur überlebte er seine Krebserkrankung, er widersetzte sich auch hartnäckig allen Bemühungen, ihm seine Erfindung streitig zu machen.

Ein belgischer Tüftler

Mit seinen zehn Geschwistern wächst Adolphe Sax im belgischen Dinant unter eher ärmlichen Verhältnissen auf. Der Vater eröffnet später in Brüssel eine Instrumentenbauwerkstatt und weckt so Adolphes Interesse fürs Tüfteln und Experimentieren.

Zunächst lässt Adolphe sich am Brüsseler Konservatorium zum Klarinettisten und Flötisten ausbilden. Nach und nach wuchs in ihm das Interesse, ein Instrument zu erfinden, das lauter als die Klarinette sein würde und so auch Hörnern und Trompeten entschlossen entgegentreten könnte, welches aber noch immer sanft und lieblich spielen könnte wie die bekannten Holzblasinstrumente.

In Paris

In der Musikmetropole Paris stellt Sax 1842 seine Erfindung vor. Ein Instrument, das mit dem Metallkörper sehr viel robuster ist gegen Feuchtigkeit und Temperatur als die Holzblasinstrumente. Eines, das leise, anschmiegsam und säuselnd sein, genauso aber laut durchdringend quietschen und tönen kann.



In Paris wird er zunächst für seine Erfindung abgestraft. Dass man es nicht wirklich einer Kategorie zuordnen kann, will einfach nicht gefallen, und es gibt weder viele Komponisten, noch Musiker, die sich dieses Instrumentes annehmen.

Ein berühmter Förderer des neuen Instrumentes hingegen ist der Komponist Hector Berlioz. Er schreibt einen Artikel, in dem er sich über das neue Saxophon begeistert auslässt. Er lobt das neue Instrument als „sanft und durchdringend in der Höhe“ und die tiefen Töne „von grandioser Natur“ und „priesterlich-würdig“. Das Werk „Chant sacrée“, das Berlioz daraufhin komponiert, wird 1844 uraufgeführt und Sax spielt dazu. Diese Komposition ist leider heute leider nicht mehr erhalten.

Mit Berlioz als prominenter Unterstützer lassen sich schnell viele Sponsoren für sein Instrument finden. Große Verbreitung findet sein Instrument auch dadurch, dass das französische Militär das Saxopon häufig in der Militärmusik verwendet. Innerhalb kurzer Zeit wird Sax berühmt, kann seinen eigenen Konzertsaal bauen und etwas später eine eigene Konzertvereinigung gründen. Mit dem Musikverlag, der schließlich 1858 dazukommt, kann Sax auch Saxophonwerke veröffentlichen, die Komponisten in Sax‘ Auftrag komponieren.

Sein Instrument lieben unter anderem Richard Wagner, George Bizet, Jules Massenet oder Giacomo Puccini.



Die Neider

Es dauert nicht lang, bis Sax‘ großer Erfolg in Paris die Neider anzieht. Die Mittel, welche Sax‘ Widersacher anwenden, um Sax auszuschalten, gleichen denen aus Hollywood-Thrillern. Konkurrenten versuchen, Sax das Patent für sein Saxophon streitig zu machen, indem sie unter anderem Sax‘ Mitarbeiter bestechen und so an Geheimnisse über die Herstellung des Instrumentes kommen. Sie gehen tatsächlich so weit, dass sie Mitarbeiter entführen, Pläne stehlen und auch einen Mordversuch unternehmen. Zum Opfer fällt dabei eine Arbeitskraft von Sax, welche dem Erfinder sehr ähnlich sieht.

Sax muss in zahlreichen Gerichtsverfahren kämpfen, um sein Patent zu verteidigen. Alle Verfahren aber fallen zu seinen Gunsten aus, bringen aber den Erfinder allerdings an den Rand des finanziellen Ruins. Seine Firma muss insgesamt drei Mal Konkurs anmelden.

Tod in Gnaden-Pension

Am 7. Februar 1894 stirbt der Erfinder mit 79 Jahren, völlig verarmt einer Gnadenpension Paris. Seine Werkstatt hatte man zuvor bereits versteigert. Die Presse reagiert nur mit einem einzigen kleinen Nachruf in einer Zeitung für Instrumentenbau.

Es dauert nur ein paar Jahre, bis das Saxophon trotz seines Todes den Siegeszug feiert – durch den Jazz. Die ersten Bands, die das Saxophon aufnehmen, spielen in New Orleans, und in den 20er Jahren verbreitet es sich dann auch in Deutschland.
   

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