Das Netflix der Opernwelt

Ein Streamingdienst liefert kostenlose Opern für zu Hause

das-netflix-der-opernwelt © AdobeStock/ Daniel
Der Streamingdienst OperaVision ist ein von der europäischen Kommission gefördertes Projekt, das Produktionen von 29 Opernhäusern aus 17 europäischen Ländern kostenlos, für jedermann zugänglich und auf Abruf im Internet anbietet.
Veronka Köver ist Mitglied des kleinen, internationalen Teams hinter der Opernplattform und hat uns im Gespräch mit Klassik Radio etwas über das Projekt erzählt.

Wann und wie ist die Idee für das Projekt entstanden?

„Im Oktober haben wir bei OperaVision unseren dritten Geburtstag gefeiert – Hurra! Das Projekt ist eine Hirngeburt von Opera Europa, einem Zusammenschluss von über 200 professionellen Spielstätten aus 43 Ländern. Die hatten sozusagen irgendwann die verrückte Idee, eine Opernplattform kostenlos ins Internet zu stellen.“

Was umfasst das Programm von OperaVision alles?

„OperaVision muss man sich so vorstellen, wie das Netflix der Opernwelt. Wir haben ein ganz vielfältiges Programm von Opernaufführungen und Konzerten, aber auch von digitalen Opernkreationen. All das begleiten wir mit Angeboten wie Artikeln, Videos, Probenbesuchen und exklusiven Interviews.“

Was ist Ihr Ziel mit OperaVision?

„Unser Ziel mit OperaVision ist es auf jeden Fall, den Zugang zur Oper zu demokratisieren. Für uns ist Oper eine lebendige Kunstform, das schreien wir von den Dächern! Es ist keine Kunst, die sich nur an Menschen eines bestimmten Alters richtet und wir möchten wirklich, dass alle Menschen Zugang dazu haben und einfach mal reinschnuppern können.“

Wer sind Ihre Opernpartner?

„Wir haben 29 feste Partner, die aus der ganzen Europäischen Union und darüber hinaus stammen. Einige Partner kann ich nennen, das sind zum Beispiel das Nationaltheater in Prag, die Finnische Nationaloper in Helsinki, die Opéra-Comique in Paris, die Komische Oper Berlin und das Teatro dell’Opera di Roma. Also sowohl sehr renommierte Opernhäuser, als auch sehr experimentelle. Es ist eine ganz weite Bandbreite sowohl an Opernhäusern, als auch an Aufführungen.“

Ist in der Pandemie das Interesse an OperaVision gestiegen?

„OperaVision hat durch die Corona-Krise natürlich auch in gewisser Weise profitiert, wenn man das so sagen kann. Nicht, dass wir uns das jemals herbeigewünscht hätten, doch ist es nun mal so, dass viele Menschen versuchen, ihren Durst nach Kultur im Internet zu stillen. Da sind sie bei uns an der richtigen Adresse und unsere Zuschauerzahlen sind demnach in die Höhe geschossen. Im Oktober haben wir mit über 1.1 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern alle unsere Rekorde gebrochen.“

Sehen Sie OperaVision als Alternative zum Opernbesuch?

„OperaVision wird und will einen traditionellen Opernbesuch niemals ersetzen, das ist klipp und klar! Doch nie können Sie einer Produktion und Ihren Lieblingssängern so nahe sein, wie Sie es mit uns können. Ich denke, dass OperaVision komplementär zu einem Opernbesuch funktioniert und deshalb sollten traditionelle Opernhäuser uns auch auf keinen Fall als Konkurrenz ansehen.“

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