Klassik Radio trifft Christian Tetzlaff

Über Leopold Mozart, Auftritte mit der Familie und den Reiz auf großen Bühnen zu stehen

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Gerade erst aus London gekommen, hat Christian Tetzlaff in Augsburg zusammen mit den Augsburger Philharmonikern ein Festkonzert zum 300. Geburtstag von Leopold Mozart gegeben.
Wir durften ihn vorher treffen und wollten natürlich wissen, was für ihn das Besondere an Leopold Mozart ist.

Christian Tetzlaff: "Wir kennen ihn sehr gut aus all seinen Briefen und wissen was für ein Mensch er war und das er in Kontakt mit dem großen Mozart stand (Anm. d. Red.: Wolfgang Amadeus Mozart). Wir kennen seine liebevolle und strenge Art und seine musikalisch interessierte Art, die weit über das Geige spielen hinausgeht. All diese Aspekte machen seine Violinschule auch so interessant. Die Violinschule ist eben nicht nur eine Anleitung wie man den Bogen hin und her zieht, sondern hilft dabei herauszufinden, was man für den Komponisten ausdrücken soll. Das macht ihn zu einer wichtigen Figur in der Geschichte, genauso wie Joseph Joachim."

Da es von Leopold Mozart keine Violinkonzerte gibt, wurde das Violinkonzert Nr. 2 "in ungarischer Weise" komponiert von Joseph Joachim aufgeführt. Dieser hat für Christian Tetzlaff viel gemeinsam mit Leopold Mozart. 

Christian Tetzlaff: "Joseph Joachim war der einzige Geiger des 19. Jahrhunderts, der sein ganzes Leben nur die Werke von anderen Komponisten aufgeführt hat. Dabei stand er immer im engsten Kontakt mit den Komponisten. In seiner Violinschule geht es nämlich auch um schöne Interpretation, Achtung des Komponisten und wie man den Ausdruck eines Stückes hervorholen kann. Deswegen sind Joseph Joachim und Leopold Mozart beide wichtige Persönlichkeiten für die Geschichte.

Zu einem gemeinsamen Auftritt mit seinen Kindern ist es bisher noch nicht geklappt, aber für die Zukunft sind gemeinsame Auftritte in Planung. 

Christian Tetzlaff: "Meine Tochter (Anm. d. Red. Marie Tetzlaff) hat gerade eine Stelle als Solo Oboistin bekommen und ich hab dann bei dem Orchester gefragt, ob wir nicht vielleicht das Brahms Konzert machen können, da es mit dem riesigen Oboensolo naheliegend ist." Und mit seinem Cello spielenden Sohn (Anm. d. Red. Simon Tetzlaff) hat er das erste Projekt in zwei Jahren. "Wir spielen zusammen ein Celloquintett und da freue mich schon maßlos drauf."

In seiner Karriere stand er schon auf vielen großen Bühnen, was für ihn immer wieder ein besonderer Reiz ist. 

Christian Tetzlaff: "Es ist für mich heutzutage eigentlich der Gottesdienstersatz. Das wir alle zusammen sind und versuchen an unsere Seele heranzukommen. Alle Werke, die ich spielen mag, erzählen Geschichten von seelischen Zuständen - Angst und Freude, von Liebe und Tod. Dieses Gefühl während des Konzerts, dass alle in diesem Publikum dasselbe fühlen und alle an Dinge tief in sich drin erinnert werden. Das ist die ideal Situation, die ich und glaube ich auch die Komponisten gesucht haben. Erlebtes einfach teilen. Manchmal funktioniert das fantastisch und das zeigt uns, dass wir alle aus demselben Zeug gebaut sind. Es gibt so viele verschiedene Lebensläufe, aber im Konzert, wenn man von der Musik gerührt ist, sieht man, dass ein seelische Urgrund uns alle verbindet."
   

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