Die wahre Geschichte der Woche: der Broadway

Vom Trampelpfad zum berühmten Boulevard

die-wahre-geschichte-der-woche-der-broadway
Glanz, Glamour und großes Theater – damit habe ich den Broadway bisher automatisch verbunden. Nie hätte ich gedacht, dass der Name aus einer Zeit stammt, in der Manhattan noch eine sumpfige kleine Insel war.... ...und nicht nur Schauspieldiven auf Kriegsfuß miteinander standen. Die wahre Geschichte der Woche enthüllt die Entstehung einer der berühmtesten Boulevards der Welt.

Sumpf statt roter Teppich

Dafür muss man weit in die Vergangenheit reisen, genauer gesagt ins 17. Jahrhundert. Wo heute Straßenschluchten und Wolkenkratzer das Stadtbild regieren, lag damals ein Sumpfgebiet mit Wäldern, bewohnt von Indianern, die in Einklang mit der Natur lebten und kleine Pfade in die Wildnis geschlagen hatten.

Ein schlechter Deal

Dann kamen die ersten niederländischen Siedler. Sie bezahlten dem Stamm lediglich 60 Gulden, um ebenfalls auf der sumpfigen Insel leben zu können. Doch statt einem einträchtigen Miteinander, wie es sich die Indianer vermutlich vorgestellt hatten, spielten sich die Europäer bald als die neuen Herren auf.

Trampelpfad wird zum Patrouillenplatz

Sie besetzten den einzigen vorhandenen Verkehrsweg, einen unbefestigten, etwas breiteren Pfad, der sich quer über die Insel schlängelte. Dann setzten in den Süden ein Fort und im Norden einen „Schutzwall“, da die Ureinwohner, zurückgedrängt und um ihr Land betrogen, verständlicherweise nicht mehr sehr gut auf die Einwanderer zu sprechen waren. Soldaten patrouillierten auf dem Weg zwischen Norden und Süden.

„Breede Weg“ wird zum Broadway

Schließlich bauten die Niederländer den früheren Indianerpfad aus, befestigten ihn und nannten ihn „Heere Straat“, also Herrenstraße oder auch „Breede Weg“, breiter Weg. Später wurde der Straßenname dann mit „Broadway“ ins Englische übersetzt, erst für einen Teil der Straße, 1804 dann für die Gesamte.

Straßenchaos vs. Schachbrett

Mit dem Anstieg an Einwanderer nnahmen auch die Wege auf der Insel zu, die bald kreuz und quer über die Insel verliefen – jeder baute einfach dort weiter, wo ein anderer aufgehört hatte – ein ziemliches Straßengewirr. Das Herz bildete dabei der ursprüngliche Indianerpfad.

Erst 1811 wurde beschlossen, dem Chaos ein Ende zu bereiten. Im südlichen Teil konnte man dem Wirrwarr nicht mehr Herr werden, doch der Rest wurde durch ein strenges Raster aus exakten Längs- und Querstraßen aufgeteilt.

Verräterischer Verlauf

Heute hebt sich der Broadway durch seine helle Beleuchtung aus dem Straßengewirr im Süden hervor und schiebt sich im Norden quer durch die ansonsten wie auf dem Schachbrett angeordneten Straßen. Der letzte Hinweis auf die Vergangenheit, denn ansonsten erinnert nichts mehr an den ursprünglichen Pfad der Indianer, den damals Wälder statt berühmter Theater säumten.

(K.Jäger)


Übrigens: "Die Wahre Geschichte" zum Nachhören gibt es in unserer Mediathek oder On Air von Montag bis Freitag kurz nach 9 Uhr und kurz nach 17 Uhr. Auch als Buch kann man über die besten "Wahren Geschichten" staunen - zu finden im Klassik Radio Shop

Warum es manchmal nicht nur nicht schlimm, sondern sogar besser ist, nicht ganz so sorgfältig aufzuräumen, das erklärt meine Kollegin Alexandra Berger in ihrem Kommentar.
   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Indem Sie auf den „OK“ Button klicken, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie unter Datenschutz & Sicherheit
Weitere Informationen Ok