Die wahre Geschichte der Woche: Der Allround-Erfinder- Die Zauberflöte

Ausgewählt und kommentiert von Klara Jäger

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Sie gehört zu den beliebtesten und häufigsten inszenierten Opern: die Zauberflöte. Neben Mozart steckt aber auch ein richtiger Tausendsassa hinter dem Werk:

Papageno aus der Puppenkiste

Es war tatsächlich die erste Oper, die ich mir angesehen habe: Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Schon als Kind hatte ich sie einmal als Marionettentheater in der Augsburger Puppenkiste gesehen und war begeistert - vor allem vom wilden und lustigen Vogelfänger Papageno. 

Verkanntes Genie

Deshalb finde ich diese wahre Geschichte der Woche so spannend - denn durch sie habe ich spannende Hintergrundfakten zu der Zauberflöte und auch über Papageno gelernt. Denn auch wenn wir die Zauberflöte in erster Linie mit Wolfgang Amadeus Mozart verbinden: das Libretto kam von einem verkannten, doch hoch begabten Theatermacher: Emanuel Schikaneder. 

Multitalent Schickeneder

Dabei hat er sich sogar bei seinem Namen eine künstlerische Freiheit erlaubt, denn geboren wurde er unter dem Namen Johann Joseph Schickeneder und in ärmlichen Verhältnissen. Seine Mutter war Witwe und besaß einen Devotionalienladen in der Nähe des Regensburger Doms. Doch auch wenn es ihm vielleicht an Schulbildung mangelte, so hatte er umso mehr Talente: als Schauspieler, Sänger, Regisseur und Produzent und arbeitete sich schließlich um Theaterdirektor hoch. 

Theater mit Wow-Effekt

Seine ganz besondere Liebe galt allerdings technischen Entwicklungen und so bastelte er Flugmaschinen, feuersprühende Apparaturen und Ähnliches, um das Bühnengeschehen in ein Spektakel zu verwandeln. Soweit so gut - nur: die damaligen Stücke eigneten sich kaum um derlei technischen "Firlefanz" unterzubringen. Schließlich war das Theater bis dato ohne diese Spielereien ausgekommen. So griff Emanuel Schikaneder selbst zum Stift und schrieb ein Libretto, in dem er sich nicht nur künstlerisch, sondern auch technisch vollkommen austoben konnte. 

Der Freund aus Wien

Und hier kommt dann Wolfgang Amadeus Mozart ins Spiel - den hat Emanuel Schikaneder einige Jahre zuvor über den Vater, Leopold Mozart, in Salzburg kennengelernt. Der Komponist ist begeistert von dem fantasievollen Libretto und ergänzt es mit passender Musik - so wird eines seiner Meisterstücke, die Oper "Die Zauberflöte" daraus. 

Uraufführung wird Riesenerfolg 

Im September 1791 wird sie im Wiener Freihaustheater uraufgeführt - und ein unglaublicher Erfolg. Das Kuriose: Emanuel Schikaneder hat nicht nur das Libretto geschrieben, er spielt auch den allerersten Papageno in der Uraufführung und sorgt für große Begeisterung. 

Trauriges Ende

Emanuel Schikaneder ist glücklich: schließlich hat er 5000 Gulden - umgerechnet 150.000 Euro in die Produktion der Oper gesteckt. Leider war ihm das Glück nicht treu: 1812 stirbt er verarmt in Wien, als Todesursache bescheinigt man ihm "Geistesschwäche". Doch auch wenn er im Gegensatz zu Wolfgang Amadeus Mozart oft in Vergessenheit geraten ist, hat er uns doch sozusagen ein echtes Stück Unterhaltungstheater geschaffen, das bis heute die Menschen begeistert.

(K.Jäger)

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Thomas Ohrner hat in der letzten Woche seine wahre Geschichte der Woche vorgestellt, in der es um einen berühmten Kanzler und ein leuchtendes Stopfei geht.
   

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