Der Erfinder des Telefons

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Heute vor 145 Jahren stirbt der deutsche Physiker und Erfinder des ersten Ferntonapparats Johann Philipp Reis.

Ein hessischer Bäckerssohn

Am 7. Januar 1834 wird Johann Philipp Reis in Gelnhausen geboren. Er verwaiste früh und wuchs bei seinem Onkel auf. Nach der Schulausbildung beginnt Reis zunächst eine kaufmännische Lehre an einer Frankfurter Farbwarenhandlung. Privat bildet er sich jedoch weiter in verschiedenen Laboratorien in den Naturwissenschaften aus. Sein alter Schullehrer stellt ihn schließlich als Französisch-, Mathematik- und Physiklehrer am Institut von Hofrat Garnier in Friedrichsdorf ein.

Ein großer Tüftler

Schon während dieser Anstellung zieht Reis sich immer wieder in die Scheune seines Hauses zurück, um dort an seinen Erfindungen zu arbeiten. Unter anderem tüftelt er an einem Dreirad, das mit den Händen durch Hebel zu betätigen war, und an Rollschlittschuhen.

Dem Gehör auf der Spur

Besonders interessiert Reis sich dafür, wie das Gehör funktioniert. Er baut ein menschliches Ohr nach, indem er ein Modell aus Holz schnitzt, dieses mit einer Wurstpelle überzieht, welches als Trommelfell funktionieren sollte. Das Gehörknöchelchen bildete er mit einem dünnen Platinstreifen nach, das er ans Trommelfell lehnte, dazwischen noch eine Feder, welche mit einer Batterie an einem Pol verbunden war und einen geschlossenen Stromkreis herstellte.

Die elektrische Sprachübertragung

„Durch meinen Physikunterricht dazu veranlasst, griff ich im Jahre 1860 eine schon früher begonnene Arbeit über die Gehörwerkzeuge wieder auf und hatte bald die Freude, meine Mühen durch Erfolg belohnt zu sehen, indem es mir gelang, einen Apparat zu erfinden, durch welchen es möglich wird, die Funktionen der Gehörwerkzeuge klar und anschaulich zu machen, mit welchen man aber auch Töne aller Art durch den galvanischen Strom in beliebiger Entfernung reproduzieren kann. – Ich nannte das Instrument „Telefon“.
(Tagebucheintrag von Johann Philipp Reis)

Auf der Grundlage der Anatomie des Ohrs versucht Reis, ein Gerät zur Übertragung von Tönen zu entwickeln. Sprach man in sein Ohrmodell, so entstanden durch den Ton Schallwellen an der Wursthautmembran. Jene Schwingungen unterbrachen im selben Rhythmus den Stromkreis. Die Töne konnten nun übertragen werden: eine Spule, in der er eine Stecknadel angebracht war, wurde ebenfalls in Schwingungen versetzt, wenn der Strom unterbrochen wurde. Der Ton beim Empfänger wurde hörbar, indem die Schwingungen in einem kleinen Holzkästchen erklangen.

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat

Diesen Satz lässt Reis 1863 vor dem physikalischen Verein übertragen, um seine Erfindung der Wissenschaft zu präsentieren. In Anlehnung an den Telegraphen nennt er sein Gerät das Telephon.
Die versammelten Wissenschaftler zeigen sich allerdings wenig beeindruckt. Auch die Hersteller und Verwalter von Telegraphen haben wenig Interesse, Reis‘ Kommunikationsmittel weiter zu ergründen. Musik konnte damit gut, Sprache nur bedingt gut übertragen werden, denn die Störgeräusche waren noch sehr ausgeprägt. Reis bemüht sich, seine Erfindung international bekannter zu machen, arbeitet mit verschiedenen Instrumentenbauern zusammen und hält Vorträge bei naturwissenschaftlichen Gesellschaften.

Früher Tod

Reis‘ Arbeit endet, als er im Alter von nur 40 Jahren an Tuberkulose stirbt. Zwei Jahre nach seinem Tod ist es ein US-Amerikaner, Alexander Graham Bell, der das mit Elisha Gray gemeinsam entwickelte „Telephone“ zum Patent anmeldet und den großen Ruhm für diese Erfindung kassiert. 




   

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