"Atem" - Ein Neubeginn in Krisenzeiten

Staatstheater Darmstadt vereint Corona und #blacklivesmatter

atem-ein-neubeginn-in-krisenzeiten © ATEM / SOUFFLE (C) ISABEL MACHADO RIOS 2020
Zwei Themen und ein gemeinsamer Nenner. Das Jahr 2020 wurde bisher global dominiert von Corona und Anti-Rassismus-Protesten.
Grund genug für das Staatstheater Darmstadt, diese beiden Dauerbrenner in einem Bühnenstück zu vereinen. Der Hauptdarsteller: unser Atem.

Ein Bühnenwerk der besonderen Sorte

Egal, ob Mund-Nasen-Schutz oder das Schlagwort der Black-Lives-Matter-Bewegung „I can‘t breathe“. Den Atem spüren wir in diesem Jahr unablässig im Nacken. Mal mehr, mal weniger deutlich. Theaterintendant Karsten Wiegand, die Choreografin Nadia Beugré und der Generalmusikdirektor Daniel Cohen haben aus dem Thema einen Bühnenabend geflochten, der jeden von uns berührt.

Bewegende Kunst 

„Atem/Souffle“ ist ein Stück, das gleich mehrere Ausdrucksformen in sich vereint. Orchestermusik, Tanz und Schauspiel sind ineinander verwoben und ergeben eine Gesamtperformance, die es in sich hat. In verschiedenen Szenen, die alle unterschiedlich aufgebaut sind, thematisieren Künstler und Musiker die Erfahrungen, die das Jahr 2020 geprägt haben: Corona und Black Lives Matter. Dabei steht aber immer der Atem im Fokus.

Einen weiteren wichtigen Aspekt übernimmt dabei natürlich die Musik. Und in „Atem/Souffle“ prallen gleich mehrere musikalische Welten aufeinander: Africa meets Europe, so könnte man einen Teil der Performance zusammenfassen, wenn etwa afrikanische Kultur mit klassischer Musik vereint werden. Das Ergebnis ist aber kein Wettbewerb der Kulturen. Vielmehr „[…] handelt der Abend davon, wie wir uns kennenlernen können.“, so Intendant Wiegand im Interview.

Reaktionen im Publikum

Nur weniges verrät uns so sehr wie unser Atem. Und der war beim Darmstädter Publikum vollkommen gebannt. Sowohl die Darsteller auf der Bühne, als auch die Menschen im Publikum trugen Atemmasken. Dies wirkte sich aber laut Intendant Wiegand keinesfalls negativ aus, sondern löste „[…] eine Verbundenheit zwischen den Leuten im Zuschauerraum und den Menschen auf der Bühne […]“ aus. Sogar von einem gemeinsamen „Echoraum“ sprach der Intendant mehrmals. Und genau dieser macht den Abend aus.

„Atem/Souffle“ ist kein alltägliches Stück. Und dennoch hält es für jeden Besucher eine besondere Überraschung bereit. Noch bis zum 27. September ist das Stück in Darmstadt zu sehen. Im Oktober gibt es dann eine kleine Pause, bis es am 6. November wieder weiter geht. 

Die Kultur geht weiter und damit das auch so bleibt, gibt es immer wieder neue Ideen. Für Blechbläser hat man sich Filter für Blasinstrumente ausgedacht oder auch eine Rolltreppe, die sich selbst desinfiziert.

(A. Greif)
   

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