Das AUS für Cineworld

Über 600 Kinos werden geschlossen

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Eine traurige Nachricht aus der Kinobranche kommt aus Großbritannien, Irland und den USA, denn hier schließt am 08. Oktober der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber Cineworld alle 663 Kinos.
45.000 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen… bitter und besorgniserregend, leider auch für die deutschen Kinos. Den Betrieb fortzusetzen, sei unter den aktuellen Bedingungen "schlicht unmöglich", teilte Cineworld mit. Nicht genannter, aber sicherlich verantwortlicher Grund ist die erneute Verschiebung des neuen Bond-Streifens auf den April 2021. Es ist ein weiterer Rückschlag für die Branche, denn vorher waren schon andere Blockbuster wie "Top Gun", "West Side Story" und "Black Widow" ins nächste Jahr verschoben worden.

Wut und Enttäuschung über die Entscheidung

In den sozialen Medien reagieren die Fans - die meisten natürlich enttäuscht, geradezu wütend. Gerade der neue James-Bond-Film galt als zweite große Blockbuster-Hoffnung und das Bittere ist, dass die Entscheidung, alle großen Blockbuster zu verschieben, für die Filmstudios wiederum die einzige Überlebensmöglichkeit ist. Denn in diesen Wochen einen Blockbuster zu starten, dessen Produktionskosten auf 250 Millionen Dollar geschätzt werden, wäre finanziell desaströs.

Zusätzlich investieren Studios nämlich nochmal geschätzte 150 Millionen Dollar Marketingkosten und bekommen auch „nur“  ungefähr 50 Prozent der Kinoticketeinnahmen. Amortisieren lässt sich eine solche Summe also nur, wenn der Film international in möglichst vielen großen Sälen Premiere feiern kann.

Geschlossene Kinos machen Kinostarts unrentabel

Doch in manchen Ländern sind die Kinos geschlossen, wie teilweise in den USA, in anderen – wie Deutschland – nur mit beschränkten Kapazitäten geöffnet. Man sieht das leider auch an Christopher Nolans „Tenet“, der mindestens 450 Millionen Dollar einspielen müsste, um Gewinn zu generieren. Momentan sind weltweit aber erst gut 300 Millionen zusammengekommen.

Also einerseits durchaus verständlich, dass die großen Studios ihre teuren Neustarts erstmal verschieben, andererseits haben die Studios durch die Verschiebung der Filmstarts aktuell gar keine Einnahmen, sondern frühestens dann in einem halben Jahr. Man könnte also auch sagen: besser jetzt ein bisschen, als später vielleicht etwas mehr.

Und auch die zweite wichtige Einnahmequelle, durch die Auswertung von DVD und Blu-ray und Streamingrechten, ist so natürlich auch erst viel später möglich.

(F. Schmidt)

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