Der Nussknacker - ein Ballett für die Winterzeit

Das Ballett von Peter Tschaikowsky ist der musikalische Inbegriff von Weihnachten

der-nussknacker-ein-ballett-für-die-winterzeit © AdobeStock/ Мария Бучнева
Draußen wird es immer kälter und sämtliche Supermarktregale sind vollgestopft mit Lebkuchen, Spekulatius und Zimtsternen. Die Adventszeit beginnt! Musikalisch verkörpert kaum ein Stück die besinnliche Jahreszeit besser und sorgt für mehr Weihnachtsstimmung als der Nussknacker von Peter Tschaikowsky.

Entstehung des Nussknackers

Das Ballett geht ursprünglich auf das Weihnachtsmärchen „Nussknacker und Mausekönig“ des deutschen Schriftstellers E. T. A. Hoffmann aus dem Jahr 1816 zurück. Die von Peter Tschaikowsky im Original vertonte Geschichte war allerdings eine etwas kinderfreundlichere Bearbeitung des französischen Autors Alexandre Dumas, die zur damaligen Zeit sehr beliebt war.

Nach dem großen Erfolg von Dornröschen im Jahr 1890 bekam Tschaikowsky den Auftrag, noch ein weiteres Ballett zu schreiben. Inspiriert von einem Theaterstück über den Nussknacker, das sein Bruder Modest geschrieben hatte, entschied sich Peter dazu eine Ballettmusik zu komponieren. Diesen Plan erzählte er dem Choreografen Marius Petipa, mit dem er schon für Dornröschen zusammengearbeitet hatte. Dieser verfasste daraufhin ein balletttaugliches Libretto.

Nach einigem hin und her wurde der Nussknacker schließlich am 18. Dezember 1982 im Mariinski-Theater in St. Petersburg zum ersten Mal aufgeführt, weniger als ein Jahr vor Tschaikowskys Tod. Trotz der ursprünglich eher gemischten Reaktionen auf die Uraufführung des Balletts, wurde der Nussknacker schließlich zu Tschaikowskys wahrscheinlich größtem Erfolg.

Die Handlung

Die junge Marie ist die Tochter der wohlhabenden Familie Stahlbaum. An Weihnachten bekommt die Familie Besuch von Maries Patenonkel Droßlmeier, einem Uhrmacher und Erfinder, der die ganze Familie mit aufziehbaren Figuren beeindruckt. Als Highlight der Vorstellung präsentiert Droßlmeier einen Nussknacker in preußischer Uniform. In der Nacht träumt Marie daraufhin von einer Schlacht zwischen dem Heer der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten und der Armee des Mausekönigs. Im entscheidenden Moment erschlägt Marie den bösen Mausekönig mit ihrer Pantoffel und der Nussknacker verwandelt sich in einen jungen Prinzen.

Dieser erzählt Marie dann, dass er vor langer Zeit von der Mutter des Mausekönigs in eine hässliche Holzfigur verwandelt wurde. Erst dadurch, dass Marie den Mausekönig besiegt hat, konnte er seine wahre Gestalt nun wieder zurück erlangen. Als Dank dafür bietet der Nussknacker an, Marie mit ins Reich der Süßigkeiten zu nehmen, wo er schon erwartet wird. Marie nimmt begeistert an und wird im Reich der Süßigkeiten von der hocherfreuten Zuckerfee empfangen.

Aus Freude über die Rückkehr des Nussknackers wird ein großes Fest veranstaltet, bei dem sich Gäste aus aller Herren Länder versammeln, um gemeinsam zu essen, zu feiern und zu tanzen. Nachdem das Fest vorbei ist, reist Marie in einem Rentierschlitten zurück nach Hause und verkriecht sich heimlich wieder in ihr Bett, ohne dass ihre Familie etwas davon bemerkt.

Tschaikowskys Musik

Peter Tschaikowsky soll es eigentlich gehasst haben, Musik für das Ballett zu schreiben, weil er sich durch all die Konventionen des Balletts künstlerisch viel zu sehr eingeengt fühlte. Dass er beim Komponieren die ganze Zeit auf die diversen Vorgaben des Choreographen und des Regisseurs achten musste, brachte ihn fast zur Verzweiflung. Trotzdem schaffte er es, mit der Musik zum Nussknacker die Geschichte der kleinen Marie in eindrucksvoller Weise zum Leben zu erwecken und Stücke wie „Trepak“, „Blumenwalzer“ und „Tanz der Zuckerfee“ sind zeitlose Klassiker geworden.

Eine musikalische Weltneuheit war damals Tschaikowskys Einsatz einer Celesta für den Tanz der Zuckerfee. Das neuartige Instrument entdeckte Tschaikowsky ein paar Jahre vorher auf der Pariser Weltausstellung 1889 und war davon so begeistert, dass er sich sofort ein Exemplar nach Hause liefern ließ. Er wollte unbedingt einer der ersten Komponisten sein, der Musik eigens dafür schrieb. Die Celesta kann man sich im Prinzip wie ein Klavier vorstellen, welches allerdings zur Klangerzeugung Metallplättchen, ähnlich einem Glockenspiel, anstatt von Saiten benutzt. Dadurch entsteht der charakteristische Klang der Melodie der Zuckerfee.

In seiner Originalfassung ist das Ballett mit einer Länge von etwa 85 Minuten deutlich kürzer als „Schwanensee“ und „Dornröschen“. Einige modernere Aufführungen haben daher die Reihenfolge der einzelnen Stücke angepasst und auch teils Ausschnitte anderer Kompositionen Tschaikowskys als musikalische Übergänge zwischen den Szenen hinzugefügt.

Dem Märchen eine Stimme gegeben

Auf dem Doppelalbum "Der Nussknacker" bekommt die Geschichte um Maries traumhaftes Abenteuer eine Stimme: mit Texten, gelesen von Holger Wemhoff, sorgt diese Version für noch mehr weihnachtliche Stimmung im Zuhause. Gespielt wird das Ballett von der Staatskapelle Dresden.



(N. Meier)
   

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