Der Reformationstag

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Heute vor 501 Jahren schlägt der Augustinermönch Martin Luther 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg: Auftakt der Reformation.

Das Geschäft mit der Sünde

„Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegfeuer springt“, das ist eine Redensart, die sich im Mittelalter aus dem Ablasshandel entwickelte. Zur Zeit Martin Luthers erkauften Bischöfe sich ihre Titel, wobei sie sich meistens tief verschuldeten. Nicht nur, um aus den Schulden herauszukommen, sondern um sich ein luxuriösen Lebensstil und insgesamt die Kirche zu finanzieren, war der Ablasshandel ein großes Erfolgsmodell.

Ein Sünder konnte dem Fegefeuer entgehen, indem man sich selbst, aber auch die Verwandten und Freunde freikaufte. Die Höhe des Ablasses war dabei von der Schwere der begangenen Sünde abhängig und gestaffelt nach dem Einkommen. Von einem begangenen Kirchenraub konnte man sich für neun Dukaten freikaufen, ein Mord war günstiger, dafür zahlte man acht Dukaten. Die Ablassbriefe konnten nur der Papst, Kardinäle, Bischöfe oder Legaten ausstellen.

95 Thesen gegen den Ablasshandel

Martin Luther kritisierte den Ablasshandel, der zu seinen Lebzeiten einen Höhepunkt erreicht hatte. Der Sünder würde damit keine Buße mehr tun, der Aspekt der Reue an Bedeutung verlieren.
Am 31. Oktober 1517 soll er an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg 95 Thesen über den Ablasshandel angebracht haben.



In seinen Thesen erklärt Luther, dass allein die Bibel Grundlage für den Glauben sei, und das Volk lieber das Evangelium und die Liebe Christi lernen und danach leben sollte. Den Papst und all die Kirchenversammlungen würden sie nicht bräuchten, und das ewige Leben und die Vergebung der Sünden würden nicht durch Geld vergeben, sondern allein durch den Glauben.

„Erstens: Jedem Christ, der seine Untaten bereut, werden auch ohne Ablassbriefe Sünde und Schuld von Gott vergeben. Zweitens: Der Papst soll die Basilika Sankt Peter in Rom von seinem eigenen Geld bauen, aber nicht von den Almosen armer Christen.“

Thesenanschlag vermutlich eine Legende

Der Thesenanschlag gilt als Beginn der Reformation und führte letzten Endes zur Begründung der protestantischen Kirche. Dass Luther tatsächlich seine Thesen mit einem Hammer gegen die Kirchentür genagelt hat, ist allerdings nicht gesichert. Luther soll seine Thesen lediglich als Rundschreiben an seine Vorgesetzten verschickt haben und wollte demnach keine breite Volksbewegung, sondern eine innerkirchliche Debatte auslösen.

Zur Jahreswende 1517/1518 geraten seine Thesen an die Öffentlichkeit, breiten sich schnell über die Grenzen von Deutschland hinaus und stoßen in der Bevölkerung auf große Zustimmung. Sie stärken das Selbstbewusstsein der Gläubigen und auch den Widerstand gegen die Kirche als Institution.





 

   

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