Die erste Folge der „Sesamstraße"

die-erste-folge-der-„sesamstraße © Youtube / Events and Fun
Wir lieben Ernie und Bert oder Oscar aus der Mülltonne. Heute vor 46 Jahren flimmerte die erste Folge durchs Fernsehen.

Premiere in Deutschland

Am 8. Januar 1973 feierte die Kindersendung „Sesamstraße“ in Deutschland Premiere. Nur der BR übrigens war dabei nicht mit von der Partie – laut dem damaligen Fernsehdirektor grenzte die Sendung mit ihren „gewalttätigen und unzufriedenen mit den Visagen von Ungeheuern“ an „pädagogische Infamie“. Der Rest von Deutschland kam aber seit diesem 8. Januar in den Genuss dieser beliebten amerikanischen Sendung, die nach einem Monat bereits die meist angesehene Kindersendung Deutschlands wurde.

Hilfe für Slumkinder

Benachteiligten Slumkindern das Lernen zu erleichtern und ihnen so auch den Einstieg in die Schule zu erleichtern, das war das Ziel der US-amerikanischen Sendung „Sesame Street“. In einem friedlichen Neben- und Miteinander in einem amerikanischen Hinterhof erlebten die kleinen Zuschauer Abenteuer mit den vielen eigenwilligen Charakteren der Sesamstraße. In den USA war die „Sesame Street“ sehr beliebt, drei Emmys gewann die Sendung unter anderem, und die Figur Bibo zierte einst sogar das Cover des „Time Magazine“.
Das deutsche Publikum war der Sendung gegenüber zunächst äußerst skeptisch. Die Unterhaltung für Kinder in einem sozialen Brennpunkt anzusiedeln, an dem äußerst verdächtige Figuren – eine Männer-WG, ein nach Keksen schreiendes Monster oder ein Griesgram, der in einer Mülltonne hauste, weckten in den Eltern nicht das Gefühl, ihren Kindern wertvolle pädagogische Unterhaltung zu bieten.


Ein unerwarteter Erfolg

Es waren Figuren, wie man sie selten im deutschen TV zu sehen bekam: zwei Freunde etwa, gekleidet in Quer- und Längsstreifen, die ohne Unterbrechung vor sich hin quasselten wie ein genervtes Ehepaar: Ernie und Bert. Oder etwa ein zotteliges grünes Monster, das aus seinem Zuhause – einer Mülltonne mitten einer heruntergekommenen Straße - über der Herrlichkeit des stinkenden Mülls singt; Oscar aus der Mülltonne.
Kindergärten wurden nur für die Sesamstraße mit Fernsehern ausgestattet, so dass kein Kind eine Folge der Sendung verpassen müsse.

Eigene Kulisse

Nur fünf Jahre nach dem Start der us-amerikanischen Sesamstraße holte man die Sendung nach Deutschland mit einer eigenen Kulisse. Mit dem Umzug nach Deutschland wurde die Sendung auch sehr viel sauberer: aus der Ghetto-Ästhetik wurde schnell eine gut aufgeräumte Straße, in der mit Samson und Tiffy neue Figuren zu sehen waren.
Beide Figuren sollten die deutsche Seele einfangen: die Gemütlichkeit mit dem Bären Samson und die Tüchtigkeit und Fürsorge mit dem Vogel Tiffy.

Hier sehen Sie die erste Folge der Sesamstraße vom 8. Januar 1973:



   

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