Die Wahre Geschichte der Woche: Fastenspeise – Brezel

ausgewählt und kommentiert von Anna Baumgart

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Der Brezel – eine Fastenspeise. Als solche wurde er in Italien an Hungernde und Kinder verteilt. Die Hintergründe der beliebten Teigware kommentiert heute Anna Baumgart:
„Im Schnitt wiegt dieses Gebäck etwa 85 Gramm und hat ca. 250 Kalorien – ohne Belag. Das hätte ich nicht direkt in die Kategorie „fasten“ eingeordnet.

Und ich würde das geschwungene Teigstück natürlich mit einer ordentlichen Portion Butter mit Schnittlauch – oder noch besser: mit einem echt bayerischen Obazdn und roten Zwiebeln vernichten. Entsprechend erhöht sich die Kalorienzahl… und die schmackhafte Mahlzeit entfernt sich wohl noch etwas mehr von ihren Fasteneigenschaften."

Ein Gebäck - viele Artikel

"Überhaupt: er, sie, es? Ich komme aus Hessen. Dort bestellt man beim Bäcker „einen Brezel“. Und den gibt es oft nur zur Faschingszeit (wir halten uns also offenbar einigermaßen an die ursprüngliche Fastentradition) und dann gar nicht so typisch mit grobem Salz darauf, sondern quasi nackt und etwas heller.

Ganzjährig bekommt man das gute Stück in Bayern. Sozusagen als Grundnahrungsmittel in verschiedenen Größen nicht nur beim Bäcker sondern auch im Biergarten. Dort würde ich allerdings fragende Blicke ernten, bestellte ich „einen Brezel“. Hier ist es „die Breze“ oder „a Brezn“. Ob mit oder ohne Butter spielt in dem Moment keine Rolle, hat mich aber anfangs gnadenlos als ignoranten Preußen entlarvt."

Wer hat`s erfunden?

"Die Bayern haben gar nicht so viel zu entlarven, denn erfunden haben sie das geschwungene Laugenstückchen nicht. Der Ursprung liegt in Italien. Dort hat ein Mönch im 13. Jahrhundert Kinder damit belohnt, wenn sie brav ihren Katechismus gelernt hatten.

Kinderarme - zum Gebet verschränkt - soll auch die Form darstellen. So nannte der Mönch sie „bracciatelli“, was so viel wie „Ärmchen“ heißt. Daraus entwickelte sich dann später jede Begrifflichkeit, die wir heute so dazu kennen. Später wurden sie dann zur Fastenzeit in Italien an Arme und Kinder verteilt.

Und nenne man das Gebäck nun Brezel, Brezn oder Breze – da ich gelernt habe, dass es offenbar eine Fastenspeise ist, kann ich ja nun mehr davon essen. Mit Obazdn oder Butter versteht sich!
Ihre Anna Baumgart


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