Die Wahre Geschichte der Woche: Johanna Spyri

Ausgewählt und Kommentiert von Alexandra Berger

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Es sollte viel mehr runde Dachfenster mit Blick auf den Sternenhimmel geben oder warum manchmal auch ein Blick in die Ferne reicht.
Wenn der Name dieser Autorin fällt, fühle ich mich sofort zurückversetzt in meine Kindheit. Erinnere mich an jenen Montagnachmittag, nachdem die Hausaufgaben erledigt waren und danach der traditionelle Besuch in der Bibliothek auf dem „Hobbystundenplan“ stand. 

Ausgelesene Bücher abgeben, aber noch viel interessanter für mich war, „ausgehörte“ Kassetten wieder abgeben und „ausgehört“, das hat bei mir wortwörtlich gepasst. Ich konnte mich stundenlang mit Hörspielkassetten in meinem Kinderzimmer vergnügen, mir anhand der gesprochenen Geschichten mit unterschiedlichen Personen und Hintergrundgeräuschen, meine eigene kleine Welt zusammenbauen. 

Heidi lädt zum Träumen ein 

Angefangen bei einer Geschichte, die ich zuerst gelesen und dann später als Kassette gehört hatte. Ich konnte mir genau vorstellen, wie es zum einen sein musste, täglich von Ziegenglocken morgens geweckt zu werden. Genauso an den Moment, wenn man nach einem heißen Sommertag an der frischen Luft abends müde und zufrieden in seinem Bett aus Heu mit dem runden Dachfenster einschläft, bevor man noch verträumt in den Nachthimmel mit seinen funkelnden Sternen geblickt hat - die Geschichte von Heidi. Eine der erfolgreichsten Geschichten der Schweizer Autorin Johanna Spyri. 

Schicksalsschläge

Ihre eigene Lebensgeschichte liest sich allerdings alles andere, als die der Heidi, wenngleich hier mit Sicherheit ein großes Stück von Johanna Spyri in vielen Zeilen mitschwingt und dezent verpackt wurde. Eine starke Frau, die sich trotz aller Umstände und schicksalhaften Begebenheiten in ihrem Leben nie hat unterkriegen lassen und das mit Sicherheit alles andere als leicht war.

Berge ein Zufluchtsort

Ihre Welt, ihr Zufluchtsort waren ihre Geschichten, in denen sie auf so liebevolle Art und Weise etwas von sich selbst mit hineingelegt hat. Hinter den Bergen der scheinbaren Idylle warteten jeden Menge Herausforderungen. Angefangen bei der Tatsache, dass sich ein „Junggeselle“ letztlich der Herausforderung gestellt hat, ein Kind aufzunehmen. Sein ganzer Alltag, der immer gleiche Trott und irgendwie auch bequem gewordene Lebensrhythmus hat ein kleines Mädchen von jetzt auf dann auf den Kopf gestellt.

Kinderaugen

Ich finde, diese besondere Veränderung, mit der alle erstmal zurechtkommen musste, ist der Erzählerin perfekt gelungen. Situationen und möglicherweise Schwierigkeiten aus einer anderen Perspektive zu betrachten, sie mit „Kinderaugen“ neu zu sehen, haben funktioniert. Das kleine Mädchen, das eine völlig neue Welt für sich entdeckt, anfänglich schwierige Hilfeleistung bekommt, es aber letztlich für alle zu einer gesunden Geschichte hat werden lassen.

Auch jetzt, wenn ich mit dem nötigen Abstand an meine Hörspielkassetten zurückdenke, an die Geschichte von Heidi, nehme ich gerne diesen Moment der Leichtigkeit mit. 

Ich finde, wir sollten uns viel öfter in Gedanken auf einer Schweizer Bergwiese niederlassen. Den Duft von frischen Blumen und der klaren Luft genießen und einfach nur den Blick in die Weite richten.

Alexandra Berger 

Übrigens: "Die Wahre Geschichte" zum Nachhören gibt es in unserer Mediathek oder On Air von Montag bis Freitag kurz nach 9 Uhr und kurz nach 17 Uhr. Auch als Buch kann man über die besten "Wahren Geschichten" staunen - ab sofort in unserem Shop!

   

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