Aktueller Opernbetrieb

Herausforderungen und Chancen

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Die Oper ist wieder da – wenn auch anders. Statt drei Stunden nur noch 90 Minuten, statt vollen Sälen nur noch 300 Leute, statt Chor nur noch Solisten, statt engen Liebesszenen nur noch 6 Meter Abstand.
Die deutschen Opern kommen zurück, einige Opernhäuser öffnen bereits ihre Türen für den Publikumsverkehr und trotzdem ist immer noch alles anders.

Semperoper Dresden – alles etwas kürzer

„Szenisch und musikalisch komprimiert“, so spricht Johannes Casimir Eule, Chefdramaturg und stellvertretender Intendant der Semperoper Dresden von dem neuen Programm des Opernhauses. Am 20. Juni kehrte die Semperoper mit der Oper „Don Carlo“ zurück. Statt drei bis vier Stunden, dauerte die Aufführung aber nur 90 Minuten. Vor Weltstars Anna Netrebko, die normalerweise vor einem ausverkauften Saal auftreten würde, saßen dieses Mal nur 300 Leute. Es ist alles anders in Zeiten von Corona: Der Abstand muss gewahrt werden, nur eine bestimmte Anzahl an Sänger und Musikern dürfen überhaupt auftreten und länger als 90 Minuten ist auch nicht erlaubt. „Diese Not hat uns erfinderisch gemacht", so Eule. "Wo wir unter normalen Bedingungen gesagt hätten, das geht doch nicht, wurden nun Vorurteile weggewischt. Der Pragmatismus siegt und vor allem der Wille, jetzt wieder spielen zu dürfen“. Wo andere Musikliebhaber verzweifeln würden, ist Eule absolut positiv und zuversichtlich.

Stoffe für den Klang

Um den herausragenden Klang muss man sich in der Semperoper Dresden keine Sorgen machen. Als hätten die Erbauer des Opernhauses gewusst was kommt, haben sie die Stühle mit einem speziellen Stoff überzogen, so dass es im Konzertsaal immer klingt, als wäre er voll besetzt. Das kulturhungrige Publikum ist trotz aller Veränderungen begeistert und freut sich auf die kommende Spielzeit. „Wir wollen unbedingt wieder spielen, komme was wolle“, die Semperoper tut alles dafür.

Staatstheater Kassel – alles ganz neu 

Auch das Staatstheater Kassel öffnet wieder die Türen für Opernliebhaber. Anders als in Dresden muss für den kommenden Spielplan gar nicht so viel verändert werden, berichtet die Operndirektorin Dr. Ursula Benzing. „Ich habe, mit Blick auf unseren Spielplan, doch ein sehr großes Glücksempfinden“, sagt sie lachend. Zwei ihrer geplanten Opern waren bereits vor Corona für eine kleine Besetzung geplant und Liederabende sind aktuell auch wieder möglich.

Kleinere Einschränkungen

Die Eröffnungsoper „La Traviata“ von Guiseppe Verdi, lässt sich zur Zeit nicht so umsetzten, wie einst vom Komponisten erdacht. Auch in Kassel muss also gekürzt werden, aber nicht nur das, das ganze Stück wird neu interpretiert: „Wir haben uns entschieden, mit einem italienischen Komponisten zusammen zu arbeiten. Er schreibt also Stücke um und komponiert tatsächlich auch neu. Das heißt es wird Abstriche geben in Verdis bekanntem Werk aber auch Überraschungen.“

Corona hat die Welt verändert, gerade auch die Welt der Kunst und Kultur. Trotz erheblicher Einschränkungen sind die meisten aber froh, dass es jetzt endlich wieder losgehen darf. Hoffnungsvoll und erfinderisch wird in die Zukunft der Oper und ihrer Heimstätten geblickt.
Wie die Komponisten die Zeit der Einschränkungen überstanden hätten? Dazu haben wir uns in dem Artikel "Komponisten in Zeiten Coronas" Gedanken gemacht.

Übrigens: Auch der Thomanerchor darf seit dem 17. Mai wieder singen!
   

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