Beethovens "Für Elise" - ein unterschätztes Werk?

Man hört das Stück überall - nur nicht in Konzertsälen

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Ob als Klingelton, in der Werbung, als Samples in Hip Hop Songs; Für Elise von Ludwig van Beethoven kennt jeder. Pianist Igor Levit brach nun eine Lanze für das Stück im Konzertsaal.
So gut wie alle Werke von Ludwig van Beethoven werden häufig in Konzerhäusern zum Klingen gebracht, nur ausgerechnet eines seiner berühmtesten Stücke hört man so gut wie nie: "Für Elise".

Beethoven schrieb sein Stück 1810, veröffentlichte es selbst aber nie. Erst in den 1860er Jahren entdeckte es sein Schüler Ludwig Nohl und machte es der Öffentlichkeit zugänglich. Das größte Rätsel daran ist bis heute, wer eigentliche diese Elise, der es Beethoven gewidmet hat, ist.

Jeder kennt es, niemand spielt es

Warum ist es aber das Stück, dessen erste Töne jeder zu allererst auf dem Klavier nachspielen kann, das jeder kennt, das aber so gut wie nie öffentlich gespielt wird?

Pianist Igor Levit bricht in der New York Times eine Lanze für "Für Elise". Es sei ein echtes Juwel, sagt er dort im Interview mit Journalist Joshua Barone. Er spiele es tatsächlich manchmal als Zugabe im Konzert mit der Ansage: "Ich spiele nun eines der schönsten Stücke, die ich kenne."

Die Reaktion, so Levit, sei kichern oder verwirrte Blicke. Es sei mittlerweile so zum Mainstream geworden, dass man es als seriöser Künstler quasi nicht mehr spielen könne, dabei erfordert es Können, es gut zu spielen.

Das sagen unsere Hörerinnen und Hörer

Wir haben Sie per Mail, auf Facebook und Instagram gefragt, wie Sie zu dem Stück stehen und bedanken uns für die zahlreichen Zuschriften!

Auf Facebook hat sich eine richtige Diskussion entsponnen. Nutzer Kater Franz z. B. kommentierte zunächst, dass es leider zu mainstream sei, da man es als Klingelton und sogar in einem Wiener Lokal als WC-Beschallung höre. FB-Nutzerin Marie Pauli hielt dagegen, dass man aber über sowas die Jugend erreichen und begeistern könne, wie ihre 18-jährigen Enkel, immerhin würden so die schönen Stücke verbreitet. Sie selbst bekam als Kind "dieses phantastische Stück als Spieluhr geschenkt. Seitdem bin ich klassikbegeistert." So habe es Kater Franz noch gar nicht betrachtet, schrieb der daraufhin.

Die Mehrheit bricht auf Facebook und Instagram eine Lanze für das Stück:

annaka0810 schreibt: "Für Elise bietet ja nicht nur den bekannten Part, der vielleicht nerven könnte. Das Stück ist schon sehr schön."

Bastian Lee Jones meint: "Es ist ein Meisterwerk. Sogar mich als Künstler inspiriert es mich heute noch."

Wir haben auch einige Zuschriften per Mail bekommen:

Edith Weber aus Berlin schreibt: "Igor Levit spricht mir aus der Seele! Find ich gut, daß er das nun angeht, das Stück in dem ihm angemessenen Rahmen zu präsentieren, der ihm gebührt, insbes. wenn es sogar schwierig zu spielen ist.
Zu oft wurde es für Telefonwarteschleifen etc. mißbraucht, was eine Schande ist."

Eva Kersten meint: "Mag mal ein besonderes Musikstück gewesen sein, auch klassisch, jedoch ich persönlich kann es nicht mehr hören, es wird zu oft in Musikschulen und Darbietungen strapaziert. Schade."

Und Rosita Fuhrmann hat großen Respekt vor dem Stück, das viele für einfach halten: "Kein Klavierschüler kommt an der Elise vorbei. Nach vier Jahren Unterricht sollte ich mich im wahrsten Sinne des Wortes durch die Originalfassung kämpfen. Ich war wütend, bockig, verzweifelt, sauer - mein Klavierlehrer war unerbittlich. Die Elise habe ich überstanden, den Unterricht jedoch beendet. Elise hat mir meine Grenzen gezeigt."

Richtig gut gespielt, ist es eben doch etwas anderes, als der Klingelton oder die WC-Beschallung. Vielleicht findet es ja doch öfter mal wieder Einzug in die Konzerthäuser, zumindest, so wie Igor Levit es macht, als Zugabe. Ein abendfüllendes Stück ist es, zugegeben, ja nicht.
Vielleicht lassen Sie sich mit Igor Levit noch einmal neu ein auf "Für Elise":



(A. Baumgart)
   

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