"Ein Zuhause für Künstler & Publikum"

Cellist Jan Vogler gründet Live Streaming Plattform

cellist-jan-vogler-über-dreamstage-und-den-neustart-der-konzertbranche © Marco Grob
„Ich persönlich möchte alle Menschen erreichen mit Musik." Mit seiner neuen Plattform schafft Cellist Jan Vogler das auch genre- und zeitzonenübergreifend.

Alle (Musikgenres) unter einem Dach

…Musik verbindet über alle Grenzen hinweg….und ein bisschen versucht das auch Cellist Jan Vogler mit „Dreamstage“ seiner neuen Streaming-Plattform, die er gemeinsam mit Thomas Hesse, dem ehemaligen Chef von Sony Digital und Technologieexperte Scott Chasinam gegründet hat und die am Samstag gestartet ist. Zum einen soll die Plattform Musik verschiedener Genres verbinden: „Wir wollen alle Genres streamen, aber natürlich liegt mir persönlich die klassische Musik besonders am Herzen. Und ich liebe diese Musik und ich freu mich jetzt sehr, dass die Kollegen so enthusiastisch reagieren und alle auch auftreten wollen." 

Konzerte über Zeitzonen hinweg

Zum anderen ist es durch dieses Format auch möglich, mit einem Konzert Menschen auf der ganzen Welt gleichzeitig zu erreichen und so auch Zeitzonen zu überwinden: "Mindestens zwei  große Zeitzonen , z.B. wenn man ein Konzert in Amerika spielt, kann man mühelos, wenn man Mittags spielt, am Abend auch das Publikum in Deutschland erreichen. So haben wir das auch bei den ersten Konzerten getimed. Wenn man drei Kontinente erreichen will, muss man natürlich extreme Konzertzeiten in Kauf nehmen. Zum Beispiel, man spielt morgens um 9 Uhr in den USA, dann kann man auch sowohl Europa als auch Asien erreichen. Doch das ist dann schon sehr sportlich."

Virtuelle Interaktion

Obwohl die Zuhörer über den ganzen Globus verteilt sind - können sie sich durch Chats miteinander austauschen und durch Emojis den Musikern auf der Bühne Feedback geben. Zudem bekommt das Publikum durch die nahen Kameraaufnahmen Einblicke auf die Bühne, die es in einem normalen Konzertsaal aus der 40. Reihe vielleicht nicht sehen könnte, z.B. bei der Kommunikation zwischen den Musikern. 

Publikum auch online spürbar 

Am Samstag hat das erste Live-Konzert auf Dreamstage stattgefunden, unter anderem mit Jan Vogler selbst und Hélène Grimaud. Obwohl das Publikum rein virtuell war, entstand Konzertatmosphäre bei den Künstlern. „Das war wirklich interessant, dass ich das Gefühl hatte, die Leute waren da. Das Adrenalin hat genauso seine Rolle gespielt – beim Musizieren wie auch sonst im Konzertsaal. Und Musiker sind ja sehr sensibel. Und ich hab das Gefühl, dass dieses weltweite Publikum, das dann virtuell dabei ist, auch eine gewisse Energie ausstrahlt – das klingt vielleicht etwas wie Hokus-Pokus – aber wir haben uns gar nicht alleine gefühlt. Und wir haben das ganze auch gar nicht abstrakt gesehen, sondern wir wussten genau, da hören Musikerkollegen und Publikum zu, und jetzt müssen wir auch wirklich alles geben was wir können.“

Gut für die Umwelt

Sorge, dass seine Plattform obsolet werden könnte, sobald die Corona-Maßnahmen gelockert werden, hat Jan Vogler nicht: "Ich glaube, dass ist ein Sprung ins 21. Jahrhundert, der durch Corona wie mit einem Katalysator beschleunigt wurde." Schließlich hat sich die Welt durch die Pandemie auch verändert und unser Bewusstsein gleich mit: "Mal schnell nach Tokio ein Konzert spielen, danach nach London ein Konzert geben, danach noch nach Singapur....ob wir diese schnellen Bewegungen jemals wieder machen können(....) wer weiß. Vielleicht ist es auch wirklich gut, den "Carbon Footprint" mit im Auge zu behalten(...)." Denn durch die Plattform können Musiker ihre Konzerte einem internationalen Publikum zugänglich machen, ohne selbst reisen zu müssen. Und das gilt auch umgekehrt.  

Kein Übertragungslimit

Eine Freiheit, die es den Musikern auch ermöglicht, Konzerte an ungewöhnlichen Orten abzuhalten, wie z.B. in den Bergen oder auf einer Blumenwiese. Dass die Akustik unter der wechselnden Umgebung leidet, muss nicht sein, findet Jan Vogler: "Ich bin da sehr offen. Ich glaube, gerade ein Mikrofon kann sehr sehr nah den Klang eines Instruments einfangen, auch wenn im Prinzip keine Akustik da ist. Das ist ein Vorteil unserer Zeit, dass wir, was die Übertragung betrifft, fast kein Limit haben."

Einfache Bedienung

Selbst Mitglied der virtuellen Konzertgemeinde zu werden, ist relativ einfach - einmal anmelden und schon können verschiedene Konzerte besucht werden - zuvor wird man auch noch einmal erinnert. Die Tickets gibt es zum Einheitspreis von 25 Dollar. 

(K.Jäger, A.Greif)


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