Beethovens größter Schatz

Schriftstücke des Genies kommen ans Licht

beethovens-größter-schatz © gameboyfoto
....macht man ja eigentlich nicht: in fremden Briefen lesen. In dem Fall können Sie es aber ganz ungeniert - bei der Ausstellung der Handschriften von Ludwig van Beethoven in Berlin…

Beethovens Handschriften kommen ans Licht

Normalerweise ruhen sie in der Dunkelheit bei exakt 18 Grad, um Alterserscheinungen zu vermeiden: die Original Handschriften von Beethoven. Nun lässt sie die Staatsbibliothek zu Berlin das Licht der Welt erblicken - noch bis 24. Juli werden sie in einer Ausstellung gezeigt.  

Liebesbriefe von Beethoven

Was ist es denn eigentlich für ein Gefühl, einen Liebesbrief von Ludwig van Beethoven in den Händen zu halten oder eine Original Partitur? „Wenn man mit diesen teilweise ganz persönliche und intime Gedanken von Beethoven arbeitet, dann fühlt man sich ihm schon besonders nah“,erklärt Dr. Martina Rebmann. Sie ist seit 12 Jahren Leiterin der Musikabteilung der Staatsbibliothek Berlin und hat intensiv mit den Autographen gearbeitet und die Ausstellung vorbereitet.

Beethoven kein Meister der Schönschrift 

Für die Arbeiten mit so etwas wertvollen ist ganz wichtig: viel Zeit, eine ganz ruhige, vorsichtige Hand und ganz ganz viel Konzentration. In der Staatsbibliothek Berlin liegt die weltweit größte Beethoven Sammlung, darunter hauptsächlich seine ganzen Musikwerke: mehrere Symphonien, Klavierkonzerte, Streichquartette, und vieles mehr. Beethovens Handschrift ist bei der Aufarbeitung viel schwieriger zu entziffern als die saubere genauen Handschriften wie von Mozart oder Bach, erklärt die Leiterin.

Beethoven beim Komponieren über die Schulter sehen

„Beethoven hat sich sehr häufig verschrieben und immer wieder korrigiert, dann wurde mal ein Blatt dazu reingesteckt, reingeklebt oder angenäht oder er hat auch einfach mal eine Seite abgerissen.“ Durch das intensiv bearbeitete Papier, in dem viele Tintenkleckse, ausgekratzte Stellen, Anmerkungen mit Bleistift ect. zu sehen sind, wäre es ein wenig, als sei man bei dem Kompositionsprozess ein wenig dabei. Also fast, als würde man Beethoven beim Komponieren ein wenig über die Schulter sehen.

Beethoven ganz privat

Neben den Einblicken in das Schaffen und Komponieren des weltbekannten Künstlers sind auch seine persönlichen Schriften äußerst interessant. Dr. Martina Rebmann liegt in ihrer Sammlung auch der Brief an die unsterbliche Geliebte vor: „Der Brief ist mit Bleistift geschrieben. Dieses Zarte kommt dem Inhalt des Briefes sehr nahe. Wenn man diesen Brief betrachtet kann man so viel Anrührendes daraus mitnehmen, es ist wirklich ein Wunder.“ Besonders sind ebenfalls Beethovens Konversationshefte, welche er führte, als er sein Gehör verlor. Diese Schriften machen es möglich ganze Konversationen des Komponisten zu rekonstruieren und zu verstehen. Spätestens ab 1818 ließ Beethoven seine Besucher in die Hefte schreiben um sich mit ihnen verständigen zu können. „Er war außerdem äußerst misstrauisch“, erzählt Dr. Martina Rebmann, „ er befürchtete belauscht zu werden und schrieb oft auch selbst in die Hefte, so dass ganze Konversationen, schriftlich erhalten blieben.“

Beethoven Ausstellung - der Meister selbst war schon vor Ort 

Viele von diesen Schriftwerken Beethovens können Besucher, jetzt zum Beethoven Jubiläum, in der Ausstellung der Staatsbibliothek Berlin bestaunen. „Besonders schön ist, dass Beethoven bei einer Reise nach Berlin ein Konzert gab, genau dort wo heute das Haus unter den Linden steht.“ Dort wo also der Meister selbst einst stand und musizierte, befinden sich nun seine Schriften und auch seine persönlichsten Gedanken. 

Die Ausstellung, die noch bis zum 24. Juli 2020 geöffnet hat, ist kostenlos, bedarf allerdings einer Online-Anmeldung.  

(A. Kohler/K. Jäger) 


Beethoven gibt es auch als Serie auf Youtube
Von Beethoven bis Bach, von Jazz bis Filmmusik - bei Klassik Radio Select gibt es Genuss für jedes Gehör.



   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?