Alexander Pereira geht nach Florenz

Neuer Chefposten im „Maggio musicale fiorentino“

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Nach dem Aus als Intendant der Mailänder Scala hat der Österreicher eine neue Stelle gefunden – abermals in Italien am Florentiner Opernhaus „Maggio musicale fiorentino“

Neuer Chefposten für Alexander Pereira

Der Österreicher und derzeitige Intendant der Mailänder Scala, Alexander Pereira, hat einen neuen Posten. Er wird an das „Maggio musicale fiorentino“ wechseln und Nachfolger des aktuellen Leiter des Florentiner Opernhauses Cristinao Chiarot werden.

Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, bestätigte, dass Pereira mit dem Opernhaus einen fünfjährigen Vertrag unterschrieben habe. Offiziell soll Pereira in seinem Amt als Leiter im September bei der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates des Florentiner Opernhauses ernannt werden.

„Die praktischen Aspekte des Wechsels werden wir mit dem Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala, Präsident der Scala-Stiftung, diskutieren“, soll Nardella italienischen Medien gegenüber gesagt haben.

 

Aus in Mailand

Ende Juni beschloss der Aufsichtsrat der Mailänder Scala, Pereiras Vertrag als Intendant nicht zu verlängern. Entscheidungen Pereiras aus der Vergangenheit hatten für großen Unmut im Aufsichtsrat der Scala geführt: so etwa der im Alleingang Pereiras entstandene Deal mit Saudi-Arabien, welcher im Gegenzug für einen festen Sitz im Aufsichtsrat millionenschweres Sponsoring für das Opernhaus vorsah. Somit läuft Pereiras Vertrag als Intendant der Mailänder Scala im Juni 2021 auf.

Dominique Meyer, der aktuell noch Intendant der Wiener Staatsoper ist, wurde zum Nachfolger Pereiras an der Scala ernannt. Durch den vorzeitigen Wechsel Pereiras nach Florenz könnte Meyer nun ebenfalls früher als geplant ans Mailänder Opernhaus kommen.

„Die Scala verliert einen tollen Intendanten, sowohl vom menschlichen, als auch vom künstlerischen Standpunkt“ ließ der Gewerkschaftssprecher Paolo Puglisi in einer Pressemitteilung verkünden.

Neben Puglisi gibt es viele andere, die mit diesem Wechsel nicht einverstanden sind. Sowohl das Orchester der Scala als auch einzelne Musiker stellten sich hinter Pereira und demonstrierten für dessen Verbleib. Sopranistin Cecilia Bartoli sagte aus Solidarität mit Pereira sogar ihre Engagements an der Scala ab.

 

Neuanfang in Florenz

Einer der großen Verdienste Pereiras in seiner Zeit an der Scala war die Sanierung des damals finanziell angeschlagenen Mailänder Opernhauses. Durch private Sponsoren und auffälligen neuen Produktionen gelang es Pereira, Geld in die Kassen zu spülen und so die Scala wieder auf den Kurs zu bringen.

Eine ähnliche Entwicklung könnte sich das Florentiner Opernhaus erhoffen: das Maggio musicale fiorentino steht vor einem Schuldenberg von 59 Millionen Dollar. Der gut vernetzte Pereira könnte auch hier die finanzielle Erholung bringen.

 

Konfliktherd Florenz

Mit dem Wechsel nach Florenz gerät Pereira allerdings ebenfalls in unruhiges Fahrwasser: Pereira ersetzt den aktuellen Intendanten des Maggio musicale fiorentino, Cristiano Chiarot, welcher im September 2019 aus Protest gegen einen Beschluss des Florentiner Bürgermeisters Nardella das Opernhaus verlassen wird. Nardella hatte veranlasst, dass Salvatore Nastasi zum neuen Präsident des Opernhauses ernannt wurde. Nastasi ist in Opernkreisen unbeliebt, verfügt aber über hochranging politische Verbindungen. Die Ernennung Nastasis zum Präsidenten veranlasste unter anderem auch den Musikdirektor des Opernhauses, Fabio Luisi, zum Rücktritt.
   

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